Kusel Weniger Straftaten, mehr aufgeklärte Fälle

91-82853855.jpg

Weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote für das Jahr 2015 – bei der gestrigen Präsentation der Kriminalstatistik legten der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Lauterecken, Michael Schmidt, und sein Kollege Bernhard Christian Erfort die niedrigsten und zugleich besten Zahlen seit dem Jahr 2011 vor.

Wenngleich jede Statistik mit Unsicherheiten behaftet ist, wie Michael Schmidt auch einräumt, lasse sich dennoch der Schluss ziehen, dass sich die Bürger im Bereich der Lauterecker Inspektion, zu der die Verbandsgemeinden Lauterecken-Wolfstein und Meisenheim gehören, „relativ sicher fühlen können“. Damit dies in Zukunft auch so bleibt, würden die Beamten der Polizeiinspektion weiterhin Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen und mit Engagement ermitteln, versicherte Schmidt. Gegenüber dem Jahr 2014 sank die Zahl der Straftaten um 148 auf 1106. Da einige Fälle von der Kriminaldirektion in Kaiserslautern bearbeitet wurden und im Falle jugendlicher Täter das Wohnortprinzip gilt, wonach die Strafverfolgungsbehörde am Wohnort des Jugendlichen zuständig ist, hatten die Beamten in Lauterecken noch 1010 Fälle auf dem Tisch. Das machte im Schnitt etwa drei Fälle pro Tag, die zu bearbeiten waren. 720 Taten konnten aufgeklärt werden, wodurch die Aufklärungsquote (65,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahr nach oben schnellte und im Fünf-Jahresvergleich den Höchststand markiert. Über alle Straftatgruppen hinweg sind die Fallzahlen gesunken. Im Bereich der Rohheitsdelikte, wozu beispielsweise Körperverletzung, Raub und Bedrohung zählen, wurden 214 Fälle registriert, 237 waren es im Jahr zuvor. Rückläufig auch die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei innerhalb dieser Gruppe die Zahl des Waren- und Kreditbetrugs im Internet stieg. Schmidt geht davon aus, dass es in diesem Bereich eine hohe Dunkelziffer gibt, da wahrscheinlich nur ein Teil dieser Delikte angezeigt werde. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen ist gesunken, und zwar von 200 im Jahr 2014 auf 149 in 2015. Die Beamten zählten auch weniger Drogendelikte: 46 in 2015 gegenüber 62 in 2014. Fast ein Drittel aller Straftaten sind Eigentumsdelikte. Dabei handelt es sich um einfachen Diebstahl und um Diebstahl unter erschwerten Bedingungen. Mehr als die Hälfte diese Delikte konnten die Beamten aufklären. Die Zahl der Wohnungseinbrüche mit Diebstahl ist auf 30 gestiegen, im Vorjahr waren es 23. Neun dieser Straftaten ereigneten sich am Tage. Was die Täter angeht – 579 wurden ermittelt, – ergibt sich laut Schmidt das klassische Bild: „Etwa drei Viertel der Täter sind männlich, ein Viertel weiblich“. Etwa jeder achte Straftäter ist Ausländer, womit sich deren Anteil gegenüber dem Jahr 2014 nahezu verdoppelt hat. Das liege allerdings nicht, wie gelegentlich vermutet werde, an der höheren Anzahl von Flüchtlingen in der Region, betont Schmidt. Im Zusammenhang mit Flüchtlingen habe man vier Straftaten registriert. Dabei habe es sich um Körperverletzungen gehandelt, in einem Fall sei eine Frau von einem Asylbewerber unsittlich berührt worden. „Wir registrieren bei Flüchtlingen nicht mehr Straftaten als bei deutschen Mitbürgern“, sagt Schmidt. Den Fall einer versuchten Vergewaltigung während des Meisenheimer Brunnenfestes schilderte der stellvertretende Inspektionsleiter noch. Der mutmaßliche Täter habe dank des Engagements einer Kollegin überführt werden können. Sie habe ihn zu einer Speichelprobe für einen DNA-Test überredet. Damit hatte sich der Mann ans Messer geliefert. Die Analyse ergab, dass er der Täter war. Mittlerweile wurde er in Bad Kreuznach dafür zu 16 Monaten Haft verurteilt. Außerdem wurde ihm durch den Speicheltest auch eine Vergewaltigung in Würzburg nachgewiesen. Das Urteil erfuhr Schmidt gestern just während der Präsentation der Statistik: Ein Gericht in Würzburg verurteilte den Mann zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Vor diesem Hintergrund machte Schmidt deutlich, dass man in der Lauterecker Inspektion sehr viel Wert auf die erkennungsdienstliche Behandlung von Straftätern setze, insbesondere die Entnahme einer Speichelprobe anstrebe. (dgg)

x