Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Burg Lichtenberg: Der Sage auf der Spur

Höhlenforscher Manfred Gauda lässt eine Taschenlampe in die Zisterne am Bergfried ab.
Höhlenforscher Manfred Gauda lässt eine Taschenlampe in die Zisterne am Bergfried ab.

Was kluge Baumeister zur Wasserversorgung ihrer Burgen errichteten, versucht Manfred Gauda aufzudecken. Sein Spezialgebiet sind Brunnen und Zisternen. Auf Burg Lichtenberg geht er einer alten Sage auf den Grund.

Wie gelangte einst das Wasser hoch zur Burg? Was heute selbstverständlich anmutet, ist in Wahrheit genauso geschichtsträchtig wie das Gemäuer selbst. Diese Geschichte aufzudecken, ist Manfred Gaudas Aufgabe. Er ist Höhlenforscher und Mitglied der Höhlenforschergruppe in Karlsruhe. Seine Arbeit ist das Abseilen, das Erkunden und das Entdecken. In engen Schluchten, dunklen Passagen, dort kennt er sich aus. Das Problem: So viele gibt es davon in Kaiserslautern nicht. Dafür ist die Pfalz reich an schönen Burganlagen und tiefen Brunnenschächten. „Bis zu 100 Meter können diese Brunnen in den Boden reichen“, berichtet Gauda. Viele hat er schon untersucht. Er kennt sich aus: „Die Tiefe, die Bauart – jede Brunnenlange weist individuelle Merkmale auf.“

Alte Tonrohre werfen Fragen auf

Sein Weg auf die Burg Lichtenberg am Dienstag ist kein Zufall. Er erzählt, dass im Nachbarort Körborn vor vielen Jahren alte Tonrohre gefunden wurden, die eine unterirdische Wasserversorgung zur Burg vermuten lassen. Beweise gibt es dafür nicht, nur Geschichten, die die Zeit überdauert haben. Fast wie eine Sage. „Die Burg muss gut mit Wasser versorgt gewesen sein“, erklärt der Experte. Insgesamt vier Wasser-„Objekte“ sind auf der Anlage zu finden, alles Zisternen. „Eine Zisterne ist ein Sammelbecken, um Wasser zu fangen“, sagt Gauda. Beispielsweise vom Dach. „Ein Brunnen hingegen sammelt Wasser aus den Erdschichten.“

Gaudas Theorie: Vielleicht liefert ein Blick in die Zisterne am Bergfried Anhaltspunkte dafür, dass tatsächlich mal eine externe Rohrverbindung zur Burg existiert hat.

Die Wahrheit in der Tiefe

Gesagt, getan. Mit dabei ist Andreas Rauch, der Burgverwalter. Im Boden ist die Zisterne durch einen klobigen Metalldeckel verschlossen. Rauch schraubt diesen auf und klappt ihn zurück. Dabei wird eine verrostete Leiter sichtbar. Der Grund ist durch die Dunkelheit kaum zu erkennen. Erst Gaudas Taschenlampe enthüllt die Wahrheit in knapp 4,5 Metern Tiefe: Die ursprüngliche Bausubstanz ist kaputt. Sie wurde vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts beim Einsetzen eines Hochbehälters zerstört. „Dafür wissen wir jetzt mehr“, sagt Rauch. Auch Gauda sieht es sportlich. Er will auf die Burg zurückkehren, um die anderen Zisternen zu vermessen. Am Ende plant er, einen Bericht über die Wasserversorgung der Burg zu verfassen. Genug zu erzählen gebe es auf jeden Fall, sagt er.

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