Lauterecken
Betrugsverdacht bei Niehoffs Vaihinger: Wohl Schaden in Millionenhöhe
Laut Staatsanwaltschaft Kaiserslautern besteht der Verdacht, dass seit 2012 falsch deklarierte Rechnungen für Transportleistungen ausgestellt worden sein, die nie oder nicht im angegebenen Umfang stattgefunden haben. Beschuldigte seien ein ehemaliger und ein aktueller Mitarbeiter „eines Unternehmens des Karlsberg-Konzerns“ sowie drei Logistikunternehmer in Hessen und in Nordrhein-Westfalen.
Am Dienstag ließ die Staatsanwaltschaft 20 Geschäfts- und Wohnräume durchsuchen, um Beweise für gewerbsmäßigen Betrug zu suchen; darunter auch Niehoffs Vaihinger in Lauterecken sowie die Karlsberg-Zentrale im saarländischen Homburg. Es sei umfangreiches Material gesichert worden. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Staatsanwaltschaft von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Dass die Kaiserslauterer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen führt und nicht die für Homburg zuständige Staatsanwaltschaft Saarbrücken, deutet darauf hin, dass Niehoffs Vaihinger der Hauptgeschädigte sein könnte.
Karlsberg: Wir sind die Geschädigten
Von Niehoffs Vaihinger war keine Stellungnahme zu erhalten. Karlsberg-Sprecherin Petra Huffer bestätigte auf Anfrage die Durchsuchungen auf dem Brauereigelände. Nähere Angaben machte sie nicht. Karlsberg trage „nach allen Kräften zur Aufklärung bei“ und sei zurzeit noch dabei, Informationen zusammenzutragen. „Wir sind in dieser Sache die Geschädigten“, betonte sie.
Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft ist eine Tochter der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach KGaA. Diese gehört mehrheitlich der Karlsberg-Gruppe. Der Jahresumsatz wurde zuletzt mit 65 Millionen Euro angegeben, die Mitarbeiterzahl mit 126. Vor vier Jahren hatte der Fruchtsafthersteller zwölf Millionen Euro in eine neue Abfüllanlage samt Halle investiert. Im Jahr werden hier rund 600.000 Hektoliter abgefüllt, darunter Säfte der bekannten Marke Merziger. Mineralwasser wie Schloss Veldenz und auch Marken wie Afri-Cola und Bluna.
