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Die Eisenbahnnationalelf erlebt in Brücken eine Überraschung
„Reisen die mit dem Neun-Euro-Ticket an, und werden die überhaupt pünktlich sein?“ Die neckischen Wortspiele muss man als Betriebsmannschaft der Deutschen Bahn wohl einfach über sich ergehen lassen. Auch rund um den Sportplatz in Brücken waren sie am Donnerstag überall zu hören. Dazu sei erwähnt, die Nationalmannschaft der DB reiste überwiegend mit den privaten PKWs an und fand sich rechtzeitig auf dem Platz ein.
„Wir nutzen diese Partie als Vorbereitung auf unser Länderspiel gegen die tschechische Eisenbahnnationalmannschaft am 24. Juni in Prag“, informierte DB-Trainer Daniel Alves. Aus einem Pool von etwa 50 Spielern, die alle bei der Eisenbahn angestellt sind und aus allen 16 Bundesländern kommen, kann er schöpfen. Da die Auswahl nur drei- bis viermal im Jahr für Lehrgänge zusammenkomme, habe man die Einladung zu dem Jubiläumsspiel gerne angenommen, um zusätzlich an der Abstimmung zu feilen. Da es kein offizielles Spiel war, mussten die Eisenbahner dafür extra einen Tag Urlaub opfern.
„Aus der Ober- und Verbandsliga kommen die meisten, viele spielen sogar in der Regionalliga, da ist eine Menge Potenzial vorhanden“, klärte Alves über das Leistungsniveau auf und fügte noch hinzu: „Wir wollen 2023 in Bulgarien unseren ersten Weltmeistertitel holen.“
An Fronleichnam ging es aber erstmal gegen eine Auswahl der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. „Wir müssen denen schon eine gewisse Qualität entgegenhalten, damit es ein offenes Spiel wird, darum haben wir uns entschieden, es mit den Besten der VG zu versuchen“, erklärte SVB-Vorsitzender Sebastian Groß die Idee dahinter. Die zusammengewürfelte Mannschaft coachte übrigens kein Geringerer als der in der Region bekannte Trainer Eckhard Groß. Der hatte die insgesamt knapp 30 Spieler in nur einer Trainingseinheit kennengelernt.
Optimal eingestellt
Anscheinend hat dies genügt, denn seine Truppe war optimal eingestellt. Sie setzte dem geordneten Aufbauspiel der Eisenbahner ein frühes Anlaufen entgegen. Besonders Schienenspieler Torben Steinhorst auf der rechten Außenseite und Jeremy Bäcker (beide TuS Gries) auf links wurden immer wieder mit Steilpässen gesucht. In der Sturmmitte fiel besonders Erik Bernhard (VfB Waldmohr) auf, wenn es gefährlich wurde. Es schien so, als ob die Verbandsgemeindeauswahl mit einem frühen Treffer etwas Dampf aus dem Kessel nehmen wollte, denn sie kreierte Torchancen im Minutentakt. Bernhard drückte in Spielminute acht zum ersten Mal den Ball über die Linie. Er spielte Fatih Ylmazli und Dennis Abarkan aus und schob das Leder am dem herauslaufenden Torwart Patrick Weimer vorbei.
Die Auswahl funktioniert
Bei der in Rot gekleideten Nationalmannschaft versuchte Ylmazli, aus der Defensive heraus geordnet Angriffe einzuleiten, und suchte immer wieder den Torschützenkönig der Saarlandliga, Valentin Solovej. Jeremy Bäcker, der üblicherweise als defensiver Mittelfeldspieler beim TuS Gries fungiert, wusste in der 28. Minute aber auch, wo das Tor steht, und markierte das 2:0. Mit dem Halbzeitpfiff gelang der DB durch Deniz Adamcyk der Anschlusstreffer. Man rieb sich an der Bande schon etwas verwundert die Augen ob der Darbietung der beiden Mannschaften. „Dass es so gut bei der Auswahl funktioniert, überrascht mich jetzt doch sehr, und dass die Nationalmannschaft bislang noch nicht zum Zug kam genauso“, zog Sebastian Groß ein Zwischenfazit, dem viele dabeistehende Zuschauer zustimmten.
Eckhard Groß wechselte einmal komplett durch. Die neue Mannschaft machte ungemindert dort weiter, wo die Kollegen der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Dem Brücker Spielertrainer David Groß war es vorbehalten, in dieser besonderen Partie per Freistoß aus 18 Metern und halblinker Position auf 3:1 (56.) zu erhöhen. Mit der vereinzelten individuellen Klasse und den teilweise körperlichen Vorteilen waren die Eisenbahner größtenteils der Auswahl überlegen. Aber sie brachten sie sehr selten auf den Platz, gegen ein Auswahlteam, das durch seine geschlossene Mannschaftsleistung zu überzeugen wusste.
Bejubelter Kopfballtreffer
„Wir spielen sehr gut zusammen, auch wenn wir fast alle aus verschiedenen Mannschaften kommen, aber die haben ja kaum Chancen gegen uns“, meinte der ausgewechselte Bäcker, um kurz danach den Kopfballtreffer von Moritz Höh (SG Breitenbach/Dunzweiler) zu bejubeln. Damit hatten sie aber noch nicht genug: Daniel Welsch (TuS Schönenberg-Kübelberg) setzte in der 85. Minute mit dem Treffer zum 5:1 noch einen drauf.