Wolfstein
Die Burg als Bühne für ein kollektives Picknick
„Burggenuss“ heißt das Schlagwort auf der Burg Neu-Wolfstein. Genuss gibt es dabei gleich in dreifacher Ausführung unter Einbezug verschiedener Sinne: Zwei Besucher teilen sich einen Picknickkorb und genießen Speis und Trank bei stimmungsvoller Live-Musik unter bunten Lichtern vor dem majestätischen Panorama der alten Burgruine. Ein Genuss für den Gaumen, für Augen und Ohren.
„Die Idee kam super an“, erzählt Kathrin Bürthel vom Tourismus-Team der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, „wir waren schon vor Buchungsende ausverkauft.“ Zusammen mit ihren Kollegen Vanessa Tröster, Achim Wirth und Christian Sauer hat sie sich ein Veranstaltungskonzept überlegt, das trotz der Corona-bedingten Hygienemaßnahmen umsetzbar ist. Das Ergebnis: die Premiere von „Picknick für Zwei“.
Zwei Körbe zur Auswahl
212 Besucher haben es sich im geräumigen Burginnenhof an liebevoll hergerichteten Biertischgarnituren bequem gemacht, um die vom Landgasthof Königsberg zusammengestellten Picknickkörbe gemeinsam zu verzehren, um zu schlemmen und genießen. Zwischen zwei verschiedenen Körben kann gewählt werden. Während der mediterrane Korb verschiedenes Antipasti-Gemüse sowie Lachs, Melone und Schinken beinhaltet, lassen sich Schwartenmagen, Leber- und Blutwurst sowie Radieschen und Bauernbrot im Korb „Pfälzer Art“ genießen.
„Das Essen ist sehr lecker“, schwärmen Melanie und Mario Kleber aus Lauterecken. Das Ehepaar entschied sich für den mediterranen Korb; die Speisen sind bereits verputzt. Die Beiden freuen sich über die festliche Abwechslung in der tristen Corona-Zeit und loben die Organisation des musikalischen Picknicks. „Die Location und die Musik sind super. Auch die Lautstärke ist ideal. Man kann sich noch gut unterhalten“, findet Mario Kleber. „Hoffentlich hält das Wetter“, fügt seine Frau hinzu.
Genuss für die Ohren
Doch Petrus scheint es gut mit den Picknickern zu meinen. Ab und an blitzt die Sonne hinter der dichten, grauen Wolkenfront hervor, ehe sie gänzlich hinter dem Berg verschwindet und die bunten Lichter der Firma „Schütz Sound and Light“ die Burgruine allmählich in rot, grün, orange erstrahlen lässt.
Als Sängerin Betty Bohn von der ortsansässigen Musikgruppe „Simply Acoustic Music (Unplugged)“ zur Gänsehautballade „Run“ von Leona Lewis ausholt, verstummen die Hintergrundgespräche zunehmend. Ein Genuss für die Ohren. Manch einer lauscht andächtig, mit dem Weinglas in der Hand, andere wiederum lassen ihren Blick über das weite Panorama schweifen, hinab ins ruhige Tal, wo allmählich die Lichter aufblitzen.
Der grüne Torbogen
Direkt vor dem herrlichen Ausblick haben es sich auch die Schwestern Uschi Conde und Heidi Pieroth auf einer Tischgarnitur gemütlich gemacht. Auch sie loben das Picknick mit Burgkulisse. Heidi Pieroth betont überdies: „Die Burgruine ist ideal geeignet für ein Picknick.“ Ähnlich wie viele andere vermissen auch die Schwestern aus Einöllen und Kreimbach-Kaulbach den Besuch von Veranstaltungen während der Corona-Zeit. „Ich finde es toll, dass man sich eine Alternative überlegt hat und es solche Feiern im kleinen Rahmen wieder gibt“, erzählt Uschi Conde. Und ihre Schwester ergänzt: „Wenn das Picknick im nächsten Jahr nochmal stattfindet, kommen wir gerne wieder.“
Mit zunehmender Dunkelheit kommt schließlich auch das bunte Lichtspektakel vollends zur Geltung. Handys werden zum Fotografieren und Filmen gezückt, um das in buntes Licht getauchte mittelalterliche Gemäuer festzuhalten. Bäume erstrahlen in hellem Orange, der Banner der Sparkasse Kusel – der Sponsor des Picknicks vor großer Kulisse – thront in kräftigem Rot auf der gewaltigen Mauer des Innenhofs, der Torbogen scheint in grellem Grün. Ob Queen Victoria je in solch königlichem Ambiente gepicknickt hat?