Wiesweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Die Bud: Vom Toilettenhäuschen zum beliebten Treffpunkt

Bereiten den Spießbraten für die hungrigen Gäste der Bud in Wiesweiler zu: von links Andreas Wildberger, Marco Groß und Timmy Ge
Bereiten den Spießbraten für die hungrigen Gäste der Bud in Wiesweiler zu: von links Andreas Wildberger, Marco Groß und Timmy Geib.

Vor allem für Radfahrer, die auf dem Glan-Blies-Weg unterwegs sind und für Ausflügler, die mit der Draisine in Richtung Lauterecken strampeln, ist sie eine beliebte Anlaufstelle zum Rasten: die Bud in Wiesweiler. Entstanden ist sie einst aus einem ehemaligen Toilettenhäuschen.

Es ist noch früh am Sonntagmorgen. Das Thermometer klettert in Richtung 30-Grad-Marke, als in der Bud in Wiesweiler der Grill angezündet wird. Noch ist es ruhig auf dem Vereinsgelände des Bischoff-Clubs Wiesweiler, aber schon bald werden die ersten Radfahrer und Wanderer hier zu einer Rast einkehren. Von Mai bis September ist der Biergarten an jedem Sonn- und Feiertag geöffnet und lädt bei einem frisch gezapften Bier zum Verweilen ein.

Der Club besteht mittlerweile seit 44 Jahren. 1979 wurde er gegründet, um den jungen Leuten des Dorfes einen Treffpunkt zu bieten. Daraus entstand auch die Idee, eine Thekenmannschaft zu bilden, die an Fußballturnieren in der Region teilnehmen sollte. Wie bei jeder ordentlichen Thekenmannschaft musste auch ein Name her. Schnell war man sich einig und in Wiesweiler wurde fortan unter dem Namen einer bekannten und im Verein gerne konsumierten Biermarke Fußball gespielt.

Plan für Thekendienste wird frühzeitig erstellt

Mit der Zeit entstand die Idee, für die Jugend Musikfestivals zu veranstalten. In jedem Jahr wurde eine Open-Air-Veranstaltung auf dem Sportplatz organisiert, die regen Zuspruch fand. Zuletzt wurde 2017 das 40-jährige Vereinsbestehen gebührend gefeiert. Für dieses Festival konnte die überregional bekannte Band Nighthawk gebucht werden. Dies sollte vorläufig jedoch die letzte Veranstaltung in dieser Größenordnung gewesen sein, da die Auflagen, die mittlerweile erfüllt werden müssen, nicht mehr zu stemmen sind, wie der Erste Vorsitzende des Vereins, Andreas Wildberger, bedauernd sagt. Wildberger, mit seinen 61 Jahren ein Urgestein des Clubs, will aber weitere Veranstaltungen dieser Größe nicht ausschließen, zumal viele junge und engagierte Leute in den Club eingetreten seien.

68 Mitglieder sind es aktuell, deren Altersspektrum von 20 bis über 60 Jahre reicht. Diese Bandbreite brauche es auch, um die anfallenden Arbeiten zu erfüllen. „Bei uns herrscht ein gutes Miteinander der Generationen“, schildert Marco Groß, der Kassenwart des Vereins, die Zusammenarbeit. „Sprüche wie ,Das haben wir immer schon so gemacht’ hindern die Weiterentwicklung und haben bei uns keinen Platz“, erklärt der 38-Jährige weiter.

Bereits im März wird der Plan für die Thekendienste der Bud erstellt. Auch kleinere Veranstaltungen wie Halloween oder die Hexennacht-Party, die das Dorfleben bereichern, müssten geplant werden.

Biergartentradition wird gepflegt

Der Name Bud geht auf den ersten Treffpunkt des Vereins zurück, als Holzbuden am Glan standen. Als diese abbrannten, konnte der Verein das ehemalige Toilettenhäuschen des Bahnhofs erwerben, das in Eigenleistung renoviert und mit einem Anbau versehen wurde. 2007 beantragte der Verein eine Schankerlaubnis und die Bud wurde zu einer Schankwirtschaft. Diese wird von den Besuchern der Draisinestrecke oder des Glan-Blies-Radweges gerne zur Rast genutzt. In der Bud wird auch die Biergartentradition gepflegt, die besagt, dass Besucher sich ihre Brotzeit mitbringen und hier verzehren dürfen.

Die Bud ist zudem ein Treffpunkt für die Wiesweilerer Bürger. Auf den 60 Sitzplätzen im Außenbereich wird am Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen das Dorfgeschehen ausgiebig diskutiert und kommentiert. Außerhalb der Öffnungszeiten können Gruppen die Bud auch für Vereins- oder Firmenfeiern buchen. „Wir hatten gerade eine Gruppe von 36 Feuerwehrleuten aus dem Baden-Badener Raum hier, die sich sehr über die Möglichkeit gefreut hatten, eine Rast auf ihrem Ausflug einlegen zu können“, erzählt Marco Groß, der gemeinsam mit zwei Vereinsmitgliedern die Gruppe bewirtete. „Unser Ziel ist es, dass jeder, der hier weggeht, sagt, dass es ihm gefallen hat.“

Gefallen wird es wohl auch den Besuchern, die beim Besuch der RHEINPFALZ den Weg zur Bud finden. Der Spießbraten, der mittlerweile von Timmy Geib über der Glut gedreht wird, verbreitet seinen würzigen Geruch und wartet darauf, von den hungrigen Gästen verzehrt zu werden.

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