Kusel Windelabfuhr alle 14 Tage kostet extra

Auch in Zukunft können Windeln wieder in roten Säcken abgefahren werden, die extra gekauft werden müssen.
Auch in Zukunft können Windeln wieder in roten Säcken abgefahren werden, die extra gekauft werden müssen.

Die Verwaltung hat dem Kreisausschuss ein Konzept zur Abfuhr von Windeln vorgelegt. Zusätzliche Windeltouren waren während der Beratungen und Beschlussfassungen zum neuen Abfallwirtschaftskonzept gefordert worden, weil mit der Einführung der Biotonne der Restmüll ab 2019 nur noch alle vier Wochen geleert wird. Haushalte, die den Windelservice nutzen, müssen wohl rund 60 Euro im Jahr extra zahlen.

Vor allem die Freien Wähler hatten sich seit Jahresbeginn für zusätzliche Windelabfuhren stark gemacht. Das am Montagnachmittag vom Kreisausschuss beschlossene Konzept sieht vor, dass Windeln, die nicht mehr in die Restmülltonne passen, auch weiterhin in roten Abfallsäcken gesammelt werden. Diese müssen für nach vorläufiger Kalkulation drei Euro das Stück gekauft werden und werden ohne weitere Gebühren wie bisher bei der Leerung der Restmülltonnen mit eingesammelt. Weil das Müllauto aber ab 2019 nur noch alle vier Wochen vorfahren wird, kann bei der Kreisverwaltung eine zusätzliche Abfuhr der roten Säcke beantragt werden (wir berichteten bereits). Geschieht dies, erfolgt die Abfuhr wie bisher alle 14 Tage. Der Landkreis wird für die zusätzliche Sammlung eigenes Personal und ein eigenes Fahrzeug einsetzen und rechnet nach heutiger Rechnung mit einer zusätzlichen Gebühr von fünf Euro und Monat. Dieser Kalkulation liegt die Annahme zugrunde, dass durchschnittlich 750 Haushalte mit Kleinkindern oder pflegebedürftigen Angehörigen den Service nutzen. Die Abfuhrmenge für Windeln ist nach den bisherigen Plänen auf fünf Säcke pro Haushalt und Abfuhr beschränkt. Ende 2019 will der Landkreis das Konzept und seine Akzeptanz aber noch einmal überprüfen und bei Bedarf anpassen, hieß es im Kreisausschuss. Alle Fraktionen waren sich in der Sitzung einig, dass sie die Kosten für das Windeltaxi lieber auf alle Haushalte im Landkreis umgelegt hätten. „Das wären dann 1,20 Euro im Jahr pro Haushalt“, rechnete etwa Wolfgang Frey (Grüne/Bündnis 90) überschlägig. Diese solidarische Lösung ist aber nicht möglich, weil der Landkreis bereits einmal mit dem Versuch gescheitert ist, die Kosten für eine zusätzliche Windeltonne auf alle Bürger umzulegen. Es gab eine Klage, der familien- und pflegefreundliche Service wurde bei Gericht abgeschmettert (wir berichteten mehrfach). Das ab 2019 geltende Abfallkonzept ist noch nicht abschließend kalkuliert. Die detaillierte Kostenaufstellung für die Haushalte ist für Herbst zu erwarten und dann auch Thema im Kreistag.

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