Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Café oder Eiscafé soll gastronomisches Angebot ergänzen – Bislang eine Wunschvorstellung

Das Erdgeschoss des denkmalgeschützten und renovierten Hauses am Veldenzplatz wäre geeignet für den Betrieb eines Cafés oder Eis
Das Erdgeschoss des denkmalgeschützten und renovierten Hauses am Veldenzplatz wäre geeignet für den Betrieb eines Cafés oder Eiscafés.

Personal zu finden für den Betrieb einer Gaststätte ist schwierig. Carl Plathner, Kopf des Instituts für Naturheilkunde und Kommunikation, weiß ein Lied davon zu singen. Einen Pächter zu finden für eine leerstehende gastronomische Immobilie ist genauso problematisch. Auch das hat Carl Plathner erfahren.

Für einige Jahre hatte er mit seinem Institut das Lauterecker Brauhaus betrieben, dann plagten ihn Personalsorgen, und auf ewig sei sein Engagement dort ohnehin nicht geplant gewesen. So suchte er zunächst einen Pächter, dann einen Käufer. Schließlich konnte er das Haus samt Gastronomie an die Familie Göcer verkaufen, die seit knapp einem Jahr darin erfolgreich ein türkisches Restaurant führt.

Nun sieht sich Plathner erneut mit einem ähnlichen Problem konfrontiert. In Lautereckens Stadtmitte hat er aufwendig ein denkmalgeschütztes Gebäude am Veldenzplatz saniert. Eine genaue Summe mag er nicht nennen, die da investiert wurde, aber immerhin soviel: ein „mittlerer sechsstelliger Betrag“ sei da in die Restaurierung geflossen. Im Dachgeschoss befinden sich zwei Ferienwohnungen, im ersten Stock eine Wohnung, und im Erdgeschoss ist alles bereitet für ein gastronomisches Angebot. Plathner möchte im Erdgeschoss am liebsten „ein kleines romantisches Café oder ein Eiscafé“ sehen. Das wäre ideal. Das würde das gastronomische Angebot am Veldenzplatz, wo es schon eine Kneipe gibt und künftig auch ein Bistro eröffnen soll (wir berichteten), hervorragend ergänzen, findet Plathner. Er wolle damit gerne für eine weitere Belebung der Innenstadt sorgen, sagt er.

Denkmalgerecht saniert

Der Raum ist lichtdurchflutet, innen alles in Lehmbauweise saniert, installiert ist eine Wandheizung, die Elektroverkabelung auf dem neuesten Stand – Plathner preist die Qualität des Ausbaus an. Der Raum ist 50 Quadratmeter groß und bietet „Platz für etwa 30 Gäste und draußen noch einmal für etwa 15“, schildert er. Aber: „Ich finde keinen Pächter, und ich verstehe es nicht“, kommentiert er das mangelnde Interesse. Lediglich zwei Anfragen habe es in zwei Jahren gegeben. Es sei nicht zu einem Vertrag gekommen, weil beide Interessenten eine Speisegastronomie hätten betreiben wollen – „dafür haben wir aber keine Gestattung, es gehen nur kleine Speisen wie Pfannkuchen“, verdeutlicht Plathner. Die Küche sei bewusst noch nicht installiert, weil nicht klar sei, wie der Raum genutzt werde. Die Küche müsse ja auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt werden, ein Eiscafé brauche andere Voraussetzungen als ein normales Café.

Woran es liegt, dass an diesem ansprechenden Platz in der Stadtmitte mit Veldenzschloss und saniertem Haus Busch in einem solide restaurierten denkmalgeschützten Haus niemand Interesse am Aufbau einer Existenz habe, ist Plathner ein Rätsel. Da passe doch alles. Das unternehmerische Risiko schien bei diesen Voraussetzungen durchaus überschaubar. Liegt es vielleicht an der Höhe der Pacht, die potenzielle Interessenten abschreckt? Das kann er sich nicht vorstellen. Auch hierfür möchte er keinen Betrag nennen, sagt aber: „Ich bin bereit, eine Staffelmiete zu vereinbaren, also am Anfang etwas weniger und im Laufe der Jahre allmählich steigend. Allerdings bestehe ich auf einem Vertrag mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren“, formuliert Plathner die finanziellen Rahmenbedingungen.

Zweieinhalb Jahre hat die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes gebraucht, danach ging die Pächtersuche los. Insgesamt viereinhalb Jahre sind verstrichen, viel Geld ist investiert. Verkaufen, wie er es beim Brauhaus getan hat, will Plathner nicht. Kaufinteressenten habe es schon gegeben, aber verkaufen wolle und müsse er nicht.

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