Kusel Zur Sache: Weiterbildungszentrum geplant

Placeholder-Image

„Es geht nicht nur darum, die leeren Arztpraxen neu zu besetzen. Man muss einen Schritt weiterdenken“, sagt Gregor Mainzer, der kaufmännische Leiter und Prokurist des Medizinischen Versorgungszentrums Conmedico in Meisenheim. Die Idee sei, auf mittlere Sicht ein Weiterbildungszentrum zu etablieren, das jungen Ärzten unmittelbar nach dem Studium die fachärztliche Weiterbildung zum Allgemeinmediziner ermögliche und ihnen dadurch der Beruf des Landarztes schmackhaft gemacht werde. „Das Projekt ist kurz vor dem Start. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr loslegen können“, sagte der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Gerald Gaß, gestern auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Die Weiterbildungsermächtigung bei der Landesärztekammer sei beantragt, und mit dem Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim, dem das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Conmedico angeschlossen ist, erfülle man alle Voraussetzungen für die fünf Jahre dauernde Weiterbildung. Im Gesundheitszentrum decke man den stationären Bereich mit Chirurgie und Innerer Medizin und mit dem MVZ auch den ambulanten Bereich ab. „Wir können jungen Leuten alles aus einer Hand bieten, um den Facharzttitel für Allgemeinmedizin zu erwerben“, beschrieb Gaß. Drei Jahre der Weiterbildung müssen junge Mediziner als sogenannte Weiterbildungsassistenten in einer niedergelassenen Praxis absolvieren. „Über das Projekt schaffen wird es, junge Leute nach dem Studium an die Standorte, zum Beispiel nach Lauterecken und Wolfstein, zu bringen. Dort können sie lernen, und wir haben die Chance, den Landarztberuf für sie interessant zu machen“, sagte Gaß. Um die jungen Leute erst einmal in den ländlichen Raum zu locken, strebe man eine Kooperation mit dem Lehrstuhl für Allgemeinmedizin der Universität Mainz an. „Da sind wir in Gesprächen.“ Zudem habe man ein Stipendienprogramm auf den Weg gebracht, das als weiterer Anreiz dienen soll. „Die Jungmediziner müssen dieses nicht zurückzahlen, wenn sie im Weiterbildungszentrum anfangen“, sagte der Geschäftsführer. Viel Unterstützung habe man von Seiten der Kommunalpolitik und der Ärztekammern erhalten. „Meines Wissens gibt es kein vergleichbares Projekt in Rheinland-Pfalz.“ Die Kosten konnte Gerald Gaß noch nicht genau beziffern. Während der Weiterbildungsphase erhalten die jungen Mediziner das Gehalt eines Assistenzarztes – rund 5000 Euro. Hinzu kommen die Kosten der Verwaltungsarbeit. „Aber das gehört auch dazu, wenn man ein so aufwendiges Projekt angeht“, so der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses. (hlr)

x