Kusel Nebenbei bemerkt...:

Schon seit Jahren wird immer wieder darüber spekuliert, welche der meist vergleichsweise kleinen regionalen Geldinstitute die nächsten sein werden, die sich trauen. Doch in Sachen Fusionen halten die Verantwortlichen dicht – als sei auch das Teil des Bankgeheimnisses. Jetzt aber wollen zwei Genossen vor den Traualtar schreiten, die auch im Kreis Kusel vertreten sind: die VR-Bank Westpfalz mit Sitz in Landstuhl und die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz. Beide weisen Bilanzsummen von 500 Millionen Euro und mehr auf. Das ist insofern interessant, weil ja auch die beiden Volksbanken mit Sitz im Kreis Kusel – die in Glan-Münchweiler und jene in Lauterecken – immer wieder zumindest weitläufig in die Fusionsspekulationen einbezogen werden und die beide mit ihren Finanzvolumina unter dem liegen, was die Bald-Vermählten in unserem Süden bewegen. Glan-Münchweiler liegt bei 480 Millionen Euro, Lauterecken bei etwas über 100 Millionen Euro. Die Vorstände beider Institute betonen seit Jahren auf die stetig wiederkehrende Frage nach Fusionsabsichten, dass sie sich sehr wohlfühlen in ihrer Selbstständigkeit, alles tun, um diese zu bewahren, und darüber hinaus aktuell auch keinerlei ernsthaftes Interesse an einem Zusammenschluss haben. Ihre Versicherungen klingen glaubhaft. Nur: Werden Sie diese Position dauerhaft halten können? Schon lange klagen die kleinen Banken und Sparkassen über die Regulierungswut in Frankfurt und Brüssel, die ihnen jede Menge Arbeit und Kosten beschert; erst recht seit der Bankenkrise, die von Raffgeiern unter den Großen ausgelöst worden war und für die die soliden Kleinen die Rechnung mitbezahlen müssen. Schon daraus ergibt sich ein gewisser Fusionsdruck, um die zusätzlichen Lasten im größeren Verbund leichter bewältigen zu können. Nun beginnt auch noch in der Region die Fusioniererei. Und selbst wenn unsere beiden Volksbanken – ebenso wie die Kreissparkasse, der ein sehr gutes Verhältnis zur Stadtsparkasse Kaiserslautern nachgesagt wird – ihre Fähigkeit zur fortdauernden Eigenständigkeit betonen. Auf sie wird durch die jüngste Entwicklung der Druck steigen, sich nochmals eingehender mit dem Thema Fusion zu beschäftigen. Fußballer und ihre Trainer kennen sie: die Abschlussschwäche. Auch Journalisten können von diesem Problem erwischt werden. Zum Beispiel, wenn in einer Kolumne noch ein so winziges Fleckchen frei ist, dass sich kein neues Thema mehr lohnt. Doch Freiraum lassen geht ja auch nicht. Greifen wir also einfach auf zwei Worte zurück: Schöne Feiertage.