Leichtathletik Berglandtrail: Warum alle im Kreis Kusel laufen

Der einzige Teilnehmer aus dem Kreis Kusel: Patrick Metz aus Ulmet, ein Fußballer, der nach dem Ende seiner Fußballerkarriere da
Der einzige Teilnehmer aus dem Kreis Kusel: Patrick Metz aus Ulmet, ein Fußballer, der nach dem Ende seiner Fußballerkarriere das Laufen für sich entdeckt hat.

80 Läuferinnen und Läufer nahmen am zehnten Pfälzer Berglandtrail teil. Auch ein Teilnehmer aus dem Landkreis Kusel war dabei.

150 Kilometer und 3400 Höhenmeter galt es beim Berglandtrail innerhalb von drei Tagen zu bewältigen. Von den 80 Teilnehmer liefen 70 die gesamte Distanz, während zehn Läufer in Staffeln antraten.

Die beeindruckende Herausforderung meisterte auch Patrick Metz aus Ulmet, der einzige Vertreter aus dem Kreis Kusel. Für Metz, der sich erst vor einem Jahr nach dem Ende seiner Fußballkarriere dem Laufsport gewidmet hat, war es der erste derartige Ultratrail. Zuvor hatte er fünf Halbmarathonläufe und einen Marathon absolviert. „Es könnte durchaus passieren, dass ich den Berglandtrail nicht schaffe“, äußerte sich Metz noch beim Start am Freitagmorgen auf Burg Lichtenberg skeptisch. Doch er zeigte sich dennoch optimistisch: „Trotz der großen Tortur bin ich optimistisch, dass es hinhaut.“ Letztendlich hat er die große Kraftanstrengung gemeistert und erreichte das Ziel am Sonntagmittag auf Burg Lichtenberg.

„Die Strecke hier ist herrlich“

Auch Mike Bartholme aus Freisen, seit neun Jahren in der Laufszene aktiv, stellte sich der Herausforderung. „Manche Strecken des Pfälzer Berglandtrails sind bekannt, da ich aus der Gegend komme“, sagte er. Trotz der Möglichkeit, zu Hause zu übernachten, fuhr er täglich zur Wolfsteiner Jugendherberge, wo die meisten Teilnehmer untergebracht waren. Es gebe immer wieder tolle Gespräche, sagte Bartholome. Zu den Läufern zählte auch Volker Dörr aus Speyer. Der ehemalige Bergsteiger suchte nach ungefährlicheren Herausforderungen und widmete sich dem Laufsport. Er absolvierte bereits einen 130-Kilometer-Lauf mit 4500 Höhenmetern in der Eifel und einen 100-Kilometer-Ultramarathon auf die Zugspitze. Besonders herausfordernd sei für ihn auch ein Citymarathon in Singapur bei 30 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit gewesen.

Besonders beachtenswert: Die 82-jährige Monika Dewald, die seit 45 Jahren als Marathonläuferin aktiv ist. „Mittlerweile mache ich mehr Märsche, da habe ich mehr Zeit. Dann weiß ich, dass das Ziel noch nicht abgebaut ist“, erklärte sie humorvoll. Den Sieg sicherten sich in diesem Jahr zwei bekannte Gesichter: Jan Fischer aus Köln und Iris Groß aus Öhringen. Fischer, der im Vorjahr nach zwei Jahren krankheitsbedingt aufgeben musste, lief dieses Mal zu einem überlegenen Sieg. „Die Strecke hier ist herrlich. Der Pfälzer Berglandtrail war bisher der härteste Laufwettbewerb, den ich geschafft habe. Aber es war schön“, resümierte er.

Jugendherberge für weitere acht Jahre gebucht

Iris Groß, die bereits im Vorjahr als Siegerin hervorgegangen war, verteidigte erfolgreich ihren Titel. Sie schätzt die familiäre Atmosphäre der Veranstaltung und den abwechslungsreichen Streckenverlauf. „Es ist reizvoll zu sehen, was man alles aus seinem Körper herausholen kann“, so Groß.

Günter Bergs, Organisator und Initiator des Berglandtrails, zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung. Mehrmals wurde er von Teilnehmern für seinen Einsatz gelobt. „Ein Teilnehmer, der ins Ziel kommt, sagt einfach „Danke“ – das ist für mich Motivation genug, weiterzumachen“, erklärte Bergs.

Die nächste Austragung des Berglandtrails ist bereits gesichert: Die Wolfsteiner Jugendherberge ist für die kommenden acht Jahre gebucht. Mit Unterstützung von fünf Helfern sowie Unterstützung durch den Landkreis, die Verbandsgemeinde und lokale Betriebe konnte die Veranstaltung auch dieses Jahr erfolgreich durchgeführt werden. Bürgermeister Stefan Spitzer, der den Lauf zum letzten Mal eröffnete und die Siegerehrung vornahm, bezeichnete den Berglandtrail als „eine super Sportveranstaltung, die sich etabliert hat“. Der Pfälzer Berglandtrail sei nicht nur ein sportliches Glanzlicht, sondern auch eine touristische Attraktion, die Sportler aus ganz Deutschland und darüber hinaus anziehe.

Mit 82 Jahren die älteste Teilnehmerin: Monika Dewald aus Offenbach.
Mit 82 Jahren die älteste Teilnehmerin: Monika Dewald aus Offenbach.
x