Brücken RHEINPFALZ Plus Artikel Defekter Tanklaster Ursache für Öl-Unfall am Habach

Ölsperren sollen noch gravierendere Schäden verhindern.
Ölsperren sollen noch gravierendere Schäden verhindern.

Die Ursache für die Umweltverschmutzung am Habach ist offenbar geklärt. Nach Angaben der Kreisverwaltung kam es durch einen technischen Defekt an einem Tankfahrzeug zu dem Öl-Unfall.

Die Kreisverwaltung Kusel geht davon aus, dass 600 bis 800 Liter Heizöl ausgetreten sind. Wie berichtet, kam es am Freitag, 22. Oktober, zu dem Unfall, in dessen Folge der Habach und die Kanalisation kontaminiert wurden. Über das Wochenende hatten irritierte, nicht informierte Anwohner starken Ölgeruch wahrgenommen.

Wie die Kreisverwaltung mitteilt, sei das defekte Tankfahrzeug inzwischen repariert. Es gehört der Firma Krupp, die eine Stellungnahme ablehnte.

Gutachter eingeschaltet

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Westpfalz in Kaiserslautern wird derzeit noch genauer ermittelt, wie das Öl austreten konnte. Dazu seien Gutachter eingeschaltet worden, informiert Pressesprecherin Christine Lautenschläger.

Unterdessen wird der Schmutzwasserkanal noch immer gereinigt. Nach Angaben der zuständigen Verbandsgemeinde Oberes Glantal muss der Kanal von der Eintrittsstelle in Brücken bis zur Kläranlage in Elschbach vollständig gesäubert werden.

Verbandsbürgermeister Christoph Lothschütz berichtet, dass die Reinigung bis zum Ortsende Brücken abgeschlossen sei. Die Strecke bis zur Kläranlage Elschbach würde noch gereinigt.

Auch sei eine oberflächliche Verschmutzung von Feldern und Gärten im unmittelbaren Gewässerbereich nicht auszuschließen, teilt die Kreisverwaltung mit. „Sollte sich noch Heizöl in schwer zugänglichen Böschungsbereichen abgelagert haben, wird dieses mit der Zeit ausgeschwemmt und durch die Rückhaltemaßnahmen aufgefangen“, erklärt Kreissprecherin Karla Hagner.

Keine verendeten Tiere gefunden

Der Bach sei regelmäßig begutachtet worden. Zusätzlich zur Reinigung an den errichteten Ölsperren, habe die Sanierungsfirma den Bach in seiner gesamten Länge einmal vollständig vom aufschwimmenden Heizöl befreit, so Hagner. „Aktuell schwimmen an den Ölsperren noch vereinzelt Ölschlieren auf, der Großteil des Heizöls wurde jedoch abgesaugt und entsorgt.“ Der Bach werde auch weiterhin regelmäßig kontrolliert und gereinigt. Bisher seien keine verendeten Tiere festgestellt worden.

Was die Höhe des wirtschaftlichen Schadens betrifft, so sei diese noch nicht zu beziffern. „Erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten lässt sich eine genaue Schadenshöhe feststellen“, informiert Hagner.

Infos für die Briefkästen

Am vergangenen Freitag erhielten die betroffenen Anlieger Infos durch ein Einwurf-Schreiben im Briefkasten über den Unfall, etwaige Gefahren und weitere Maßnahmen. Warum die Bevölkerung nicht früher informiert wurde, erläutert die Kreisverwaltung so: „Die untere Wasser- und Bodenschutzbehörde entscheidet im Rahmen ihres Ermessens über Informationen an die Bevölkerung, sofern eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht. Im vorliegenden Fall wurden viele der betroffenen Anwohner entlang des Habachs in der Zeit von Sonntag bis Dienstag persönlich durch Behördenmitarbeiter über den Vorfall informiert.“

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