Kusel Zum Auftakt fleißig mit Ideen jongliert

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Mit der Zukunftskonferenz am Montagabend in Waldmohr begann der Bewerbungsprozess der Verbandsgemeinden Glan-Münchweiler, Schönenberg-Kübelberg, Waldmohr, Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl und Ramstein-Miesenbach als Leader-Region. Wird die Aktionsgruppe Westrich-Glantal ausgewählt, winken ihr Fördermittel von rund 1,75 Millionen Euro. Bis Ende Januar wird nun ein regionales Entwicklungskonzept erarbeitet.

Der Festsaal des Bürgerhauses in Waldmohr platzte am Montagabend aus allen Nähten. Rund 170 Leute nahmen an der Zukunftskonferenz teil und diskutierten über Stärken, Schwächen und Entwicklungschancen der Region. „Wir haben richtig Werbung gemacht. Dass so viele kommen, hatte ich nicht erwartet“, sagte Klaus Schillo, ab 1. Januar Bürgermeister der Verbandgemeinde Glan-Münchweiler. „Es waren 70 Personen zur Veranstaltung angemeldet“, ergänzte Michaela Janné vom Unternehmen „entra“. Die Zukunftskonferenz war zugleich der Auftakt des Bewerbungsprozesses der Aktionsgruppe Westrich-Glantal – hierzu gehören die sechs Verbandsgemeinden aus den Kreisen Kusel und Kaiserslautern – als Leader-Region. Leader steht für „Liason entre actions de développement de l′ économie rurale“ und bedeutet übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Wird die Aktionsgruppe Westrich-Glantal vom Land Rheinland-Pfalz ausgewählt, „könnten zwischen 2015 und 2020 Projekte aus verschiedenen Handlungsbereichen mit insgesamt 1,75 Millionen Euro gefördert werden“, erläuterte Klaus Layes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach. Im Zentrum des Programms steht die Beteiligung der Bürger. „Die Menschen aus der Region wissen am besten, woran es fehlt“, sagte Moderatorin Janné. So war es auch an den Zuhörern, Stärken, Schwächen und Entwicklungschancen ihrer Region aufzuzeigen. Auf der einen Seite bemängelten die Bürger Leerstände, kaputte Straßen, veraltete Spielplätze, Lücken im Netz des Nahverkehrssystems (ÖPNV) oder den Ärztemangel fest. Auf der anderen Seite wurden die schöne Landschaft, die Lage der Region mit direktem Anschluss an die Autobahn sowie die zahlreichen Bemühungen im Bereich Tourismus positiv hervorgehoben. „Alle Eingaben der Bürger werden in den Handlungsfeldern Innenentwicklung, Daseinsvorsorge, Freizeit/Tourismus, Natur- und Umwelt sowie Wirtschaft berücksichtigt und in konkrete Projekte umgewandelt“, kündigte Michaela Janné an und ergänzte: „Bislang gab es acht konkrete Vorschläge, wobei viele Anwesende ihre Ideen auch heute Abend schon eingereicht haben.“ Auch an den jeweiligen Thementischen wurde im Laufe des Abends fleißig mit Ideen jongliert. „Bei der Daseinsvorsorge müsste die Infrastruktur für Jung und Alt verbessert werden“, wünschte sich ein Besucher. Die Idee, generationenübergreifende Veranstaltungen zu organisieren, wurde auf einem großen Poster festgehalten. Die Liste der Anregungen wurde auf Pinnwänden gesammelt: Mehr Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer, bessere Vernetzung der Unternehmen und deren Austausch in Gewerbevereinen, hieß es auf dem Plakat für Wirtschaft und regionale Wertschöpfung, Bürgerhilfen und Fahrgemeinschaften für ältere Mitbürger wünschten sich andere im Handlungsfeld Innenentwicklung. „Man könnte die Region doch auch als Tor zur Pfalz bewerben“, wurde im Bereich Touristik vorgeschlagen. „Es sind viele produktive Vorschläge dabei, die es nun zu verfolgen gilt“, sagte Karl-Heinz Schoon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg. Sein Amtskollege Klaus Layes ergänzte: „Das Interesse der Bürger macht Mut für den gesamten Bewerbungsprozess.“ In drei Workshops werden die Ergebnisse der Zukunftskonferenz konkretisiert. Im Anschluss wird anhand der eingegangenen Impulse das Regionale Entwicklungskonzept erstellt, das neben der Entwicklungsstrategie bis 2020 auch einen Budgetplan und die Beteiligungsstrukturen näher beleuchten soll. (hlr)

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