Kusel / Reichweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Brennholz wird deutlich teurer

Die Nachfrage nach Brennholz ist dem Forstamt Kusel zufolge deutlich gestiegen.
Die Nachfrage nach Brennholz ist dem Forstamt Kusel zufolge deutlich gestiegen.

Im Schatten des Ukraine-Konflikts schießt der Ölpreis in die Höhe. Seit längerem weist der Preis für Erdgas ebenfalls nach oben. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise ist Holz als Brennstoff für die Heizungen stark gefragt. Aber auch die Preise für Brennholz ziehen an.

„Die Nachfrage nach Brennholz ist deutlich gestiegen“, registriert Gabi Kleinhempel, Leiterin des Forstamtes Kusel. In den „enorm gestiegenen“ Energiepreisen und den vergleichsweise immer noch moderaten Preisen für Brennholz sieht sie dafür den Beweggrund. Trotz der stärkeren Nachfrage könnten aktuell die Bestellungen für den Winter 2021/22 noch bedient werden, sagt die Forstamtsleiterin. Für die nächste Heizperiode 2022/23 empfiehlt sie Interessenten, schon jetzt Bestellungen beim Forstamt aufzugeben.

Nachdem die Preise in den vergangenen fünf Jahren unverändert geblieben seien, wurden Anfang 2022 die Brennholzpreise um rund fünf Prozent angehoben, ergänzt Kleinhempel. Für den Festmeter Hartlaubholz, das am Weg gepoltert ist, sind nun ab 52 Euro zu zahlen. Laubweich- und Nadelholz kosten ab 35 Euro je Festmeter. Für Holz, das im Wald liegt und vom Käufer selbst aufgearbeitet wird, sind zwischen 23 und 33 Euro je Raummeter zu zahlen. Dabei orientiert sich der Preis an Gelände, Lage und Baumart nach Einschätzung des Revierleiters.

30.000 Festmeter Einschlag

Im Bezirk des Forstamtes Kusel beläuft sich der Holzeinschlag im Kommunal- und Staatswald auf rund 30.000 Festmeter jährlich. Etwa die Hälfte davon wird als Industrie- und Bauholz vermarktet.

Einen „gewaltigen“ Anstieg der Holznachfrage verzeichnet auch der Brennholzhandel Wahl in Reichweiler. Bereits Ende September seien alle Vorräte verkauft gewesen, berichtet Peter Wahl, der das Geschäft mit Sohn Jörg betreibt. Und die Anfragen seien seither nicht abgerissen. Anfang 2021 habe man die Preise für Buchen- und Eichen-Brennholz um drei bis vier Prozent erhöht. Nadelholz sei nicht gefragt. Für einen Raummeter ofenfertiges trockenes Laubholz, das im Umkreis von 20 Kilometer frei Haus geliefert wird, liegt der Preis Wahl zufolge für eine Scheitlänge von 33 Zentimetern bei 90 Euro, für 25 Zentimeter bei 95 Euro. Ein Raummeter Holz im Bündel kostet 80 Euro. Dass kürzere Stücke zu 25 Zentimetern stärker nachgefragt sind, führt Wahl auf neuere Öfen der Kunden zurück.

Preise schwanken regional

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Nadelholz zum Brennen von Juni bis Dezember 2021 um rund 20 Prozent gestiegen. Ein Raummeter Fichte (33 Zentimeter) kostete im bundesweiten Durchschnitt mehr als 80 Euro. Regional schwankten die Preise zwischen 57 und 105 Euro je Raummeter.

Laubholz zum Heizen hat sich den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2021 um etwa 13 Prozent verteuert. Im Mittel kostet ein Raummeter Buchenscheite (33 Zentimeter) knapp 100 Euro. Regional schwanken die Preise zwischen 73 und 130 Euro je Raummeter.

x