Kusel Reisen nur, wenn auch die Kleinen etwas davon haben

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Kusel. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Manche zieht es weiter weg, die anderen bleiben lieber im Land oder gar auf „Balkonien“. Was Familien mit kleineren Kindern im Urlaub beachten sollten, erklärt Kinderärztin Christine Wild aus Schönenberg-Kübelberg im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Grundsätzlich ist es möglich, mit Kleinkindern auf Reisen zu gehen. Theoretisch ist das sogar ab der vierten Lebenswoche möglich. „Dann sollte man sich bloß hinterfragen, ob das Erholung bringt und ob das den Stress wert ist“, meint Christine Wild. Sinnvoll sei eine Reise dann, „wenn auch die Kinder etwas davon haben, sie schon ein wenig laufen oder Spaß im Planschbecken haben können.“ Gerade Flugreisen machen Kindern noch sehr zu schaffen. Viele haben zum Beispiel Probleme mit dem Druckausgleich im Flugzeug. „Kinder haben noch kleine Gehörgänge, die bekommen dann in der Luft Schmerzen im Mittelohr“, erklärt die Medizinerin. Für Kleinkinder empfehle es sich, immer ein Schmerzmittel dabei zu haben, „sonst kann es passieren, dass man drei Stunden Geschrei im Flieger hat“. Für größere Kinder seien es dann dieselben Mittelchen, die auch bei Erwachsenen helfen: Trinken, Kaugummikauen oder Bonbons lutschen. „Was auch geht, sind Ohrstöpsel, die den Druck lindern. Die gibt es für Kinder und Erwachsene“, fährt Wild fort. Es sei übrigens sinnvoll, wenn das Kind bereits Schnupfen hat, vor dem Start und nach der Landung Nasentropfen zu verabreichen. Wer weiter weg reist, sollte einiges vorher klären, zum Beispiel ob Impfungen oder andere Prophylaxe vonnöten sind. Sollten Eltern ganz verunsichert sein, ist eine reisemedizinische Beratung beim Hausarzt auf jeden Fall zu empfehlen. „Generell sollte man, gerade wenn es ans Meer geht, eine Hepatitis-A-Impfung vornehmen. Ansonsten einfach erkundigen, ob etwas Spezielles wie eine Malaria- Prophylaxe oder eine Tollwut-Impfung tatsächlich nötig ist“, sagt die Kinderärztin. Grundsätzlich ermahnt Christine Wild die Eltern: „Sonnenschutz ist das Allerwichtigste überhaupt!“ Am besten sollte man sich schon zu Hause mit Sonnencreme eindecken, es könnte sein, dass am Urlaubsziel der Sonnenschutzfaktor nicht mit dem unseren übereinstimmt. Und dann sei es wichtig, gerade die Kinder alle zwei Stunden ausgiebig einzucremen. Für den Insektenschutz reichen ganz normale Insektensprays und sollte man doch mal gestochen werden, tun es auch die bekannten Insektengels. Spezielle Untersuchungen vor dem Urlaub seien nicht üblich, denn einen gewissen Risikofaktor gebe es immer. „Wenn ich einem Kind in die Ohren schaue, kann ich nicht sagen, ob es Probleme mit dem Druckausgleich im Flugzeug hat“, erklärt die Kinderärztin. Was empfiehlt sie für die Reiseapotheke? „Immer dabei haben sollte man Nasenspray, etwas gegen Fieber und Schmerzen, zum Beispiel Zäpfchen oder Säfte, und am besten auch etwas gegen Erbrechen und Durchfall mitnehmen“, zählt Wild auf. Saft und Tabletten sind besser aufzubewahren, denn Zäpfchen vertragen keine Hitze und schmelzen. Wenn ein Kind im Urlaub Magen-Darm-Probleme bekommt, könne man auf bekannte Hausmittel zurückzugreifen: Salzgebäck, Laugenbrezeln, Suppe und viel trinken – „ egal was, Hauptsache das Kind trinkt.“ Sollte man jedoch ernsthaft besorgt sein, könne man auch aus dem Urlaub zu den Sprechzeiten der Haus- und Kinderärzte in den Praxen nachfragen, ob nicht doch ein Besuch beim örtlichen Arzt nötig ist. „Wir sind gerne bereit, in solchen Fällen zu helfen, das beruhigt ja auch die besorgten Eltern“, versichert Wild. (uck/Foto: Sayer)

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