Kusel
Zufriedenstellende Weinlese in Offenbach-Hundheim und Wolfstein
Unter besten spätsommerlichen Wetterbedingungen haben Hobbywinzer an Glan und Lauter am Samstag die Weintrauben des Jahrgangs 2019 geerntet. In den Weinbergen bei Offenbach-Hundheim und Wolfstein fiel die Lese bei Menge und Qualität zufriedenstellend aus.
Die Offenbacher Winzerbrüder wurden von rund 30 Helfern unterstützt, die mit Eimern und Scheren ausgestattet das Lesegut in der Lage „Klostergarten“ sammelten, wie Hugo Grill berichtet. Bestockt ist der Klostergarten oberhalb der Glangemeinde mit 1200 Rebstöcken, davon 800 der roten Rebsorte „Regent“ und 400 mit der weißen Rebe „Phönix“, einer Neuzüchtung.
Mengenmäßig sei es „kein Superjahrgang“, sagt Grill. Die Vögel hätten sich in dem Weinberg ordentlich von den süßen Beeren bedient. Aber mit der Weinqualität sind die Winzerbrüder den Angaben zufolge zufrieden. Das Refraktometer, das Messgerät für den Zuckergehalt der Traube, habe für den „Regent“ ein Mostgewicht von 96 Grad Oechsle angezeigt. Beim „Phönix“ lag der Wert tiefer, obwohl die Beeren im Geschmack süsser erschienen, erläutert Grill.
Ausbau in Edelstahlfässern
Zu Lamentieren gebe es keinen Anlass, folgten auf magere doch auch wieder fette Jahre, weiß der Hobbywinzer, der mit einer Handvoll Mitstreitern 1999 den Weinberg angelegt und damit die Tradition des Weinbaus in Offenbach wieder belebt hatte. Von den Initiatoren seien nur noch er selbst und Lothar Gerhauser dabei, berichtet Grill.
Auf Lese und Keltern folgt der Ausbau des Weins in Regie der Winterbrüder in Edelstahlfässern im Ortsteil Hundheim. Das Abfüllen übernimmt der Winzerbetrieb Rohr in Raumbach bei Meisenheim. Offenbacher Landwein, der nicht dem Eigenverbrauch dient, wird im Direktabsatz sowie über das „Haus der Kulinarischen Landstraße“ in Konken, das Restaurant „Alter Keiler“ in Horschbach sowie das Kuseler Bistro „Revilo“ vermarktet, wie Grill erläutert.
Zufrieden im zweiten Jahr
Hoch zufrieden mit der Weinlese sind die Wolfsteiner Weinfreunde. Unter Superbedingungen hätten am Samstag knapp 20 Helfer am Steilhang unterhalb der Burg Neu-Wolfstein fünf Bütten Trauben geerntet, bilanziert Thorsten Moser. Nachdem im Jahr 2018, als die Weinfreunde mit der Pflege der 2500 Quadratmeter Rebfläche gestartet waren, Pilzbefall der Trauben den Ertrag dezimiert hatte, wurden in diesem Jahr Anfängerfehler vermieden und bei Menge und Qualität ein gutes Ergebnis erzielt.
Er rechne für den Jahrgang 2019 mit einer Menge von 800 Litern, die Trauben der roten Dornfelderrebe wiesen ein Mostgewicht von 80 Grad Oechsle auf, sagt Moser: „Wir haben ziemlich viel richtig gemacht.“ Die Trauben hätten eine gute Reife gehabt und seien von der Kirschessigfliege verschont geblieben. Wegen drohender Verluste durch Vogelfraß sei die Lese etwas vorgezogen worden.
Verkostet werden kann der Landwein aus Wolfstein zusammen mit Erzeugnissen des Raumbacher Winzers Rohr bei moderierten Weinproben, beim Herbstmarkt oder im Advent, wenn die Weinfreunde den Rathauskeller öffnen, wie Moser ankündigt.