Kusel Bremer Jugendgruppe schlägt Zelte im Stadtpark auf

Eine Woche lang hatte die Jugendgruppe aus Bremen ihre Zelte im Kuseler Stadtpark aufgeschlagen.
Eine Woche lang hatte die Jugendgruppe aus Bremen ihre Zelte im Kuseler Stadtpark aufgeschlagen.

Bremen zu Besuch in Kusel: Seit einer Woche zelten die Kinder und Jugendlichen des Jugendfreizeitheims Gröpelingen/Bremen im Kuseler Stadtpark. Ihr Ziel: das Musikantenland erkunden.

Etwa 550 Kilometer liegen zwischen Bremen und Kusel, knapp sechseinhalb Stunden Autofahrt. Für Jonas Seibert war es eine Reise in die Heimat. Er stammt aus Konken, ist in Kusel aufgewachsen und seit eineinhalb Jahren Sozialarbeiter im Jugendfreizeitheim Gröpelingen/Bremen. In Kooperation mit der Stadt Kusel, dem Jugendhaus Altenglan und der Kontaktstelle Holler hat Seibert eine Freizeit organisiert. Gemeinsam mit 14 Kindern und Jugendlichen und seiner Kollegin Manja Rau schlug der Sozialarbeiter im Kuseler Stadtpark bis Mittwoch, 19. Juli, die Zelte auf – im wahrsten Wortsinne, um das Kuseler Land kennenzulernen.

Die Bremer Brüder Omar (11) und Mohammed (12) sind begeistert von der Fahrt ins Ländliche. „Es gefällt uns sehr gut. Es gibt hier viele spannende Sachen. Und die Umgebung mit viel Natur ist voll schön“, sagt Omar. Das Zelten im Stadtpark sei super, auch wenn das Lager am Samstag im Zuge des Gewitters kurz überschwemmt worden sei. In Erinnerung bleibe auch das Essen, der Nudelauflauf zum Beispiel und die „Grumbeersupp“. Die Sprechweise ist ein Beleg dafür, dass die beiden Jungen auch etwas Pfälzisch gelernt haben. „Ich glaube, man sagt ,Gumorsche’ für ,Guten Morgen’“, sagt Mohammed und lacht. Er wie auch Omar sind sich sicher: Sie waren nicht das letzte Mal in Kusel.

Höhepunkt: Burg Lichtenberg

Auch die anderen Kinder seien „wahnsinnig beeindruckt von allem hier“, sagt Seibert, obwohl sie zuvor wenig bis nichts von der Kreisstadt gehört haben. „Wenn man in Norddeutschland aufwächst, kennt man Süddeutschland nicht“, erläutert Seibert die Idee hinter dem Zeltlager. „Und ich kenne so gut wie niemanden aus Kusel, der bereits in Bremen war. Also dachte ich, es wäre doch spannend, einen Jugendaustausch zu machen.“ Die Kuseler Geschichte mussten die Bremer Jugendlichen aber nicht büffeln. Für viele sei es aber schon deshalb interessant gewesen, da es sich beim Reiseziel um Seiberts Heimat handelte. Aus diesem Grund hätten die Teilnehmer vorab im Internet recherchiert. Die im Netz gefundenen Orte habe die Gruppe dann vor Ort gemeinsam erkundet.

Höhepunkt sei für alle ein Besuch auf Burg Lichtenberg gewesen. „Die Jugendlichen fanden die Aussicht gigantisch“, erzählt Sozialarbeiterin Manja Rau. „Es war toll für sie zu sehen, dass es hier in der Landschaft so viele Hügel gibt aber auch die gut erhaltene alte Stadt. In Bremen ist viel zerbombt worden. Und hier hat man eine Altstadt, durch die man laufen kann. Dann die Sauberkeit und die Gemütlichkeit der Kleinstadt – das war sehr schön für alle.“

Demo, Kinett und Straßenfest

Außerdem auf dem Programm standen ein Besuch im Kuseler Schwimmbad, ein Fußballspiel in der Erstaufnahmeeinrichtung (AfA) Kusel sowie ein Ausflug zu einem Kletterpark. Das Geburtstagsstraßenfest der Kontaktstelle Holler am Sonntag durfte ebenfalls nicht fehlen. Dort wurden die Brüder Omar und Mohammed als Assistenten von Zauberer Markus Lenzen auf die Bühne geholt. „Ich bin seit Jahren mit Bastian (Drumm) gut befreundet“, betont Seibert, „war früher oft Besucher der Kontaktstelle und habe hier mein Jahrespraktikum für die Erzieherschule gemacht.“

Trotz weiterer Besuche im Kinett (Space Pop Festival) und der Teilnahme an der Demo gegen Rassismus am Samstag „könnten wir eigentlich noch mehr machen“, betont Rau. Allerdings fehle die Zeit. Am Mittwoch, 19. Juli, steht die Heimreise nach Bremen an. Sofern alles glatt läuft, steht im kommenden Jahr der Gegenbesuch einiger Jugendlicher in Bremen an. „Die könnten dann auch gerne bei uns in der Einrichtung schlafen“, wirbt Jonas Seibert.

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