Kusel Manager und Mittler

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Waldmohr. „Ich komme von außen in die Kommunalverwaltung, bin nicht vorbelastet, kann neutral und objektiv Sach- und Personalentscheidungen treffen.“ Gerhard Glaser, der Kandidat der SPD für die Wahl des Bürgermeisters der neuen Verbandsgemeinde Oberes Glantal, sieht gerade darin, dass er bislang nicht kommunalpolitisch aktiv war, einen großen Vorteil.

Dabei ist er bereits seit 16 Jahren in der Partei. Weil er seit 13 Jahren in Führungs- und Leitungsfunktionen der Polizei im Landkreis Kusel ist, seit sechs Jahren die Dienststelle in Kusel führt, habe er sich nicht politisch engagiert – „ich habe neutral und unabhängig sein wollen.“ Doch als er jetzt gefragt wurde, ob er kandidieren wolle, sagte er zu – nach gründlicher Überlegung. Warum? Gerhard Glaser, seit 42 Jahren Polizeibeamter, verhehlt nicht, dass ihm sein Beruf immer Spaß gemacht und viel gegeben habe. Doch jetzt reize ihn die neue Aufgabe, sie sei eine Herausforderung. Und es gebe einige Schnittmengen. In der neuen, größeren Einheit wolle er mitgestalten – an verantwortlicher Stelle. Die fachliche Qualifikation habe er, sagt der 59-jährige Waldmohrer selbstbewusst. Nicht nur durch das Studium an der Verwaltungsfachhochschule, auch durch die jahrzehntelange Arbeit bei den verschiedenen Polizeidienststellen in der Westpfalz. Als Chef der Polizei in Kusel ist er zuständig für 53.000 Menschen in fünf Verbandsgemeinden. Zu seinem großen Erfahrungsschatz gehöre unter anderem die Neuordnung von Dienststellen, auch Neuaufbau sei ihm nicht fremd – „im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel die Ermittlungsgruppe Migration aus dem Boden gestampft“. Die Führungskräfte der Polizei seien geschult in den neuesten Methoden des Management-Prozesses. Und die Mitarbeiterzahl der künftigen Groß-Verbandsgemeinde entspreche auch der seiner jetzigen Mitarbeiter. Gefragt sei dort ein Manager und Mittler der Interessen. Der Bürgermeister müsse nicht der Spezialist sein – dafür gebe es Fachleute in der Verwaltung. Dass Gerhard Glaser Sport macht, sieht man ihm an. Früher war das „ganz klassisch“ Fußball, heute ist es eher Ausdauersport wie Radfahren, Schwimmen und Laufen, aber auch Gymnastik. Der Vater zweier erwachsener Kinder hat sich in einigen Waldmohrer Vereinen engagiert, unter anderem den Partnerschaftsverein Is-sur-Tille/Waldmohr mit gegründet, seit zwei Jahren ist er dessen Vorsitzender. In den Wochen vor der Wahl ist der „Polizist aus Waldmohr“ dabei, sich in allen drei Verbandsgemeinden bekannt zu machen. Getreu seiner Leitlinie „Auf die Menschen zugehen“ will er trotz knapper Zeit in allen Orten präsent sein. Mit oder ohne Begleitung geht er an Haustüren und klingelt, übergibt ein Flugblatt mit Angaben zu Person und Zielen, verweist auf seine Homepage (www.glaser-gerhard.de). 99 Prozent der Angesprochenen hätten auf diese Art der Begegnung sehr positiv reagiert, erzählt er. In allen drei Verbandsgemeinden macht er außerdem öffentliche Veranstaltungen – vom Bürgergespräch bis zum Wahlstand. „Ziele müssen realistisch und realisierbar sein“, sagt Glaser auf die entsprechende Frage. Dass er auch als Bürgermeister die Erfahrungen als Polizist nicht über Bord werfen würde, zeigt sich darin, dass er die kommunale Prävention stärken, den Vollzugsdienst auf die Straße bringen will. |ba

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