Lauterecken
Die Kunststoffprofis von Bito auf Erfolgskurs
Behälter für den Transport von Impfstoffen, die gekühlt werden müssen, oder Kisten für die großen Lebensmittelkonzerne, die im Lockdown von der steigenden Nachfrage profitierten – zwei Beispiele für Bito-Produkte, die von Lauterecken aus in die Welt gehen.
Weil das Stahlwerk in Meisenheim, das Regalsysteme entwickelt und baut, zeitweise leichte Auftragsrückgänge hatte, sind sogar rund 20 Arbeitsplätze nach Lauterecken verlagert worden. Zwischenzeitlich sind zudem Produktionsspitzen durch Aushilfen aus dem Stammwerk überbrückt worden.
Über 300 Millionen Euro Umsatz
Das Unternehmen, das zu 100 Prozent der Familie Bittmann gehört, hat ein sehr gutes Jahr hinter sich. Der Umsatz ist von 250 auf 303 Millionen Euro gestiegen, der Auftragseingang von 300 auf 349 Millionen Euro. Die Gruppe zählt weltweit 1060 Mitarbeiter, davon 680 in Meisenheim. Ein drittes Produktionswerk steht in Polen in der Nähe von Kattowitz. „Unsere Kunden kommen aus sehr vielen Branchen, das macht uns unabhängiger gegenüber einzelnen Konjunkturzyklen“, erklärt Henrik Wolf.
Der Standortleiter ist stolz darauf, dass die Belegschaft die Pandemie bislang ohne Infektionsgeschehen am Arbeitsplatz überstanden hat: „Wir haben sofort die Schichten räumlich voneinander getrennt und hatten nur ganz wenige Ausfälle, die auf das private Umfeld zurückzuführen waren.“
Nachfolger der Textilgruppe Hof
Auf dem 85.000 Quadratmeter große Grundstück in Lauterecken war früher ein Werk der Textilgruppe Hof. 1999 übernahm Bito das Gelände und erweiterte die Produktionsfläche 2018 auf 5200 Quadratmeter. In 25 Spritzgussmaschinen werden Polypropylen und Polyethylen weiterverarbeitet. Zwei weitere Maschinen gehen im dritten Quartal in Betrieb. Die Tageskapazität liegt bei 25.000 Behältern unterschiedlichster Größe und Ausfertigung. Bito bietet unter anderem Barcodes, Sicherheitsplomben oder unterschiedlichste Schließmechanismen an.
Die etwa zehnköpfige Entwicklungsabteilung für Kunststoffe ist auch in Lauterecken angesiedelt und arbeitet eng mit dem Bito-Campus zusammen. Das Gründerzentrum ist im Gebäude der ehemaligen Volkshochschule in Meisenheim untergebracht.
Henrik Wolf ist seit 15 Jahren bei Bito und arbeitete davor für einen Automobilzulieferer, der in Hände eines Finanzinvestors kam. Langfristige und nachhaltige Denkansätze seien das große Plus bei einem Familienunternehmen wie Bito. Wolf lebt diesen Umgang selbst vor. Beim Rundgang durch die Werkshallen begrüßt er fast alle Mitarbeiter der Produktion mit Namen und bleibt auch immer wieder für einen kurzen Plausch stehen.
