Kusel Zurück auf die Schulbank
50 Jahre alt wird das Gebäude der Grundschule in St. Julian in diesem Jahr – ein Grund zum Feiern, wie nicht nur die Verbandsgemeinde als Träger der Schule findet, sondern auch die Schüler, die Lehrer und die Eltern. Doris Horbach, Schülerin des allerersten Jahrgangs an der Schule, hat noch einmal eine Unterrichtsstunde besucht und über ihre Erinnerungen an die Schulzeit berichtet.
„Momentan steht alles im Zeichen der Feier“, sagt Schuldirektor Simon Rühmann. Am morgigen Freitag steigt die Party anlässlich des 50-jährigen Bestehens in und um die Schule – und bis dahin ist noch einiges zu tun. Doch schon im Vorfeld der Feier empfingen die Grundschüler ganz besonderen Besuch: Doris Horbach – eine Schülerin des ersten Jahrgangs an der Schule – besuchte noch einmal eine Unterrichtsstunde und erklärte den Schülern der vierten Klasse von Lehrerin Silke Weber so einiges darüber, wie es vor 50 Jahren war. „Der Saal sieht ganz ähnlich aus wie unserer damals“, erinnert sich Horbach auf den ersten Blick. „Wir waren auch im obersten Stockwerk, aber auf der anderen Seite des Gebäudes – und unser Saal war nicht so schön geschmückt“, berichtet sie den Schülern von heute. Die ehemalige Schülerin erinnert sich noch sehr gut an die Zeit an der Schule, an ehemalige Lehrer und natürlich an die Mitschüler – denn neben den Erinnerungen sind auch viele Freundschaften bis heute geblieben. „Viele wohnen noch hier in der Gegend, aber eine – die Leonie aus Eschenau – wohnt mittlerweile in den USA, drei andere leben in Mainz und einer in St. Ingbert“, zählt Horbach auf. Zumindest mit einigen von ihnen gibt es am Freitag ein Wiedersehen, denn rund 20 Ehemalige haben sich auf ihre Einladung hin angekündigt. „Die Schule begleitet mich schon seit es sie gibt“, sagt Horbach, deren beide mittlerweile erwachsenen Töchter ebenfalls hier zur Schule gingen. Nur vier Jahre, nachdem sie die neunte Klasse abgeschlossen hatte, kam Horbach zurück nach St. Julian und war noch bis vor vier Jahren tagtäglich in unmittelbarer Nähe der Schule – als Leiterin der Kindertagesstätte, die nur wenige Schritte entfernt liegt. Außerdem war sie Klassenelternsprecherin und später Schulelternsprecherin und spielt bis heute in der Schulturnhalle regelmäßig Faustball. Als Doris Horbach den Saal betritt, weicht die kurzzeitige Verwunderung des einen oder anderen Schülers schnell – denn so mancher kennt sie noch aus dem Kindergarten. „Wir waren keine gemischte Klasse, sondern nach Mädchen und Jungs getrennt“, schildert sie den Viertklässlern – das entlockt der Klasse ein mitleidiges „Oooooh!“. „Es gab zwei Klassen – in meiner waren 30 Mädchen und in der anderen etwa genausoviele Jungs“, fügt sie hinzu. Und noch etwas war anders: „Wir haben auch nicht nebeneinander gesessen wir ihr, sondern hatten Einzeltische.“ Die heute 64-Jährige kam in der neunten Klasse an die neue Schule in St. Julian. Es war die erste neunte Klasse überhaupt – vorher war die Schule nach der achten Klasse beendet gewesen – und ein „Kurzschuljahr“. „Eigentlich war ich nur von Dezember 1966 bis zu den Sommerferien 1967 hier – aber diese neun Monate haben mich sehr stark geprägt“, erinnert sich Horbach. „Wenn ich an Schule denke, denke ich an St. Julian.“ Eingeschult wurde sie in Ulmet, später ging sie in Niederalben zur Schule. „Da gab es zwei Säle. In einem wurden die Klassen eins bis vier unterrichtet, im anderen die Stufen fünf bis acht.“ Kein Vergleich zu heute. Auch sei der Unterricht „viel lebendiger geworden“. Und ganz so streng sei es heute auch nicht mehr. „Wenn ich mich an die Zeit in Ulmet erinnere – da wurden montags schon mal das Taschentuch und die Hände kontrolliert, ob auch alles sauber war. Und wenn ein Mädchen mal mit struppigen Haaren zur Schule kam, hat die Lehrerin auch mal die Zöpfe neu geflochten.“ Morgen wird in St. Julian Geburtstag gefeiert. Los geht’s um 12 Uhr, um 14 Uhr folgt der offizielle Teil mit Ansprachen und Aufführungen der Kinder. Und weil die Kita nur wenige Schritte entfernt liegt, feiert diese kurzerhand mit: In der Einrichtung gibt’s die neuen Räume zu entdecken, die in den vergangenen Monaten angebaut worden sind. Für die Kinder von Kindertagesstätte und Grundschule gibt es während des Festes etliche Spielstationen und -angebote, Erwachsene dürfen sich unter anderem über einen Nostalgie-Klassensaal freuen, der so eingerichtet ist wie vor 50 Jahren. Die Schulchronik, die zum ersten Mal verkauft wird, bietet viel Material zum Stöbern. Später geht es in ein eigens für die Vorführung aufgebautes Zirkuszelt auf dem Sportplatz St. Julian, wo gegen 17 Uhr eine von den Kindern eingeübte Vorstellung über die Bühne geht. Dafür trainieren die Erst- bis Viertklässler und die Vorschulkinder der Kita mit speziell ausgebildeten Zirkuspädagogen. Info Das Schulfest findet am Freitag, 5. Mai, ab 12 Uhr statt. Eingeladen sind ausdrücklich auch ehemalige Schüler der Schule in der Lenschbach. Von 12 bis 14.30 Uhr versorgt der Förderverein der Grundschule alle mit Würstchen und Fleischkäse, anschließend übernehmen die Eltern des Kindergarten-Fördervereins und servieren Kaffee und Kuchen. Spielt das Wetter mit, findet das Fest auf dem neugestalteten Schulhof statt. Bei schlechtem Wetter wird die Turnhalle genutzt.