Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Die Herbstmesse bedeutet für mich: Den Höhepunkt des Jahres

Zwischen 70 und 80 Aktive zählte der Kuseler Fanfarenzug in seinen Glanzzeiten, erzählt Dieter Schmitt.
Zwischen 70 und 80 Aktive zählte der Kuseler Fanfarenzug in seinen Glanzzeiten, erzählt Dieter Schmitt.

An der Herbstmesse ist der Kuseler Fanfarenzug quasi im Dauereinsatz. An vier Tagen sorgt er für Musik – sei es beim Umzug oder beim Marsch vom Kochschen Gelände ins Messezelt. Doch das Thema Nachwuchs bereitet Sorgen.

Dieter Schmitt ist praktisch mit dem Fanfarenzug groß geworden. Schon sein Vater hat den Fanfarenzug von 1954 bis zu seinem Tod 1971 geleitet. „Unsere ganze Familie war in diesem Verein integriert“, erzählt Schmitt. „An jeder Herbstmesse traf sich der komplette Verein bei uns zu Hause und es wurde gefeiert.“

Für den Musiker ist die Herbstmesse „immer das Hightlight des Jahres“. Die Messe sei einfach ein Muss, um alte Freunde und auch Familienangehörige wiederzusehen.

Der Fanfarenzug wurde 1951 als Unterabteilung des Turnvereins gegründet und machte sich am 16. Juni 1970 unter dem Namen „Spielmanns- und Fanfarenzug Kusel“ selbstständig. „Wir waren damals zwischen 70 und 80 aktive Musiker und waren zu den Festen oft mit zwei Bussen unterwegs – heute unmöglich bei den Buskosten“, sagt Schmitt.

30 bis 40 Auftritte im Jahr

Anfang 1980 habe es Meinungsverschiedenheiten im Verein gegeben – „und langsam blieb einer nach dem anderen weg“. Die Älteren hätten sich zu einem „Seniorenfanfarenzug“ zusammengeschlossen und sich einmal im Monat zur Probe getroffen. „Die Jüngeren schlossen sich 1987 mit dem Fanfarenzug Lauterecken zusammen, was auch einige Jahre ganz gut lief.“

30 bis 40 Auftritte im Jahr zählte der Kuseler Fanfarenzug zu seiner Glanzzeit. Und das in Deutschland, Frankreich und Südtirol. Während es heute noch vier Vereine in der näheren Umgebung gebe, habe das in den Anfangszeiten anders ausgesehen. Zwischen Ende der 1950er bis in die 70er Jahre habe es viele verschiedene Fanfaren- und Spielmannszüge gegeben, mit denen die Kuseler freundschaftlich verbunden gewesen seien. Thallichtenberg, Altenglan, Offenbach-Hundheim, Lauterecken, Wolfstein, Olsbrücken, Ohmbach, Schönenberg-Kübelberg, Rammelsbach, Waldmohr und Henschtal nennt er als Beispiele.

Musiker wagen den Neuanfang

„Unser Verein quälte sich noch durch bis ins Jahr 2000. 2013 wurde der Verein im Vereinsregister gestrichen“, erzählt Schmitt. Noch im selben Jahr sei der damalige Marktmeister Christian Buch auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob der Fanfarenzug im Folgejahr bei der 90. Herbstmesse nicht beim Umzug mitlaufen würde. Nach anfänglicher Skepsis erfolgte die Zusage dann beim Altstadtfest 2014. „Am selben Tag setzte ich mich mit Horst Braun in Verbindung und wir fingen an uns die Finger wund zu telefonieren. Wir trommelten doch eine beachtliche Zahl an Aktiven zusammen“, erzählt Schmitt.

Vier Wochen vor der Messe begannen die Proben, drei bis vier mal die Woche wurde gemeinsam musiziert – mit Erfolg: „Beim Messeumzug gaben wir alles, viele Zuschauer waren überrascht und die Resonanz war so groß, dass wir uns entschlossen, noch einmal neu anzufangen.“

Weinfeste und Weihnachtsmärkte

Neun Jahre sind inzwischen vergangen – „und die Euphorie hält sich schon wieder in Grenzen“, sagt Schmitt. Etwa 20 Aktive zähle der Fanfarenzug momentan, davon zwei Jugendliche, die mit Begeisterung dabei seien, und zwei „Urgesteine“, wobei einer zurzeit außer Gefecht sei.

Geübt wird jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Bledesbach. „Die Stücke, die wir spielen wollen, suchen wir gemeinsam aus“, erzählt Schmitt, der die Übungsstunden derzeit leitet. Seine Schwester Karin Krauß übernehme die musikalische Leitung sowie die Stabsführung. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mehr Aktive in unseren Reihen zählen könnten. Ein jeder, der Lust hat, ist uns willkommen“, sagt Schmitt. Auch über einen Musiker, der künftig die musikalische Ausbildung übernehmen will, würde man sich im Verein freuen. Nach der Herbstmesse trete der Kuseler Fanfarenzug bei Weinfesten und auf Weihnachtsmärkten auf.

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