Pferdesport
CHIO Aachen: Kuseler SR-Showteam mitten im Zentrum der Reiterwelt
Als am Samstagabend die letzten Töne des Sinfonieorchesters Aachen verklungen waren und das erste Donnergrollen ein Gewitter ankündigte, waren die acht Reiter des Showteams von Sandra Rohde euphorisiert. Gerade waren sie mit allen Teilnehmern des Galaabends „Pferd und Sinfonie“ noch einmal durch das Deutsche-Bank-Stadion gelaufen, alle mit Fackeln in der Hand, und hatten zu „Pomp an Circumstance“ von Edward Elgar die Ovationen des Publikums genossen. Es war der zweite beeindruckende Abend für die Westpfälzer in der Soers, wie die Landschaft mit den imposanten Reitanlagen und dem Fußballstadion von Alemannia Aachen am Rand der Stadt heißt.
„Die Atmosphäre ist total toll“, erzählte eine Reiterin im Halbdunkel des Abreiteplatzes begeistert. Die acht Mitglieder des SR-Showteams ritten eine Quadrille zu Klängen aus den Filmmusiken „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Star Wars“ und schwenkten dabei vier Fahnen der USA und vier mit dem Logo des CHIO. In diesem Jahr ist die USA das Partnerland des CHIO. Die Cowboys aus der Westpfalz sorgten für Westernatmosphäre.
Eine prominente Zuschauerin beim Training
Auch wenn das Westernreiten nicht zu den Disziplinen zählt, in denen sich die Reiter, Voltigierer und Kutschfahrer in Aachen messen, war das Interesse am Sport da. Es gab sogar eine prominente Zuschauerin beim Training: Ingrid Klimke, mehrfache Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin in der Vielseitigkeit, schaute bei den Kuselern vorbei. „Sie fand lobende Worte für uns“, sagte Sandra Rohde erfreut. Bei ihren beiden Auftritten im Rahmen von „Pferd und Sinfonie“, die von jeweils mehr als 6000 Zuschauern besucht wurden, zeigten sie mit Spins, schnellen Drehungen, und Stops kleine Einblicke in das Westernreiten.
Der Aufenthalt in Aachen verlief etwas anders als gedacht. Ursprünglich war das Team mit zehn Reitern angereist. Geplant war, dass sich die Teammitglieder bei den Auftritten, bei denen immer acht Reiter das Programm bestreiten, abwechseln. Eine Reiterin musste aber wegen einer Allergie umgehend die Heimreise antreten, eine andere kehrte wegen der Heuernte vorzeitig zurück. „Wir sind aber genügend Reiter, das war kein Problem“, sagte Rohde.
Auftritt vor 40.000 Zuschauern
Am Samstagabend strahlte sie. „Aachen ist ein echtes Highlight für uns“, sagte sie. Dabei ist ihre Truppe showerfahren, trat etwa im Landgestüt Zweibrücken oder bei der Messe Equitana auf. Aachen ist die bislang größte und bedeutendste Veranstaltung, bei der die Westernreiter Flagge zeigten. Am Dienstagabend, bei der CHIO-Eröffnungsfeier, waren 40.000 Menschen im großen Reitstadion und jubelten den Kuselern zu. Neben den beiden Auftritten bei „Pferd und Sinfonie“ waren sie mit ihren Pferden beim Gottesdienst und beim Soerser Sonntag gefragt. Zuvor ritten sie mit weiteren Akteuren durch die Aachener Innenstadt, um Werbung für die Veranstaltung in der Soers zu machen. Auch hier standen Tausende am Aachener Marktplatz.
Am Mittwoch geht es zurück in die Westpfalz. Die Heimreise treten sie mit vielen besonderen Erinnerungen an.