Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel CDU-Kandidatin Steinhauer-Theis: „Lieber gestalten als jammern“

Will im Falle des EInzugs in den Landtag Stadtbürgermeisterin bleiben: Isabel Steinhauer-Theis.
Will im Falle des EInzugs in den Landtag Stadtbürgermeisterin bleiben: Isabel Steinhauer-Theis.

„Stillstand ist Rückschritt“, sagt Isabel Steinhauer-Theis. Für sie müsse sich immer etwas bewegen. Das versucht sie als Bürgermeisterin der Stadt Lauterecken seit 2019. In Zukunft will sie das auch als Abgeordnete im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz tun.

„Ich setze mich gerne für die Menschen und die Region ein. Ich tue es mit Freude und Leidenschaft“, gibt sie sich motiviert. Der CDU-Kreisverband hat sich 2020 für die 44-jährige Diplom-Betriebswirtin als Landtagskandidatin ausgesprochen. Bei der Delegiertenkonferenz vergangenes Jahr gestand man ihr den nicht gerade aussichtsreichen Platz 34 auf der Landesliste zu. „Ich weiß, dass das kein sicherer Platz ist. Es war mir klar, dass ich den als Neuling nicht bekomme“, sagt sie.

Immerhin hat sie die Chance, als Direktkandidatin für den Landkreis so viele Stimmen zu sammeln, die ihr den Einzug ins Parlament in Mainz doch ermöglichen. Was ihre Chancen angeht, gibt sie sich zuversichtlich. Eine Prognose sei schwierig, „aber ich bin guter Dinge“. Im Falle eines Einzugs ins Parlament will sie Stadtbürgermeisterin bleiben, weil das eine „gute Kombination“ sei. Die lokalen Probleme, die sie als Stadtbürgermeisterin erlebe, könne sie dann als Abgeordnete nach Mainz tragen, sagt Steinhauer-Theis. Das sei von Vorteil.

An Arbeit fehlt es der 44-Jährigen, die auch Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Kusel ist, nicht. Im familiären Landwirtschaftsbetrieb ist sie die Managerin, die vom Büro aus Abläufe steuert, wie den Einkauf und Verkauf von Waren oder sich um das Einhalten von Fristen bei wichtigen Anträgen kümmert. Darüber hinaus halten ihre vier Kinder die gelernte Landwirtin auf Trab, die nach ihrer Ausbildung das Studium Internationaler Agrarhandel in Bingen als Diplom-Betriebswirtin abschloss.

Den Blick nach vorne richten, lautet ihre Devise. Sie gestalte lieber, als sich hinzusetzen und zu jammern. Sie will sich dafür einsetzen, dass die Menschen auf dem Land genauso gute Lebensbedingungen haben wie die in der Stadt. Das klinge zwar abgedroschen, sei aber wahr. Daher kritisiert sie die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, die Öffnungszeiten der Ärztlichen Bereitschaftspraxis im Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim drastisch zu reduzieren, als „absolut unverständlich“. Dies schwäche den ländlichen Raum.

Digitale Schulausstattung

Weitere Ansatzpunkte für eine Tätigkeit als Abgeordnete sieht sie in einer Verbesserung der digitalen Ausstattung von Schulen, sowohl was die Endgeräte als auch die Übertragungsraten angeht. „Hier gibt es einen riesigen Nachholbedarf“, sagt sie. Ihr Vorschlag: Die Schulbuchausleihe ausdehnen auf das Ausleihen von Endgeräten. Die im Vorjahr gestartete Initiative zur Reaktivierung der Glantalbahn findet ihre Unterstützung. Ändern muss sich ihrer Ansicht nach die Wirtschaftsförderung, die noch zu sehr auf Großbetriebe ausgerichtet ist und nicht auf die kleinen und mittleren Handwerks- und Produktionsbetriebe im Kreis. Für die Abschaffung von Anliegerbeiträgen nach Straßenausbauten will sie sich ebenfalls starkmachen.

Besonders gefreut hat sie sich, als sie einen Anruf bekam und sie gefragt wurde, ob sie im Arbeitsteam von Christian Baldauf mitarbeiten möchte. „Da habe ich gerne Ja gesagt“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Drei Themen

  • Gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land durch Verbesserung der Infrastruktur, z.B. Breitbandversorgung, medizinische Grundversorgung.
  • Bessere Förderung kleiner mittelständischer Betriebe.
  • Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen.

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