Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Das Spiel mit den Aktien: Auch Preis für Nachhaltigkeit vergeben

Ein Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.
Ein Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.

Mit dem Planspiel Börse der Kreissparkasse Kusel können Schüler die Finanz- und Wirtschaftswelt ohne Risiko hautnah erleben. Wer Glück hat und richtig investiert, profitiert auch in der realen Welt.

Bereits zum 38. Mal fand das Planspiel Börse in diesem Jahr bei der Kreissparkasse (KSK) Kusel statt. Zwischen Ende September und dem 9. Dezember konnten die 72 teilnehmenden Gruppen aus dem Kreis ihr Geschick beim Investieren und Handeln mit Aktien unter Beweis stellen. Bei dem Online-Spiel bekommt jedes Team 50.000 virtuelle Euro, die in den folgenden zehn Wochen in 175 verschiedene Wertpapiere investiert werden können. Dabei soll der Umgang und das Verständnis von Marktmechanismen, Finanzplanung und Risikoabwägung geübt werden. Da in Zweier- bis Vierergruppe gespielt werde, sei außerdem Teamfähigkeit gefragt.

Erfolgreiches Wirtschaften wird von der Kreissparkasse mit echten Preisgeldern belohnt. Mit 13,4 Prozent Zunahme des Spielkapitals auf etwa 56.685 Euro landeten die „Börsensprenger“, wie sie sich selbst nennen, auf Platz eins. Dahinter stecken Sinan Özkan und Dennis Nagel von der Realschule plus Kusel.

Umweltgerechtes Handeln

Ebenfalls von der Realschule plus stammen die Sieger des Nachhaltigkeitspreises. Luca Felix Ringeisen und Hayk Mnatsakanyan sind beide 16 Jahre alt und kennen sich aus dem Wirtschafts-und Verwaltungsunterricht. Als Ihnen dort das Planspiel vorgestellt wurde, sei schnell klar gewesen, dass die Freunde ein Team bilden möchten. „Wir hatten zwar beide keine Ahnung von Aktien, wollten es aber einfach mal ausprobieren und das am besten nicht mit echtem Geld“, erzählt Ringeisen und lacht.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe es eine klare Strategie gegeben. „Wir haben in Aktien investiert, die im Minusbereich waren, um einen hohen Gewinn zu erzielen, sobald diese steigen“, berichtet der 16-Jährige. Alle Investitionen seien unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit getätigt worden. Umweltgerechtes Handeln sei den beiden wichtig. Außerdem hätten sie sich intensiv mit weltpolitischen Themen wie der US-Wahl beschäftigt. „Sowas hat starke Auswirkungen auf die Börsenkurse“, erklärt Ringeisen fachkundig.

Die Freunde haben laut eigener Aussage in den zehn Wochen einiges über die Finanz- und Wirtschaftswelt gelernt und können nur jedem empfehlen, das Online-Spiel auszuprobieren. „Es macht Spaß und ist jeden Tag spannend“, sagt Ringeisen. Mit den Erfahrungen und dem Erfolg gehen die beiden verantwortungsvoll um. Zwar schließen sie „echten Börsenhandel“ für die Zukunft nicht aus, sind wegen des Verlustrisikos aber vorsichtig. „Wenn wir mal Geld übrig haben, das nicht zum täglichen Leben gebraucht wird, könnten wir uns vorstellen, es in Aktien zu setzen.“

250 Euro Preisgeld

Neben den Preisen für die Schüler gibt es auch noch einen Schulpreis. Dieser ist nicht an feste Bedingungen geknüpft, sondern wird von der KSK Kusel beispielsweise „für hohe Teilnehmerzahl oder gute Gesamtergebnisse“ überreicht. Welche Schule sich über den Preis und damit 250 Euro freuen darf, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Geheimnis.

Normalerweise gebe es zum Abschluss der Runde immer eine festliche Siegerehrung und einen Rundgang in einem Unternehmen der Region. Laut Barz werde wegen der aktuellen Lage in diesem Jahr darauf verzichtet. „Wir sprechen gerade alternative Möglichkeiten durch, aber müssen wahrscheinlich relativ kurzfristig auf die geltenden Gegebenheiten reagieren.“ Geplant werde die Veranstaltung voraussichtlich für Februar.

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