Kusel
Bärbel Schmitt übernimmt Präsidentschaft beim Lions-Club
Wie einschneidend Corona auf das Clubleben der Lions wirkt, hat schon Vorgängerin Marx zu spüren bekommen. Diverse Veranstaltungen, die sie für die zweite Halbzeit ihrer Regentschaft vorgesehen hatte – vor allem solche zur Stärkung des Zusammenhalts –, sind dem Virus zum Opfer gefallen.
Immerhin: Die karitative Tätigkeit hat fast gar nicht gelitten. Mehr als 27.000 Euro sind als Spenden an diverse Einrichtungen gegangen. Die 62-jährige Oberin des St. Wendeler Krankenhauses hat dabei vor allem die Themen Kultur und Jugendarbeit verknüpft, hat Chöre und Musikvereine durch ihre Organisation unterstützen lassen. Denn: Gutes zu tun ist eine der Hauptaufgaben der Lions, deren Kuseler Sektion vor 18 Jahren gegründet worden ist.
Nachfolger steht schon fest
Jährlich wechselt die Präsidentschaft – und zwar so, dass ein nahtloser Übergang und Kontinuität gewährleistet sind. Dem König der Löwen steht jeweils ein Stellvertreter zur Seite, der im kommenden Jahr an die Spitze der Nahrungskette rückt. Daher ist schon jetzt klar, dass der protestantische Dekan Lars Stetzenbach im kommenden Jahr die Führung übernimmt.
Der scheidende Präsident verbleibt ein weiteres Jahr als „Past-Präsident“ dem Vorstand erhalten und kann sich weiterhin einbringen. Und damit die Thronfolge längerfristig gesichert ist, gibt es auch noch einen zweiten Stellvertreter. Der übernimmt dann zwei Jahre später.
Gebürtige Schwäbin
Nun also ist Bärbel Schmitt an der Reihe. Die 49-jährige Schwäbin mit Wohnsitz in Kusel führt gemeinsam mit ihrem Mann eine Firma für Büromöbel in Baumholder. Geboren in Stuttgart, studierte sie Wirtschaftsingenieurwesen in Kaiserslautern, wurde dadurch fortwährend sesshaft in der Westpfalz. Nach der Heirat konzentrierte sie gemeinsam mit ihrem Mann dessen bisherige Tischlerei auf Büromöbel, packte den Handel mit Büroausstattung hinzu. Heute hat die Firma 15 Mitarbeiter, ist unter anderem spezialisiert auf die Entwicklung ganzer Büro-Konzepte.
Bei den Lions ist die Mutter zweier Teenager schon seit gut 16 Jahren, ist nun das dritte weibliche Lions-Oberhaupt in Folge. Ihre Amtszeit, das weiß sie, steht unter keinem guten Stern. Wegen Corona ist der Europäische Bauernmarkt abgesagt, bei dem die Lions mit einem Büchermarkt alljährlich 1000 bis 1500 Euro für die gute Sache erwirtschaftet haben.
Weihnachtslos bleibt
Das Weihnachtslos hingegen wird es auf jeden Fall wieder geben. Allerdings bleibt die Frage: in welcher Form. Schmitt rechnet damit, dass die Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona weniger Preise spenden werden. Sie hofft, dass dadurch die Attraktivität der Aktion nicht leidet, für die im vergangenen Jahr alle 3200 Lose verkauft wurden. Gut 25.000 Euro bleiben alljährlich als Erlös hängen – und fließen dann in karitative Projekte, die der Vorstand gemeinsam aussucht und den Mitgliedern vorschlägt.
Apropos Mitglieder: Die Lions wünschten sich schon einen Mitgliederzuwachs. So ein bis zwei jüngere pro Jahr, beziffert Schmitt, damit der Altersschnitt nicht zu sehr steigt. Allerdings hat auch hier Corona erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir hatten ein paar Namen, die wir ansprechen wollten. Aber dann konnten diese Gespräche nicht stattfinden“, bedauert Marx. Die stehen jetzt auf Schmitts Halbjahresprogramm. „Eines für das ganze Jahr kann man ja nicht machen. Man weiß nicht, was noch kommt.“