Kusel Oft eine lange Leidensgeschichte

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Kusel. „Ach herrje, da haben Sie bestimmt Schmerzen.“ Mit viel Einfühlungsvermögen antwortete Yasemin Kaynak, Oberärztin der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie am Westpfalz-Klinikum in Kusel, gestern auf die Fragen der Anrufer. In der RHEINPFALZ-Sprechstunde ging es anderthalb Stunden lang um die Wirbelsäule.

Eine Spinalstenose, eine Verengung des Wirbelkanals, hatte eine Anruferin. Kaynak erklärte ihr, dass sie mit einer Überweisung vom Orthopäden und möglichst aktuellen Bildern – optimalerweise einer Magnetresonanztomographie (MRT) – in die Sprechstunde kommen solle. Bezüglich der Wartezeiten konnte sie sie beruhigen: „Wir machen das jetzt zu viert, da geht es schneller.“ Auch eine 80-Jährige hat Probleme mit dem Spinalkanal. Der ist mit drei Millimetern „sehr, sehr eng“, wie die Oberärztin sagte. Beruhigte die Seniorin aber: „Man kann vieles tun.“ Wenn Spritzen mit Cortison nichts nützten, müsse man sich Gedanken machen, ob man operiert. 80 sei „doch kein Alter“, auch dann sei noch Abhilfe möglich. „Waren Sie schon beim Orthopäden?“, fragte Kaynak eine 61-Jährige, die seit zwei Monaten unter Schmerzen leidet. Ob es ein Bandscheibenvorfall sei, könne man erst mit bildgebenden Verfahren feststellen. Doch sie warnte auch: „Sobald Lähmungen oder Schwächen im Bein auftreten, gehen Sie sofort ins Krankenhaus.“ Ausführlich seine Leidensgeschichte schilderte ein weiterer Anrufer. Er habe seit langem Schmerzen. Auch hier lautete der Ratschlag: Holen Sie sich eine Überweisung vom Facharzt und kommen zu uns in die Sprechstunde. Für seine 77-jährige Frau rief ein Mann an. Die sei in einer anderen Klinik bereits an der Wirbelsäule operiert worden, habe jetzt Probleme, weil eine Schraube wohl zu nah am Spinalkanal sitze. Die Ärzte rieten zu einer weiteren Operation. Jetzt wollte er wissen, ob er ins Kuseler Klinikum zu den Wirbelsäulenspezialisten kommen dürfe, um sich eine zweite Meinung einzuholen. Selbstverständlich könne er das, sagte Yasemin Kaynak, die Schraube sitze vielleicht zu nah am Nerv. Viel Zuspruch brauchte eine 80-Jährige, die als Kind eine Entzündung im Knie hatte, seitdem ist dieses steif. Trotz zweier Operationen habe sie massive Probleme mit dem Rücken. Da heute eine Untersuchung ansteht, sagte Kaynak: „Machen Sie sich nicht verrückt, warten Sie das Ergebnis ab.“ Ihr Orthopäde betreue sie sehr gut, lobte sie. Wegen Spritzen in die Wirbelsäule erkundigte sich eine weitere Anruferin. Kaynak erläuterte, dass im Kuseler Klinikum diese ausschließlich unter CT-Kontrolle gesetzt würden, weil sie so genauestens platziert werden könnten. Der Orthopäde der Frau wolle wohl in die Nerven-Austrittsstellen spritzen – das könne man auch gut mit Tasten, viele niedergelassene Ärzte wendeten diese Methode an. „Das kommt nicht von der Wirbelsäule“, antwortete die Oberärztin auf die Frage eines Mannes, der unter einem sogenannten Schiefhals leidet, den Mund nicht mehr richtig öffnen kann. Sie mutmaßte, dass die Probleme von einer totalen Verspannung aufgrund der Schmerzen herrührten. | ba

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