Thallichtenberg
Burg Lichtenberg: Schnitzeljagd in mittelalterlicher Kulisse
Wir bräuchten nur ein Smartphone und die kostenlose Actionbound-App, heißt es in der Beschreibung. Wie mein Bruder Max und ich aber schnell feststellen: Ein guter Orientierungssinn wäre auch nicht schlecht. Denn auf Burg Lichtenberg wird aktuell fleißig gebaut, und Wegweiser gibt’s auch nicht so wirklich. Eine zusätzliche Herausforderung. Einfach kann doch jeder! Den QR-Code für den Actionbound auf der Burg haben wir zu Hause gescannt und heruntergeladen. Bevor wir loslegen, steht noch eine wichtige Entscheidung an: Welchen Teamnamen wählen wir? Denn zum Lösen der Aufgaben ist natürlich Teamarbeit gefragt!
Ein Actionbound ist eine Art digitale Schnitzeljagd. Über eine App erhalten wir alle Anweisungen. Sie führt uns auch zu den verschiedenen Stationen. Die erste ist vom Parkplatz aus kaum zu übersehen: der Hufeisenturm. Direkt ins Augen fallen uns die großen, runden Löcher in seiner Mauer. Die Schießscharten waren früher wichtig für die Verteidigung. Heute eignen sie sich super für Erinnerungsfotos, die wir natürlich auch gleich machen. Die Löcher sind so groß, dass man sich sogar reinsetzen kann. Damit haben wir die erste Station auch schon geschafft, weiter geht’s.
Den Kompass in der Hand
Die Actionbound-App führt uns durch die drei Eingangstore der Burg – ja, tatsächlich sind es drei – und versorgt uns mit jeder Menge geschichtlichem Hintergrundwissen. Bisher läuft alles nach Plan, aber die nächste Aufgabe stellt uns vor eine ungewollte Herausforderung. Wir sollen den Weg nach rechts nehmen, um mit einem Kompass den Brunnen auf der Oberburg zu finden. Blöd nur, dass der Weg durch die Bauarbeiten versperrt ist. Doch davon lassen wir uns nicht entmutigen: Wir laufen zurück zum Parkplatz, dann über einen schmalen Schotterweg rechts an der Burg vorbei, bis wir zu einem weiteren Eingang zur Burg gelangen. Mithilfe des Kompasses finden wir den Brunnen schnell: Wasser ist dort zwar keins mehr drin; groß und tief ist er aber. Also besser nicht zu weit über den Rand beugen.
Neben dem Brunnen gibt es in der Oberburg noch einiges mehr zu sehen. Wir erkunden sie genauer und stoßen auf ein altes, seltsames Gerät mit mehreren Zahnrädern. Lange darüber rätseln müssen wir zum Glück nicht, aber ich möchte ja nicht zu viel verraten. Die Oberburg kostet uns viel Zeit: Wir müssen Zielpunkte finden, Rätsel lösen und im Duell gegeneinander antreten – nicht mit Schwert und Schild, sondern mit Köpfchen, Humor und Kreativität.
Den Ausblick genießen
Höhepunkt des Actionbounds – im wahrsten Sinne des Wortes – ist der Bergfried. Mit 33 Metern ist er der höchste Turm der Burg. Deshalb müssen wir erst einmal schlucken, als wir unsere Aufgabe lesen: „Steigt auf den Turm und zählt beim Hochsteigen die Stufen bis zur Aussichtsplattform.“ Schon nach den ersten Stufen kommen wir ganz schön aus der Puste, und der Blick nach oben verrät: Wir haben noch einige vor uns. Die alten Holzstufen knarren mit jedem Schritt, es ist dunkel, nur hin und wieder gibt es einen Spalt Licht, in der Luft liegt ein modriger Geruch – aber der Aufstieg hat sich gelohnt. Ein kilometerweiter Blick über die Kuseler Landschaften erwartet uns. Wir verschnaufen kurz und genießen die Aussicht, dann wird ein Beweisfoto gemacht und auf der App hochgeladen.
Mit einem Blick auf die Uhr wird klar: Wir müssen einen Gang zulegen, wenn wir den Actionbound in einer angemessenen Zeit bewältigen wollen. Die Stationen Zehntscheune, Burgkirche und Unterburg sind schnell geschafft. Am Urweltmuseum wollen wir es uns jedoch nicht nehmen lassen, den „Klingenden Steinen“ vorm Eingang ein paar Töne zu entlocken. Mit einem Gummihammer schlagen wir auf die langen, dunklen Klangstäbe. Sie sind aus massivem Granit, und jeder von ihnen erzeugt einen anderen Ton. Heute Spielplatz – früher Burgzwinger: An der letzten Station zeigt sich, wer gut aufgepasst hat. Ein Quiz zu allen Stationen stellt unser Wissen auf die Probe. Noch einmal konzentrieren. Und dann heißt es: geschafft!
Draisinentour zu gewinnen
Durch die vielen Umwege waren wir zwar deutlich länger unterwegs als vorgesehen, Spaß gemacht hat’s trotzdem. Wir haben viel Neues über die Burg erfahren – und vorerst sogar den ersten Platz belegt. Das kann sich aber schnell ändern: Bisher haben nämlich erst 22 Teams teilgenommen. Zu gewinnen gibt’s übrigens auch etwas: Unter allen Spielern, die den Actionbound bis zum 30. September absolvieren, verlost die Touristinformation Pfälzer Bergland eine Draisinentour.