Kusel „Tiefe Verbundenheit mit der Natur“

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Kusel. Die 42-jährige Dominique Hinkelmann aus Diedelkopf ist neue Leiterin des Hegerings 8 der Kreisgruppe Kusel. Dieser umfasst die Jagdreviere Diedelkopf, Ruthweiler, Ehweiler, Reichweiler, Pfeffelbach Eins und Zwei sowie Thallichtenberg. Hauptaufgabe eines Hegeringleiters sei vor allem die Förderung der Gemeinschaft: „Ich bin quasi das Bindeglied zwischen dem Vorstand und den Hegeringmitgliedern“, sagt Hinkelmann, die für einen funktionierenden Austausch der verschiedenen Reviere untereinander sorgen will.

Den Ruf der Jäger zu verbessern, das ist Hinkelmann sehr wichtig: „Ich sehe mich als ausgebildeten Naturschützer, der sich seiner Verantwortung – wie alle anderen Jagdscheinbesitzer auch – sehr bewusst ist.“ Das Jagen habe nichts mit unkontrolliertem Abschießen aus einer Laune heraus zu tun, sagt sie. Auch wenn ihr durchaus bewusst sei, dass viele Menschen so über Jäger dächten. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz informiert alle Waidmänner regelmäßig, welches Wild verstärkt gejagt werden soll. Nach wie vor sind das derzeit die Wildschweine, da diese aufgrund ihrer sehr schnell wachsenden Anzahl große Schäden in der Landwirtschaft anrichten. „Der Jäger hilft somit, das Ökosystem zu pflegen“, sagt die in Berlin geborene Hinkelmann. Durch ihren Mann, ebenfalls ein leidenschaftlicher Jäger, kam sie erstmals mit diesem Thema in Berührung. Den Jagdschein hat sie dann vor etwa vier Jahren gemacht. „Nur so konnte mein größter Wunsch, eine Deutsch-Langhaar-Hündin zu bekommen, in Erfüllung gehen. Dieser Hund wird nur in Jägerhände abgegeben“, erklärt Hinkelmann. In einer Jagdschule in Mecklenburg-Vorpommern erlangte sie innerhalb eines dreiwöchigen Kurses das sogenannte Grüne Abitur. Diese Zeit sei mit die schönste, aber auch die anstrengendste ihres Lebens gewesen, erläutert die neue Hegeringleiterin: „Gleich am ersten Tag haben wir benotete Tests geschrieben.“ Allerdings sei es trotz arbeitsintensiver Tage möglich gewesen, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen. „Dort habe ich eine sehr gute Freundin kennengelernt. Obwohl wir sehr weit auseinander wohnen, gehen wir ab und an zusammen zur Jagd“, berichtet sie. Am schönsten sei es aber, mit Hündin Paula – einer von insgesamt drei Jagdhunden – ins Revier zu gehen. Dort verspüre man eine „tiefe Verbundenheit mit der Natur und unvergleichliche Ruhe“. Gerade dieses Erleben mit allen Sinnen sei ihr besonders wichtig. Gemeinsam mit ihrem Mann, mit dem sie direkt im Revier wohnt, erfreue sie sich an der Natur und nutze jede kleine Pause, um dieser nahe zu sein. Freude bereite auch die steigende Anzahl an Jägerinnen, vor allem in der Kreisgruppe Kusel. Eine Hegeringleiterin habe es im Kreis vor ihrer Wahl noch nicht gegeben, seit ein paar Jahren aber gebe es mehr Frauen im Vorstand. Hinkelmann will als gutes Beispiel vorangehen und sich weiterhin aktiv beteiligen: „Wir haben einen Jägerinnenstammtisch gegründet und machen viele Ausflüge.“ Dazu gehöre auch der regelmäßige Besuch des Schießstandes, um die Fähigkeiten zu trainieren und sich fit zu halten. Wenn es ums Schießen geht, zeige sich der Unterschied von Mann und Frau. Jägerinnen würden oftmals vorsichtiger mit der Waffe agieren, berichtet Hinkelmann: „Mein Mann muss über diesen Perfektionismus manchmal schmunzeln. Bevor geschossen wird, lassen wir Frauen es eben oft langsam, aber dafür sehr genau angehen.“

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