Lauterecken
Ausblick 2024: Trotz Enge findet sich genügend Raum für kleine Mitbürger
Wie viel Geld nun wieder flöten geht, war leicht zu überschlagen: „So um die 56.000 Euro“ sind es, die die Lauterecker nach Angaben der Stadtbürgermeisterin noch zusätzlich hinblättern müssen. Mit dieser Summe schlägt die vorgesehene Erhöhung der Kreisumlage zu Buche, die Ende des Monats aller Voraussicht nach besiegelt wird. „Wir kriegen alles weggenommen“, stellt Isabel Steinhauer-Theis mit einem Seufzen fest. Klar: Die Stadt zahlt auch die höchste VG-Umlage. Folge: „Von den guten Einnahmen, die wir dank unseres starken Mittelstands haben, bleibt nix.“
Jammern aber hilft ja nur begrenzt. Und deshalb ist Isabel Steinhauer-Theis durchaus auch ein bisschen stolz darauf, dass mit vereinten Kräften ein städtischer Haushaltsplan fürs laufende Jahr ausgetüftelt werden konnte, der den Anforderungen der Aufsicht Stand gehalten hat. „Er steht und ist genehmigt“, sagt sie erfreut. Die Stadtbürgermeisterin betont dabei die Gemeinsamkeit, das „Wir“: Beigeordnete, Stadtrat, alle Mitstreiter – „wir arbeiten zusammen, für die Entwicklung unserer Stadt“ anstatt gegeneinander und mit stetem Blick auch auf parteipolitische Interessen. Die Stadtchefin nimmt für sich in Anspruch, von Anfang an auf Transparenz und Beteiligung aller großen Wert gelegt haben. Das gute Miteinander hat sie auch bewogen, sich – Stand heute – für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung zu stellen.
Rund 20 Bauplätze ins Auge gefasst
Gemeinsam sei einiges gelungen, etwa zuletzt die Fahndung nach weiterem Einsparpotenzial. Eine Erhöhung der Realsteuer-Hebesätze sei indes unvermeidbar gewesen. Für die Grundsteuer B ist der Satz von 480 auf 515 geklettert. „Wir müssen uns für 2025 Gedanken machen, wie wir es vermeiden, die Bürger noch mehr zu belasten“, sagt die Stadtchefin, die für das Gebaren der Mainzer Landesregierung („fernab jeglicher Realität“), die den ländlichen Raum zunehmend weiter schwäche, keinerlei Verständnis aufbringen kann.
„Corona hat einiges ausgebremst“, stellt sie fest, als Hemmschuh wirken in Lauterecken weitere Gegebenheiten, die nicht zu ändern sind. Die Topographie beispielsweise. „Wir liegen halt mal in einem Tal mit Hochwassergefahr.“ Die Lage mache eine Erweiterung der Siedlungsfläche praktisch unmöglich. Ein einziges Wohngebiet sei noch denkbar, und das sei – nachdem eine ältere Planung für dasselbe Areal inzwischen zu angestaubt sei –, neu auf den Weg gebracht worden. Am Stadtrand Richtung Wiesweiler, an der Sombernonstraße, ist noch etwas Platz für rund 20 Bauplätze. Die Mühlen der Bürokratie sind fleißig in gewohntem „Tempo“ am Mahlen. Wann der erste Bauherr loslegen kann, steht noch in den Sternen. Die Enge macht es auch schier unmöglich, noch weitere Gewerbeflächen auszuweisen. Man habe im Grunde nur noch einen Platz übrig.
Kita: Platz für Provisorium gefunden
Immerhin ist ein drängendes Problem gelöst, das ebenfalls mit – in diesem Falle ganz akutem – Platzmangel zusammenhängt: Der Kindergarten droht aus den Nähten zu platzen. Die Kita in Überlauterecken, die unter Trägerschaft der protestantischen Kirchengemeinde Lauterecken steht, muss erweitert werden. 20 weitere Kitaplätze braucht es in der Einrichtung, die auch Kinder aus Hohenöllen und Heinzenhausen, aus Cronenberg und Lohnweiler besuchen. Inzwischen aber ist der Weg gebahnt für eine provisorische Lösung. Container finden Platz direkt nebenan. Der Stadt sei es gelungen, zu annehmbaren Konditionen die Nachbarimmobilie samt Wohnhaus zu erwerben, freut sich Steinhauer-Theis. Möglichst schnell soll dem unabdingbaren Kita-Neubau Bahn bereitet werden.
Nicht neu gebaut, aber mächtig aufgehübscht werden soll die Roseninsel – einer der Marksteine im neuen Stadtsanierungsgebiets, dessen Gestaltung seit vergangenem Sommer in trockenen Tüchern ist. Da wird sich einiges tun. Laut Bürgermeisterin laufen schon viele Gespräche mit möglichen Investoren im privaten Bereich.
LED-Leuchten: Lücken sollen sich schließen
Was im laufenden Jahr auch ansteht, ist die öffentliche Beleuchtung. Die sei zu etwa zwei Dritteln schon modernisiert, jetzt soll mit Förderung auch der Rest auf LED-Technik umgestellt werden. Kommen soll auch ein neues Informationssystem, das Besuchern ab der Ankunft am Bahnhof vor Augen führt, was an Wichtigem wo zu finden ist.
Isabel Steinhauer-Theis freut sich über ein „junges Team“, das sich der Mitorganisation städtischer Festivitäten angenommen hat. Neben dem Heimatfest als Höhepunkt steht eine besondere Feier im Jahreskalender: Mitte Mai wird dem Beginn der Städtepartnerschaft gedacht: Eine Delegation aus Sombernon in Burgund wird zum Fest anlässlich des 50. Jumelage-Jubiläums erwartet.