Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Autoverwerter Closter schließt: Platz für Seniorenpark und Wohngebiet

Seit 1967 hat die Familie Closter, unser Bild zeigt einen Teil des Areals und dahinter das Sportgelände des TuS Schönenberg, alt
Seit 1967 hat die Familie Closter, unser Bild zeigt einen Teil des Areals und dahinter das Sportgelände des TuS Schönenberg, alte Autos verkauft und verschrottet.

Der Autoverwerter Closter schließt Ende 2023 seinen Betrieb in der Bruchstraße. Für das Gelände sowie für Grundstücke in der Nachbarschaft haben Investoren aus dem Saarland ein Konzept vorgelegt mit Seniorenpark und Wohngebiet. Profitieren soll auch der TuS Schönenberg.

Eine Ära geht zu Ende. Die Familie Closter geht, die Brüder Dieter und Volker Geimer kommen. Die Closters haben seit 1967 in Schönenberg-Kübelberg alte Autos verkauft oder verschrottet und mit gebrauchten Einzelteilen gehandelt. Die Geimers (mit Wurzeln in Schönenberg-Kübelberg) führen in Homburg ein alteingesessenes Renault-Autohaus und sind über ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft auch mit der Entwicklung von Immobilienprojekten vertraut.

Zusammen mit der Schmeer Immobilienentwicklung und -vermarktung mit Sitz in Saarbrücken haben die Brüder Geimer das Areal der Firma Closter gekauft. „Das Geschäft hat sich schon länger angebahnt“, sagt Dieter Geimer auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Verhandlungen mit der Familie Closter hätten sich über Jahre hingezogen. Bis Dezember 2023 müsse die Closter-Autorecycling GmbH ihr bisheriges Betriebsgelände räumen, ab Mitte/Ende 2024 wollen die Brüder Geimer und der Projektentwickler Schmeer ihr Konzept im Süden Schönenberg-Kübelbergs umsetzen. Investiert werde, so viel ließ sich Dieter Geimer entlocken, ein hoher zweistelliger Millionenbetrag.

Neue Sportanlage für den TuS

Die Baupläne der Investoren machen allerdings nicht halt an den bisherigen Grenzen des Closter-Areals mit seinen knapp 5,5 Hektar Größe, sondern umfassen insgesamt rund 13,4 Hektar Gesamtfläche. Einschließlich des Geländes des TuS Schönenberg. Der Deal: Die Investoren bauen dem Verein an anderer Stelle – hinter dem Closter-Areal, in Richtung Sportplatz Sand – eine neue Sportanlage mit zwei Spielfeldern. Auch der Bau einer kleinen Sporthalle und eines Sportheims ist geplant. Auf dem bisherigen TuS-Gelände an der Zwerchstraße entstehen dafür etwa 37 Bauplätze. Mit dem Verkauf der Bauplätze soll die Errichtung der Sportanlagen finanziert werden, sagt Dieter Geimer.

Der TuS ist über die Pläne informiert. Der Verein liebäugelt schon länger mit einer neuen Sportstätte, ist aber noch vorsichtig, was die Beurteilung der Pläne der saarländischen Investoren angeht. Der TuS mache nur mit, „wenn die Pläne unseren Vorstellungen entsprechen“, sagt der Vereinsvorsitzende Timo Molter. „Die Investoren wissen, was wir wollen“, ergänzt er. Eine Sporthalle müsse unbedingt dabei sein. Mit den vorgesehenen Maßen (15 mal 19 Meter) wäre Molter einverstanden. Das würde der Turnabteilung genügen. Darüber hinaus stellt Molter klar: Der Geländetausch dürfe mit keinen hohen finanziellen Verpflichtungen für den Verein verbunden sein. Und: „Erst müssen die neuen Sportanlagen gebaut sein, dann erst wird unser jetziges Gelände freigegeben“, sagt Molter.

Rund 50 Bungalows

Das sichert Dieter Geimer zu. „Wir wollen dem TuS gerecht werden“, sagt er. Der Neubau der Sportanlage sei deshalb der erste Schritt, der zur Realisierung des Gesamtprojekts unternommen werde. Weitere Schritte sollen unmittelbar folgen: Zum Konzept der Investoren gehören neben der Wohnbebauung auf dem jetzigen TuS-Gelände ein Seniorenpark (betreutes Wohnen, Pflege) mit Haupthaus und rund 50 Bungalows auf einem Teil des bisherigen Closter-Grundstücks sowie Gastronomie und Freizeitangebote. In der Bruchstraße ist zudem ein Mischgebiet geplant. Nicht tangiert von den Bauplänen ist der nahe Glan-Blies-Fahrradweg. Er spielt dennoch eine wichtige Rolle: Der stark frequentierte Radweg „wird einbezogen in unser gastronomisches Angebot“, kündigt Dieter Geimer an.

„Mer sin Scheenebercher“

Bis zum ersten Spatenstich dauert es zwar voraussichtlich noch zwei- bis zweieinhalb Jahre, doch die Planungen für das Großprojekt laufen. Letzte Verhandlungen mit Grundstückseigentümern müssten noch geführt und einige Verfahrenshürden übersprungen werden. Beispielsweise müsse der Flächennutzungsplan geändert werden. Aber darin sieht Ortsbürgermeister Thomas Wolf kein Problem. „Für uns als Ortsgemeinde hat sich etwas aufgetan, das wir am Schopf packen müssen“, sagt er.

Dass steigende Zinsen und Baukosten die Investition noch gefährden könnten, denkt Dieter Geimer nicht. „Das werden wir mit einkalkulieren. Es schreckt uns nicht ab“, sagt er. Zumal ihm das Projekt am Herzen liegt: Bis zu seinem achten Lebensjahr lebte er in Schönenberg-Kübelberg, die Eltern stammen aus dem Ort, sagt er. Der Vater habe sogar beim TuS Fußball gespielt. Sein Bruder und er sagen, „Mer sin Scheenebercher“.

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