Kusel Nebenbei bemerkt...:

Nicht wenige haben sich gewundert über die Fusionspläne der Kreissparkasse Kusel ausgerechnet mit der Stadtsparkasse Kaiserslautern. Die benachbarte Kreissparkasse Kaiserslautern wäre doch als Partner viel besser, könnte man meinen. Das aber stimmt nur geografisch. Denn nicht nur ist die Lauterer KSK gut doppelt so groß wie die Kuseler, Verhandlungen unter Gleichen ließen sich folglich kaum führen, was die Gefahr erhöht, dass Kuseler Belange schneller hinten runterfallen als mit den deutlich kleineren Städtern. Darüber ist das Vorstände-Verhältnis Kusel/Kaiserslautern-Stadt dem Vernehmen nach deutlich besser und damit einer Fusion allemal zuträglicher. Und dass die Städter auch noch deutlich mehr Kundeneinlagen als Kreditvolumen mitbringen – in Kusel ist’s umgekehrt –, sie folglich von der Kuseler Fähigkeit profitieren können, Geld an den Mann zu bringen, tut ein Übriges. Über einen Punkt redet jedoch kaum jemand, obwohl er ebenfalls nicht unwichtig ist. Während der Landkreis Kusel und die Stadt Kaiserslautern SPD-dominiert sind, folglich auch ihre jeweiligen Sparkassen, regiert im Landkreis und damit auch in der Kreissparkasse Kaiserslautern die CDU. Und da sich mit Sparkassen auch kommunale Wohltaten finanzieren lassen, wird sich keine der beiden Parteien ihre Sparkasse gerne nehmen lassen. Zumindest so lange, bis die zweifelsfrei kommende Gebietsreform hier die Causa befördert. Natürlich leiden wir alle unter dem unglücklichen Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich im Halbfinale der Europameisterschaft. Kein Mitzittern mehr, kein Autokorso wie noch vor zwei Jahren. Uns wird in den nächsten Tagen etwas fehlen. Aber zumindest die Kuseler haben einen kleinen Trost: die Italienischen Nächte. Hätten wir die wirklich mit unseren Gastgebern unbeschwert genießen können, nachdem wir deren Team, den deutschen Turnier-Angstgegner, so dramatisch im Viertelfinale rausgeboxt haben? Was wäre das für eine Stimmung gewesen bei den beiden Tagen? Siegestrunkene Deutsche hier, depressive Tifosi dort. So kann man doch nicht feiern. Nein, nein, da ist’s für die zwei Festtage besser, dass sich auch das deutsche Team aus dem Turnier hat verabschieden müssen. Nun sind sie in Trauer vereint, die deutschen und die italienischen Fußballfans, können sich in Kusel bei Pasta und Chianti ihr Leid mit den Elfmetern klagen. Dass es ein italienischer Schiedsrichter war, der den umstrittenen Handelfmeter gepfiffen hat, vergessen wir einfach und genießen das Fest.