Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Der Klassenerhalt ist fast überall das große Ziel

Ab 8. Juni geht es für die meisten Teams wieder weiter.
Ab 8. Juni geht es für die meisten Teams wieder weiter.

Wie wichtig das gemütliche Beisammensein nach einem Tennismatch ist, was die Stärke kleiner Vereine ist und was sich die Mannschaften aus dem Kreis Kusel für die Medenrunde vorgenommen haben, erzählen die Mannschaftsführer der Verbandsliga- und Pfalzligateams im RHEINPFALZ-Gespräch.

30 Spieler stehen bei den Herren 30 des ASC Bunker Boys Brücken auf der Meldeliste. „In den vergangenen Jahren haben viele ehemalige Fußballer die Liebe zum Tennis entdeckt – und so sind bei uns viele ehemalige Spieler des SV Brücken aber auch von anderen Nachbarorten mittlerweile im Tennissport aktiv“, erklärt der Mannschaftsführer der Bunker Boys, Stefan Altherr, den Zulauf für die zwei Teams, deren erste Mannschaft in der Verbandsliga antritt, während die zweite in der B-Klasse aufschlägt. Dass Brücken eine beliebte Anlaufstelle für Tennisspieler sei, erklärt er auch mit der „schönen Anlage, dem Sport an sich und vor allem der Kameradschaft. So sind beispielsweise bei den Trainings Donnerstagsabends mitunter 30 Leute auf der Anlage zum Spielen und zum geselligen Ausklang mit Grillen et cetera.“

Der Kader der ersten Mannschaft hat sich nach dem Aufstieg so gut wie nicht verändert, wie Altherr erklärt. „Zwei Gästespieler aus Bruchmühlbach und Offenbach-Hundheim helfen uns bei Personalmangel aus. Die zweite Mannschaft ist im Vergleich zu 2023 eine Sechser- statt einer Vierermannschaft“ – wegen des großen Zuspruchs.

Saisonziel Klassenerhalt

Das Saisonziel in der Verbandsliga kann nach Auskunft des Mannschaftsführers „nur der Klassenerhalt sein, was aber bei zwei Absteigern einer kleinen Sensation gleichkommen würde. Insbesondere auch deswegen, weil außer einem Spieler von uns alle anderen schon einige Jahre bei den Herren 40 spielen könnten und somit die höherklassigen Matches gegen weitestgehend viel jüngere Spieler extrem schwer sind.“

Das erste Saisonspiel gegen Jockgrim musste verlegt werden, weil die Plätze im Karstwald wegen der extremen Regenfälle im Frühjahr so weich wie nie zuvor in den letzten Jahren waren. „Aufgrund des Unwetters unmittelbar vor dem Spieltag konnten sie sonntags gegen Jockgrim unmöglich bespielt werden. Die Folgeschäden an den Plätzen wären für den Rest der Saison wohl nicht mehr zu beheben gewesen und die Verletzungsgefahr der Spieler aufgrund des seifigen Untergrunds war einfach viel zu groß“, erklärt Altherr, warum die Partie auf den 2. Juni verlegt wurde.

Angenehme Sportkameraden

„Klassenerhalt“ lautet das klare Ziel der Herren 30 des TC 1980 Grumbach, die in der 4er-Pfalzliga antreten und ihr bisher einziges Spiel bei der SG Fußgönheim/Ellerstadt mit 2:0 (4:2) gewonnen haben. In der vergangenen Saison hatte der Verein noch zwei Mannschaften gemeldet. Die Ü40 war in die A-Klasse aufgestiegen, doch in diesem Jahr mussten beide Mannschaften zusammengelegt werden und das neue Team startet jetzt in der höherklassigen Pfalzliga. „Das Grundgerüst bilden jetzt viele Ü40-Spieler. Es sind nur drei Ü30er dabei“, erläutert Mannschaftsführer Marco Hasselmeier. Andreas Giloj, der frühere Mannschaftsführer der Herren 30 beispielsweise, fällt wegen einer Knieoperation aus. „Er fehlt uns. Sonst sind wir aber so aufgestellt, dass der Klassenerhalt realistisch ist.“ Auch wenn die Pfalzliga „eine hohe Klasse“ sei und die Aufgabe für einen „so kleinen Ort schwer genug“ sei.

Die Spieler des TC Grumbach kommen aus einem Umkreis von zehn bis 15 Kilometer. „Es sind viele ehemalige Fußballer dabei, man kennt sich und es ist schön, jeden Sonntag mit angenehmen Zeitgenossen kameradschaftlich zusammenzusein“, lobt Hasselmeier das menschliche Miteinander. 13 Spieler hat der TC Grumbach gemeldet, doch es stehen nicht immer alle zur Verfügung. „Zwei sind im Rettungsdienst, einer ist Polizist. Wenn die nicht da sind, sind wir schon deutlich geschwächt.“ Was der Mannschaftsführer bedauert ist, dass der SV 1923 TA Enkenbach nach dem ersten Spieltag seine Mannschaft zurückgezogen hat. „Das waren sehr angenehme Sportkameraden. Und die Entfernung war noch im vernünftigen Bereich.“

Knifflige Aufgabe

Die Damen 40 des TC Kusel, die in der 4er-Pfalzliga starten, sind nach einem Unentschieden und einem Sieg Tabellenführer. Auch für sie lautet das Ziel Klassenerhalt – und das zu erreichen wird knifflig genug. „Der Kader ist gleichgeblieben, viele unserer Spielerinnen sind schon älter. Ich bin zum Beispiel selbst 64, und wir warten sehnsüchtig darauf, dass unsere Jüngeren 50 werden, damit wir endlich die Klasse wechseln können. In der Pfalzliga merkt man jedes Jahr“, sagt Mannschaftsführerin Jutta Fischer.

Sie und ihr Team kennen das Problem. „Wir spielen seit 20 Jahren zusammen. Beim Wechsel von den Damen 30 auf 40 war es genauso“, erinnert sie sich, sieht dann aber genau diese Zusammensetzung als das große Plus. „Wir haben einen solchen Zusammenhalt in der Mannschaft. Da sind die anderen Mannschaften oft neidisch.“ Zum Beispiel gab es einen „Motivationsausflug zum Porsche Tenniscamp“. Und jetzt gibt es das gemeinsame Erlebnis eines erfolgreichen Auftakts. Zum Beispiel durch das Unentschieden gegen den TC Grün-Weiss Frankenthal, auch wenn dessen Spitzenspielerin fehlte. „Aber das könnte schon der Favorit gewesen sein.“ Und auch in der zweiten Partie lief es, obwohl die Spitzenspielerin des TC Kusel fehlte. „Wir haben 5:1 gewonnen und fühlen uns sehr wohl in der Liga. Man kennt da viele und es macht Spaß“, schwärmt Fischer.

Die Gute-Laune-Mannschaft

Spaß ist auch dem TC Offenbach-Hundheim wichtig. „Die anderen beneiden uns oft darum, dass wir so ein kleiner Verein sind und dass wir auch gut gelaunt sind, wenn wir verlieren“, erzählt Mannschaftsführer Timo Kauf. „Wir haben eine gute Mischung aus Ehrgeiz und Spaß“, sagt er, lobt den Teamgeist und bezeichnet seine Mannschaft als „verschworenen Haufen“. Der auch anderswo auffällt. „Wenn wir in der Vorderpfalz spielen, dann spielen da Leute mit, die sich gar nicht kennen. Die haben so viele Leute, dass da jedes Mal andere spielen.“ Bei Offenbach-Hundheim ist die Lage ganz anders. „Wir haben diesmal stark zu kämpfen, dass wir eine Mannschaft stellen können. Wir haben Verletzte, einige sind noch nicht ganz fit, aber wir kämpfen. Es wird eine schwere Runde“, so Kauf.

Was die Mannschaft noch ausmacht: Sie spielt seit Jahren zusammen. Und sie spielt das ganze Jahr durch. Im vergangenen Jahr stieg das Team in der Winterhallenrunde in die Pfalzliga auf. „Wir haben dann mit Spielern mit LK3 zusammengespielt, zum Teil mit Spielern der deutschen Rangliste.“ Am Ende stieg die Mannschaft wieder in die A-Klasse ab, aber das hat die Stimmung keineswegs getrübt. Die Herren 40 des TC Offenbach-Hundheim haben weiter Spaß.

Von Damen 30 zu Damen 50

Einen schweren Start haben die Damen 50 der Bunker Boys Brücken hinter sich. Das Team tritt in der 4er-Pfalzliga an und bekam es zum Auftakt mit dem TC Mutterstadt zu tun. 2:4 hieß es am Ende. „Es waren aber umkämpfte Spiele dabei und es hätte auch 3:3 ausgehen können“, sagt Mannschaftsführerin Ute Sander.

Was sie optimistisch macht, dass ihr Team den Klassenerhalt erreicht: Der Kader ist in etwa gleich geblieben, „und wir haben noch drei Damen dazubekommen, die aushelfen wollten. Das haben wir natürlich gern angenommen“. Zehn Spielerinnen sind jetzt gemeldet. „Wir werden versuchen, jede spielen zu lassen“, so Sander. Was ihre Mannschaft ihrer Meinung nach besonders macht und verbindet ist die Kameradschaft und der Spaß am Tennis. „Einige von uns spielen seit Jahren zusammen, haben zum Teil schon bei den Damen 30 zusammengespielt.“ In der Altersklasse war das Team lange unterwegs. „Aber irgendwann wurde es immer anstrengender, gegen 30-Jährige zu spielen“, weiß Sander aus Erfahrung. Zur Medenrunde 2023 meldeten die Bunker Boys die Mannschaft um, starteten als Damen 50 und durften direkt in der A-Klasse beginnen. Sie stiegen auf in die Pfalzliga und haben jetzt den Klassenerhalt als klares Ziel.

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