Föckelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Babyboom auf dem Potzberg: Zahlreiche Tiere haben Nachwuchs im Wildpark

Auch das Habichtkauzpärchen hat Nachwuchs bekommen. Das Küken wird allerdings im Bayerischen Wald ausgewildert.
Auch das Habichtkauzpärchen hat Nachwuchs bekommen. Das Küken wird allerdings im Bayerischen Wald ausgewildert.

Im Wildpark Potzberg können die Besucher viele Jungtiere beobachten, denn bei zahlreichen Bewohnern hat es Nachwuchs gegeben. Doch nicht alle Babys, die im Wildpark auf die Welt kommen, überleben. Und nicht alle bleiben ihr Leben lang auf dem Potzberg.

Gänse, Lamas, Nutrias und Kaninchen haben in den vergangenen Wochen im Wildpark Potzberg bereits Nachwuchs bekommen. Bei dem Großteil der Tierarten wird erst im Mai mit Nachwuchs gerechnet. Mit Spannung wird die Geburt eines Zebras erwartet.

Die Artenvielfalt auf dem Potzberg ist groß. „Vom Murmeltier bis zum Elch ist alles in unserem Wildpark vertreten“, sagt Wildparkbetreiber Harald Schauß. 200 Greifvögel, die sich in 40 verschiedene Arten gliedern, leben im Wildpark Potzberg, ebenso 800 Säugetiere 40 verschiedener Arten.

Mutter verstößt missgebildetes Jungtier

Im Frühjahr kommen die meisten Jungtiere zur Welt. Es sei immer wieder spannend, zu sehen, ob bei der Geburt alles gut geht, sagt Schauß. Auch danach ist nicht sicher, dass alle Tierbabys durchkommen. Er habe Kontakt zum Tierpark Berlin. Dort sei kürzlich ein Bartgeier, eine seltene Art, nach wenigen Tagen gestorben. Vermutlich habe sich das Jungtier von der schützenden Wärme des Muttertieres entfernt und sei dann erfroren, nennt Schauß einen möglichen Grund.

Auch ihm sei kürzlich ein missgebildeter Seeadler eingegangen. Das Küken sei mit einer verkrüppelten Schwinge zur Welt gekommen, zudem sei der obere Teil des Schnabels zu lang gewesen. Das Muttertier habe den Adler wegen seiner Missbildungen verstoßen. „Da ist die Natur gnadenlos.“ Er habe versucht, den Adler mit der Hand aufzuziehen. Nach drei Tagen sei das Tier trotz aller Bemühungen verendet. So etwa sei jedoch eine Ausnahme. Im Wildpark überlebten mehr als 90 Prozent der neugeborenen Tiere. Doch manchmal habe man einfach Pech. „In der freien Natur überlebt nur ein Jungtier von zehn“, berichtet Schauß.

Die Babykaninchen sind besonders bei den kleinen Besuchern beliebt.
Die Babykaninchen sind besonders bei den kleinen Besuchern beliebt.

Neue Bewohner: Zebras und Nutrias

Derzeit sind schon eine ganze Reihe an Jungtieren zu sehen. Beliebt bei den kleinen Besuchern seien die Babykaninchen, die im Wildpark frei herumlaufen.

Die kleinen Wildschweinferkel flitzen schon munter durch ihr Gehege.
Die kleinen Wildschweinferkel flitzen schon munter durch ihr Gehege.

Die kleinen Wildschweinchen flitzen durch ihr Gehege. Schon eine stattliche Größe haben die vor wenigen Wochen geborenen Lamas erreicht. Zwei weiße und ein schwarzes Lama sind dazugekommen. Die Graugänse ziehen eine große Schar an Nachwuchs auf.

Schon nach wenigen Wochen haben die Lamas eine stattliche Größe erreicht.
Schon nach wenigen Wochen haben die Lamas eine stattliche Größe erreicht.

Im vergangenen Jahr hat der Wildpark drei Zebras erhalten. Zwei Stuten und einen Hengst. Nun erwartet eine Stute zum ersten Mal Nachwuchs. Für den Wildpark wäre es das erste neugeborene Zebra. Eine Besonderheit, denn: „Man muss abwarten, ob das Fohlen die Geburt überlebt“, sagt Schauß.

Die Graugänse ziehen eine große Schar an Nachwuchs auf.
Die Graugänse ziehen eine große Schar an Nachwuchs auf.

Relativ neu im Wildpark ist auch ein Pärchen Nutrias, zu dem jetzt gleich mehrere hinzugekommen sind.

Seit vergangenem Jahr leben auch Nutrias im Wildpark.
Seit vergangenem Jahr leben auch Nutrias im Wildpark.

Im Mai wird ebenfalls Nachwuchs erwartet

Auch ein Habichtskauzpärchen hat Nachwuchs bekommen. Das Küken wird allerdings nicht sein Leben lang im Wildpark bleiben. Wenn es groß genug ist, wird es im Nationalpark Bayerischer Wald ausgesetzt. Denn der Wildpark Potzberg nehme an einem Ansiedlungsprogramm des Nationalparks teil, informiert Schauß. Dabei seien gleich mehrere Zoos mit im Boot. Diese erhielten für ihre Arbeit kein Geld, betont der Wildparkbetreiber. Er wolle mit seiner Beteiligung dazu beitragen, die Vogelvielfalt im Bayerischen Wald zu erhöhen.

Bei vielen Tieren im Wildpark lasse der Nachwuchs aber noch auf sich warten. Dies sei auch besser so, denn es sei zurzeit einfach zu kalt. Im Mai, wenn es wärmer werde, könnten sich die Besucher auf viele neue Jungtiere im Wildpark freuen, kündigt Schauß an.

Zootierpfleger ist beliebter Ausbildungsberuf

Auch was Fachkräfte in der Einrichtung angeht, ist der Nachwuchs gesichert. Im Wildpark Potzberg werden aktuell sechs Zootierpfleger ausgebildet. Seit 2006 ist der Zoo Ausbildungsbetrieb. Die Nachfrage nach einer Ausbildungsstelle ist groß: „Im Jahr erreichen uns fast 100 Bewerbungen“, erzählt Schauß. Anfang August werden drei weitere Lehrlinge eingestellt.

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