Kusel / Thallichtenberg
Abiturienten feiern Abiball-Ersatz auf Burg Lichtenberg
„Man hat sich schon etwas leer gefühlt, so ganz ohne offizielle Zeugnisübergabe und den Abiball, auf den wir uns schon so lange gefreut hatten,“ sagt Abiturientin Lena Braun. Gerade der Ball sei ein schöner Anlass, einen Schlusspunkt unter die Schulzeit zu setzen und noch einmal gemeinsam zu feiern, bevor jeder seiner Wege geht. Diesen emotionalen Schlusspunkt wollen die Abiturienten nun am kommenden Samstag auf Burg Lichtenberg setzen. Geplant war der Abiball eigentlich für den 28. März in der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle.
„Schon als wir unser mündliches Abitur hatten, wurde spekuliert, dass wir den Ball absagen müssen – und kurz darauf war dann klar, dass wir nicht feiern dürfen“, erinnert sich Clara de Oliveira Seyler, wie Braun Mitglied des Organisationskomitees. Doch man sei über eine WhatsApp-Gruppe in Kontakt geblieben. „Als dann die ersten Lockerungen kamen, reifte der Plan, den Abiball nachzuholen“, sagt Braun. „Wir haben dann am 25. Juli eine neue Orga-WhatsApp-Gruppe erstellt und uns am 13. August zum ersten Mal zur Planung getroffen“, ergänzt Seyler. Auf der Unterburg von Burg Lichtenberg zu feiern, sei dann eher eine spontane Idee gewesen.
Stände statt Buffet
Dann musste alles ganz schnell gehen, unter anderem auch ein Hygienekonzept erstellt werden. „Da hat uns Bastian Drumm geholfen“, sagt Seyler. „Weil ich wusste, dass er gerade ein Festival auf der Burg plant, habe ich ihn angerufen und er hat uns sein Hygienekonzept gerne zur Verfügung gestellt, das wir dann für uns anpassen konnten.“
Ein Buffet, wie es für den eigentlichen Ball geplant war, darf coronabedingt nicht angeboten werden. „Stattdessen haben wir einen Ausschankwagen von Getränke Simon, einen Stand von Boll Burger, einen von der Pizzeria Ziegelhüttee und einen von der Eisdiele San Marco organisiert“, zählt Braun auf.
Die Gäste, jeder Abiturient darf bis zu vier Begleitpersonen mitbringen, werden an Biergarnituren sitzen – immer zwei Familien pro Tisch. Für die Abiturienten selbst gibt es einen großen Pavillon. Und selbstverständlich braucht es auch Musik. Dafür wird die Band „Contrast“ sorgen.
Etwas enttäuschend sei, dass von den Lehrern so wenig Rückmeldungen kamen. „Wir haben 60 Einladungen verschickt und nur zwölf Rückmeldungen bekommen“, bedauert Braun. „Das ist schon schade, wir waren so lange dort und hätten uns gewünscht, dass die ein oder andere Zusage mehr kommt“, fügt Seyler hinzu.
Schon jetzt Gänsehaut
Doch so oder so werde es ein schöner und wohl auch sehr emotionaler Abend. „Schon wenn ich jetzt daran denke, bekomme ich Gänsehaut“, sagt Braun. „Ich denke schon, dass da am Samstag noch einmal sehr viele Gefühle hochkommen werden.“ Schließlich habe man die meisten Mitschüler schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen.
„Und die noch einmal alle zu treffen, gemeinsam zu feiern und Abschied zu nehmen, bevor wir alle unserer Wege gehen, darauf freuen wir uns am meisten“, sagt Seyler. Schade sei nur, dass der ein oder andere mittlerweile schon im Ausland sei und nicht dabei sein könne. „Aber vielleicht finden wir ja einen Weg, die auch mit einzubinden – wir haben da schon Ideen“, sagt Seyler mit einem verheißungsvollen Schmunzeln.