Kusel „Wir sind eine schöne Braut“

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Glan-Münchweiler. „Das hätte ich mir nicht unbedingt gewünscht für den Start.“ Klaus Schillo, seit 1. Januar Bürgermeister der Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler, hat für die nächsten Wochen und Monate das wichtigste Thema überhaupt auf der Agenda: die Gebietsreform. Ende Februar, Anfang März soll der Verbandsgemeinderat entscheiden, mit wem Gespräche geführt werden.

In der vergangenen Woche hatte Schillo die Ratsmitglieder und die Ortsbürgermeister eingeladen zu einer Informationsveranstaltung. Dabei wurde die Situation dargestellt und verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt. Eine davon: Zusammenschluss mit den Verbandsgemeinden Schönenberg-Kübelberg und Waldmohr. Eine andere Überlegung wäre, die Verbandsgemeinde um einzelne Ortsgemeinden zu vergrößern. Doch zu dieser Möglichkeit habe das Land klar gesagt: Es muss zukunftsfähig sein. Der Bürgermeister betont, er könne und wolle sich nicht festlegen, der Verbandsgemeinderat müsse entscheiden, mit wem man in Verhandlungen tritt. Zwar habe die Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler keinen Bedarf, doch es sei klar: Wir werden bei Fusionen dabei sein. Und Schillo weiß auch: „Wir sind eine schöne Braut mit einer ordentlichen Mitgift.“ Sprich: Die Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler mit ihren geregelten Finanzen und geringer Umlage würde sich mancher gerne zum Partner machen. Kämpfen werde man darum, dass bei einer wie auch immer gearteten Fusion Glan-Münchweiler Verwaltungsstandort bleibe. Schließlich werden gerade die Dienstgebäude der Verwaltung saniert. Das hatte Energiespar-Gründe, doch gab es auch einen Unterhaltungsstau. Beim Gebäude in der Homburger Straße sind etliche Arbeiten bereits abgeschlossen, der Rest folgt, ebenso das zweite Gebäude in der Bahnhofstraße. Insgesamt 376.000 Euro werden dafür aufgewendet. Wann mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses in Steinbach begonnen werden kann, ist laut Schillo noch unklar. Da das Gelände außerhalb liegt, musste zuerst Baurecht geschaffen werden, noch sind Pachtfragen zu klären. Auch die Kanalisation wird wieder mit etlichen Maßnahmen zu Buche schlagen. Der Bürgermeister weist auch jetzt bereits darauf hin, dass mit Fertigstellung der Kläranlage in Niedermohr die Gemeinden Niedermohr und Schrollbach von der Kläranlage Glan-Münchweiler abgehängt werden, also Einnahmen wegfallen. Dies könne bedeuten, dass die Kanalgebühren erhöht werden müssten, da die festen Kosten ja gleich blieben. Gut sieht es in Sachen Haushalt aus: Für 2014 wurde er nicht nur ausgeglichen, die sogenannte freie Finanzspitze erhöhte sich sogar von geplanten 163.000 auf 350.000 Euro. Auch für dieses Jahr ist eine freie Finanzspitze von 134.000 Euro eingeplant. Die Schülerzahlen sind stabil, trotzdem, so betont Schillo, muss die Realschule plus um ihren Erhalt kämpfen – kein Wunder angesichts der vielen weiterführenden Schulen ringsum. Der Tourismus in der Verbandsgemeinde soll vorangebracht werden. Deswegen ist die Gründung eines Arbeitskreises geplant. Positiv überrascht war der Bürgermeister von der Beteiligung der Bürger an der Lokalen Aktionsgruppe Westrich-Glantal. Schillo, der in der Lenkungsgruppe ist, ist sicher: „Auch wenn wir keine Anerkennung als Leader-Region bekommen, hat man einen Handlungskatalog für sinnvolle Maßnahmen.“ Auch in Glan-Münchweiler überlegt man, die fünf Kindertagesstätten in Trägerschaft von Gemeinden in die der Verbandsgemeinde zu übernehmen. So könne man zum Beispiel flexibler beim Austausch von Personal sein. Doch brauche man hierfür die Zustimmung der Gemeinden. Intern wurde die Verwaltung umgestaltet: Ingolf Hewer, der frühere Stellvertreter Schillos, wurde zum Leiter der Abteilung für Ordnung und Soziales. Schulen und Kitas werden jetzt von der Zentralabteilung mit betreut, den Abteilungsleitern wurde mehr Verantwortung übertragen. (ba)

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