Kusel Wasserschaden mit Folgen und ein Holzbackofen
Konken. Container vor der Tür, das Chefbüro ausgelagert: Bei der Großbäckerei Müller im Konker Industriegebiet wird zurzeit kräftig umgebaut. Grund ist ein Wasserschaden in der Herrenumkleide. Doch der hat auch sein Gutes: Das Ursprungsgebäude wird erweitert, wie Volker Müller erläutert. Außerdem erklärt er mit gewissem Stolz: „Ich habe mir einen Holzbackofen gekauft.“
Ursprünglich wollte der Chef des Unternehmens damit eigentlich nur im heimischen Gartenhaus backen – doch der sechs Tonnen schwere Ofen war doch etwas zu groß... Und so kann er in seinem Betrieb etwas Neues ausprobieren, irgendwann im kommenden Jahr auch Holzofenbrot anbieten. Ansonsten wird in dem Gebäude im Gewerbegebiet, in dem die Bäckerei, von Müllers Vater in Henschtal gegründet, seit 2003 ansässig ist, alles komplett erneuert. Das führt auch dazu, dass die Konditorei aufs Doppelte vergrößert wird, wie Müller berichtet. Der 51-Jährige zeigt sich zufrieden mit dem Umsatz, will aber keine Zahlen nennen. Gleich geblieben ist die Zahl der Beschäftigten: 205. Gleich bleibt auch die Zahl der Filialen mit 25. Zwar wurde zwischendurch eine in St. Wendel geschlossen, doch im kommenden Jahr wird eine in Bliesen eröffnet, so dass die Zahl mit 25 konstant bleibt. Die meisten Filialen des Unternehmens sind in den Landkreisen Kusel und Kaiserslautern; auch in der Stadt Kaiserslautern, in der Eisenbahnstraße, gibt es eine Niederlassung. Nach wie vor beliefern vier Verkaufswagen die Kunden in Dörfern, in denen keine Filialen sind. Die Großbäckerei hat zurzeit vier Auszubildende: drei Verkäuferinnen und einen Bäcker. Auf diesen Lehrling ist Volker Müller besonders stolz, ist es doch ein 22-Jähriger aus Afghanistan, der „richtig Lust hat auf den Beruf“. Der junge Mann könne schon richtig gut Deutsch und gebe sich viel Mühe, berichtet der Chef. Klagen liegt Müller zwar fern – „ich habe es mir ja so ausgesucht“, doch weiß er: „Das Geschäft wird nicht einfacher.“ Mit ein Grund sind die Discounter, die mit ihren Backstationen Käufer weglocken. Abheben will sich die Großbäckerei mit Qualität, mit selbst hergestellten Körnermischungen und verschiedenen Sauerteigen. Auch mit dem Holzofenbrot will man künftig andere Käuferschichten erreichen. Bislang sind Dinkelbrot und das Konker Landbrot die stärksten Artikel. „Wir setzen auf Bewährtes“, sagt der Bäcker, der seit 32 Jahren im Geschäft ist. Als Nächstes sind jetzt Stollen und Weihnachtsgebäck an der Reihe. Am frühen Abend geht es im Werk auf der Konker Erlenhöhe los mit dem Brotbacken. Um 4 Uhr in der Frühe starten die Lieferwagen, um die Filialen rechtzeitig mit frischer Ware zu versorgen. Die Arbeitszeiten und die Sechs-Tage-Woche schreckten viele ab, den Beruf zu ergreifen, weiß Volker Müller. Für ihn selbst ist dies seit mehr als drei Jahrzehnten buchstäblich das tägliche Brot. |ba