Kusel Kusel: Kreissparkasse hält an Fusionsplänen fest
Die Kreissparkasse Kusel steht weiterhin zur geplanten Fusion mit der Stadtsparkasse Kaiserslautern. Das sagte Vorstandsvorsitzender Helmut Käfer gestern der RHEINPFALZ. Zugleich zeigte sich Käfer verwundert über den allem Anschein nach bevorstehenden Rückzug der Stadtsparkasse aus den Fusionsverhandlungen.
„An der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit einer Fusion hat sich nichts geändert“, erläuterte Käfer. Die zum jetzigen Zeitpunkt bekannten Zahlen, Daten und Fakten seien genau die gleichen, die vor einigen Monaten zur Aufnahme der Gespräche geführt hatten. Auch vom Zeitpunkt der Verlautbarungen aus Kaiserslautern zeigte sich Käfer überrascht. Denn just am kommenden Donnerstag – wenn die Stadtsparkasse (SSK) bei einer Verwaltungsratssitzung darüber beraten will, ob der Fusionsgedanke überhaupt weiter verfolgt wird – hatte ursprünglich der Fusionsbeirat beider Häuser das weitere gemeinsame Vorgehen diskutieren wollen. Wie berichtet, spricht nun aber vieles dafür, dass sich der SSK-Verwaltungsrat für den Abbruch der Verhandlungen aussprechen wird. Die SSK habe „den gemeinsam eingeschlagenen Weg verlassen“, sagte Käfer: Bei der Sitzung des Fusionsbeirats hätten „Unklarheiten und Unstimmigkeiten diskutiert und anschließend in den bereits geplanten Verwaltungsratssitzungen Ende November besprochen“ werden sollen. Käfer plädiert dafür, am gemeinsam festgelegten Fahrplan festzuhalten: „Wir würden den Fusionsbeirat vorziehen.“ Woher die plötzlich kolportierten Vorbehalte bei den Mitarbeitern der SSK rühren, kann sich der Vorstandsvorsitzende der Kuseler Kreissparkasse (KSK) nicht erklären. Die Personalräte beider Sparkassen seien eng in die Projektarbeit eingebunden, die Mitglieder könnten in den Teilprojekten mitarbeiten, die Personalratsvorsitzenden seien im Lenkungsausschuss vertreten. Auch im Fusionsbeirat sitzen Arbeitnehmervertreter. Zudem: Welche Auswirkungen eine Fusion auf die Mitarbeiter hätte – wer welche Aufgaben übernimmt und an welchem Standort sitzt –, sei noch gar nicht klar. Entscheidungen darüber stünden unmittelbar bevor. Es sei sogar geplant – und von Kuseler Seite abgesegnet – den Personalräten eigens Beratungsgesellschaften zur Seite zu stellen. Dennoch gelte es, die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst zu nehmen. Daher habe man in Kusel von Anfang an versucht, die komplette Belegschaft mit ins Fusionsboot zu nehmen – mit dem Ergebnis, „dass alle die Fusion als Chance und Herausforderung sehen“. Auch Kritik an der Verteilung der Führungskräftepositionen sei nicht nachvollziehbar, befindet Käfer. Richtig sei zwar, dass elf an die KSK, nur vier an die SSK gehen sollen. Allerdings sei die Besetzung einstimmig durch den Gesamtvorstand beschlossen worden. Auch habe es nie eine Vorgabe gegeben, wie viele Positionen an welches Haus fallen. Ziel sei es gewesen, „die optimale Lösung für die neue Sparkasse zu finden“, schilderte Käfer. „Alle vier Vorstände waren davon überzeugt, dieses Ziel erreicht zu haben.“ „Das Verhältnis hätte auch anders aussehen können“, unterstrich der KSK-Chef. Hätte es auch fast: Laut Käfer hatten sich die Vorstände zunächst auf eine Lösung geeinigt, die neun Stellen für die Kuseler, sechs für die Lauterer vorgesehen hätte. Rein personenbezogene Gründe – unter anderem der Verzicht eines Kandidaten – hätten letztlich zu dem Verhältnis von elf zu vier geführt. Was hinzukomme: Die KSK habe in der jetzigen Struktur ganz einfach deutlich mehr Mitarbeiter auf der ersten Führungsebene. Käfer betonte zudem, dass die KSK etliche Zugeständnisse gemacht habe: beispielsweise die paritätische Besetzung von Verwaltungsrat und Zweckverband, obwohl das Kuseler das deutlich größere Institut ist (362 Mitarbeiter, Bilanzsumme 1,8 Milliarden Euro; SSK Kaiserslautern: 238 Mitarbeiter, Bilanzsumme 1,1 Milliarden Euro); beispielsweise die Festlegung von Kaiserslautern als Hauptsitz und Sitz sämtlicher Vorstände; beispielsweise der Verzicht von Landrat Winfried Hirschberger auf den erstmaligen Vorsitz in Verwaltungsrat und Zweckverbandsversammlung. Möglicherweise sei erst jetzt bei der Belegschaft der SSK so richtig durchgedrungen, dass es mit dem Abbau von 50 Stellen – 30 in Kusel, 20 in Lautern – nicht getan sei. „Bei uns in Kusel ist das bereits beschlossen und wird in den nächsten drei Jahren durch altersbedingtes Ausscheiden kommen – mit oder ohne Fusion“, erläuterte Käfer. Auch bei der SSK Kaiserslautern wird erwartet, dass es in jedem Fall weniger Stellen geben wird. Bei einer Fusion gehe es ja aber auch darum, zusätzliches Einsparpotenzial auszuschöpfen. Käfer: „Aber so weit sind wir ja noch gar nicht.“ Vor neun Tagen, am Ende eines samstäglichen Treffens des Gesamtvorstands, hätte der SSK-Vorstand, Karl-Heinz Dielmann und Werner Stumpf, überraschend den Nutzen der Fusion erstmals in Frage gestellt. Käfer, der schon zwei Fusionen in Vorstandsämtern begleitet hat, aber sagt: „Selbstverständlich lassen sich Synergieeffekte darstellen – auch wenn es für eine exakte Berechnung noch zu früh ist.“ Sein Wunsch: „Wir sollten wieder an den Verhandlungstisch und in unsere gemeinsame Projektorganisation zurückkehren. Wir sind vom Nutzen dieser Fusion für beide Sparkassen, die Kunden und Mitarbeiter sowie unsere Region überzeugt.“ |tmü