Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bauarbeiten an B420 sollen bald starten

Die Ortsdurchfahrt Offenbach-Hundheim wird auf gut einem Kilometer saniert.
Die Ortsdurchfahrt Offenbach-Hundheim wird auf gut einem Kilometer saniert.

Der Ausbau der B420 in Offenbach-Hundheim steht bevor. Noch vor der Sommerpause sollen die Arbeiten beginnen, die in sechs Abschnitten durchgeführt werden sollen. Ein Vertreter des Landesbetriebs Mobilität erklärt: Eine vierwöchige Vollsperrung sei jedoch nicht zu umgehen.

Der Gemeinderat von Offenbach-Hundheim setzte in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend einen wichtigen Meilenstein auf dem langen Weg hin zum Ausbau der Ortsdurchfahrt, der Bundesstraße 420. Mit zehn zu vier Stimmen bei einer Enthaltung verabschiedete das Gremium eine Vereinbarung mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), die unter anderem regelt, in welchem Umfang der Bund, das Land, die Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde an der Finanzierung der Bauarbeiten beteiligt werden.

Damit kann der LBM nun damit beginnen, die Bauarbeiten auszuschreiben. „Unser Ziel ist es, die Arbeiten noch vor der Sommerpause vergeben zu können. Wenn uns das gelingt, können wir mit dem ersten Bauabschnitt noch in diesem Jahr fertig sein“, skizzierte Stephan Bartenbach vom LBM einen ersten vorsichtigen Bauzeitenplan. Der gesamte Ausbau der B420 auf einer Länge von 1130 Metern durch das Dorf werde rund zwei Jahre in Anspruch nehmen und in sechs Abschnitten vorgenommen werden, erklärte Bartenbach.

Vierwöchige Vollsperrung

Geplant sei, dass die Arbeiten im Westen beginnen und am Ortsausgang Richtung Lauterecken abgeschlossen werden. Obwohl das Dorf mit der Hauptstraße in Offenbach über eine gute innerörtliche Umleitung verfüge, müsse insbesondere beim ersten Bauabschnitt mit einer rund vierwöchigen Vollsperrung der B420 gerechnet werden, kündigte Bartenbach an. Ziel sei es, die Infrastruktur im Dorf möglichst wenig zu behindern, weshalb man beispielsweise die Bauabschnitte so geplant habe, dass das Café in der Hauptstraße entweder von der einen oder der anderen Seite angefahren werden könne. Auch werde der Omnibusverkehr während der Bauarbeiten nach Möglichkeit durch die Hauptstraße geleitet.

Der Einrichtung weiträumiger Umleitungsstrecken steht der Vertreter des LBM eher skeptisch entgegen: „Durch die sozialen Netzwerke verbreiten sich heute Ausweichstrecken innerhalb kürzester Zeit. Diese Erfahrung konnten wir bei ähnlichen Bauprojekten in den jüngsten Jahren verstärkt beobachten.“

Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Ausbaus bezifferte er auf rund 4,6 Millionen Euro, wovon die Gemeinde rund 650.000 Euro zu schultern hat. „Der Bund übernimmt den Ausbau der Straße bis zu den Bordsteinen, während sie für die Gehwege und die beiden Bushaltestellen verantwortlich ist“, fasste Bartenbach die Zuständigkeiten grob zusammen. Entgegen der ursprünglichen Planung und wegen einer Forderung des Verteidigungsministeriums wird die B420 im Bereich der Ortslage eine Breite von sieben Metern erhalten. Es waren 6,50 Meter vorgesehen gewesen.

Bartenbach: „Das wirkt sich positiv auf den Gemeindeanteil an den Arbeiten aus. Je mehr Straße gebaut wird, desto weniger muss sie für die Bürgersteige bezahlen.“ Das wurde auch von Ortsbürgermeister Peter Stein unterstrichen, der betonte, dass Offenbach-Hundheim im Vergleich zu anderen Orten, in denen die Bundesstraße ausgebaut wurde, „sehr günstig davonkomme“.

Bürgerversammlung vor Sommerpause

Eines der Ziele des Ausbaus ist es, den Verkehr im Dorf nachhaltig abzubremsen. Dazu werden an den beiden Ortseingängen sogenannte Verschwenkungen errichtet, mehrere Querungshilfen sowie eine Fußgängerampel im Bereich der Brückenstraße sind zudem vorgesehen. Bartenbach empfahl dem Rat, nach der Vergabe der Arbeiten und noch vor der Sommerpause eine Bürgerversammlung einzuberufen. Zu diesem Zeitpunkt könne man bereits konkrete Aussagen über den Bauzeitenplan treffen.

Dem Grundsatzbeschluss war in der Ratssitzung am Montagabend eine mehr als zweistündige angeregte Diskussionen vorausgegangen, bei der zahlreiche Aspekte der Planung sowie der Klauseln des Vertrags zum Teil überaus kontrovers und sehr emotional diskutiert wurden. Insbesondere ein Passus, der beim für den Ausbau notwendigen Grunderwerb auf die Möglichkeiten der Zwangsenteignung hinweist, ließ die Gemüter im Rat hoch kochen.

Kritisiert wurde auch die Verschwenkung Richtung Lauterecken, durch die die ohnehin schon wenigen Parkplätze in diesem Bereich zusätzlich reduziert würden. Zudem wurde mehrfach der Wunsch geäußert, dass der Bürgersteig, der nach den Planungen des LBM mindestens 1,50 Meter breit sein soll, in weiten Abschnitten auf 1,25 Meter reduziert werde, da kaum Fußgänger unterwegs seien. Der LBM-Beauftragte Bartenbach erklärte, dass auch während des Ausbaus Planänderungen möglich seien, außerdem gebe es während der Bauarbeiten einen wöchentlichen „Jour fixe“ unter anderem mit Vertretern der Baufirma, seiner Behörde und der Gemeinde.

Der Ausbau der Bundesstraße scheint im Ort von großem Interesse zu sein, war der Zuschauerraum im Gemeinde- und Feuerwehrhaus am Montag doch bis fast auf den letzten Platz besetzt.

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