Kegeln
Die Meisterschaft ist immer ein Ziel beim KV Fortuna Brücken
Sarah Pankonin ist als Mannschaftsführerin der Ersten und Sportwartin eine Stütze des KV Brücken. Sie kegelt seit 1999, war Mitglied im Nationalkader U18, deutsche Vizemeisterin der U23. Mit der ersten Mannschaft des KV Brücken spielt sie in der Gemischten Klasse Südwest der DCU, der Deutschen Classic-Kegler Union. „Wir spielen im unteren Bereich der Ligen“, erzählt Pankonin, die die Entwicklung im Verein seit der Auflösung der Spielgemeinschaft mit Viktoria Miesau genau verfolgt. In Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt drei Gemischte Klassen, die drei Erstplatzierten spielen am Saisonende den Besten aus. „Aufsteigen können wir nicht“, sagt Pankonin. „Doch wir sind eine der Top-Mannschaften in diesem Bereich, haben mit Markus Bernd, der unseren Bahnrekord von 511 Kegeln hält, und Christoph Mang zwei sehr starke Herren, die in der Klasse zu den Besten gehören“, erzählt sie und schiebt mit einem Lächeln und Augenzwinkern nach, „wenn es bei mir läuft, kann ich da auch mithalten“. Pankonin spielte zu SG-Zeiten mit den Damen Bundesliga, die Zweite Liga war jahrelang deren Zuhause ...
Von 2007 bis 2017 bildete der KV Brücken mit den Keglern von Viktoria Miesau eine Spielgemeinschaft. Seit fünf Jahren kegeln die Brücker wieder zu Hause, bei sich im Ort, im ehemaligen Gasthaus Bauer. In den vergangenen Jahren errang das Team in der Gemischten Klasse regelmäßig die Meisterschaft. Auch jetzt steht der KV wieder ganz vorne. Nach drei gewonnenen Partien strebt das Team erneut nach dem Titel. „Die Meisterschaft ist bei der Ersten immer das Ziel“, sagt Pankonin. Auch die zweite Mannschaft ist in derselben Liga aktiv.
Ein vereinsinternes Duell
Am Samstag, 19. November, 12 Uhr, kommt es zum vereinsinternen Duell, eine auf dem Papier eindeutige Sache, „aber es geht für uns auch um die Geselligkeit, dass wir gemeinsam eine gute Zeit haben“. Gespielt wird auf den Brücker Bahnen, die nach und nach mit viel Eigenleistung renoviert wurden, „die Hauptarbeit haben die Spieler geleistet“, sagt sie.
Im Ortsleben verankert
Dass ihr Klub auf die höheren Ligen verzichtet, ist für Pankonin kein Problem: „Im Moment ist es einfach nicht drin. Es war eine schöne Zeit in der Zweiten Bundesliga, aber mit den eigenen Vereinskameraden ist es noch einmal etwas anders, und es steht jetzt vor allem der Spaß im Vordergrund.“ Die meisten der aktiven Kegler stammen aus Brücken selbst, einige aus den umliegenden Gemeinden, berichtet Pankonin. „Nicht wie damals mit vielen Gastspielern.“ Für sie durchaus ein Vorteil. Der Zusammenhalt sei stark, der KV Fortuna ist auch im Ortsleben verankert, richtet das Freizeitturnier „Unser Dorf kegelt“ aus, bringt sich zu verschiedenen Anlässen wie dem Weihnachtsmarkt ein.
„In den vergangenen fünf Jahren, seit wir wieder in Brücken trainieren und spielen, haben wir auch nochmal Zuwachs bekommen, von Spielern, die früher schon mal gekegelt haben, oder Neuanfängern“, berichtet sie. Auch die Trainingsbeteiligung habe sich gegenüber früheren Jahren verbessert. „Als wir noch in Landstuhl trainiert haben, war die Trainingsbeteiligung nicht sehr hoch, das waren von Brücken aus 20 Kilometer einfacher Weg“, berichtet sie. „Mit den Spielern, die wir 2017 waren, könnten wir nur eine Mannschaft melden.“ Doch die Entwicklung der letzten Jahre macht es möglich, dass der KV mittlerweile zwei Teams stellen kann. In Brückens zweiter Mannschaft spielen „viele Anfänger, Einzelspiele zu gewinnen und das Sammeln von Spielpraxis stehen da im Vordergrund“.
Gute Mitgliederentwicklung
Auch im Jugendbereich kommt etwas nach. Seit einiger Zeit sind zwei Jugendliche, ein Brüderpaar, im Kegelverein Brücken aktiv. „Sie haben erst letzte Saison so richtig angefangen, aber auch gleich erste Erfolge eingefahren. Es sind zwei Jungs aus dem Dorf, 14 und 16 Jahre alt. Sie haben auch schon bei den Erwachsenen ausgeholfen“, berichtet Pankonin. „Wir müssen uns im KV keine Sorgen machen“, sagt sie mit Blick auf das Alter ihrer Mitspieler. Viele seien zwischen 20 und 40 Jahren, könnten noch viele Jahre spielen. Auch die Corona-Pandemie inklusive Spielpause bremste die positive Mitgliederentwicklung nicht. Abgänge gab es „im KV Brücken nicht, aber im gesamten Kegelsport merkt man das schon, gerade auch im Nachwuchsbereich“.
36 Mitglieder hat der 1966 gegründete KV Brücken zurzeit, aktiv gemeldet seien 20, berichtet sie. „Ich habe zwölf bis 15 Spielerinnen und Spieler, die ich für die beiden Mannschaften einplanen kann.“ Dienstags und donnerstags wird in Brücken von 17 bis etwa 20 Uhr trainiert. Gekegelt wird in Brücken noch „klassisch“, so wie es die DCU anbietet. „Wir spielen 100 Wurf klassisch, in höheren Ligen bei den Männern sind es 200 Wurf“, sagt Pankonin. Wer mit dieser Wurfanzahl die meisten Kegel umstößt, gewinnt die Partie.
Auf zwei Bahnen
Bei den Keglern existiert ein weiterer Verband, der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC). Der wesentliche Unterschied: das Spielsystem, das beim DKBC mit den international geltenden 120 Wurf gespielt wird. Die KVB-Spieler lehnten dies bisher ab, außerdem wären dafür vier Bahnen nötig, erzählt Pankonin. Die Anlage in Brücken im ehemaligen Gasthaus Bauer, in Gemeindebesitz und von den Keglern gemietet, umfasst zwei.
Neben den Meistertiteln zählt der dritte Platz von Markus Bernd bei der Landesmeisterschaft 2018 zu den größten Erfolgen seit dem Neuaufbau 2017. „Wir waren dort früher regelmäßig vertreten, ich selbst bin 2016 Landesmeisterin bei den Damen geworden“, berichtet Pankonin.
Hobbykegler sind aktiv
Doch in Brücken wird nicht nur um Titel gekegelt, ein weiterer wichtiger Baustein des Vereins ist das Gesellschaftskegeln. „Bei uns sind auch Hobbykegler aktiv, und unsere Bahnen können für verschiedene Anlässe gebucht werden.“ Kindergeburtstage, Familienfeiern oder Betriebsausflüge sind auf der Kegelbahn in Brücken genauso möglich wie regelmäßiges Freizeitkegeln einzelner Gruppen. Wer die beiden Bahnen buchen möchte, kann sich bei Sarah Pankonin (0176 81144569) oder dem Vorsitzenden Ralf Mang (0176 81147734), der den Verein seit fast 20 Jahren führt, melden.