Kusel Kusel: Kreisausschuss beschäftigt sich mit barrierefreier Burg

Muss für 411.500 Euro saniert werden: der Potzbergturm.
Muss für 411.500 Euro saniert werden: der Potzbergturm.

Zum Arbeitsspaziergang trafen sich die Mitglieder des Kreisausschusses am Montagmorgen auf Burg Lichtenberg. Hintergrund ist das Großprojekt des barrierefreien Burgausbaus (DIE RHEINPFALZ berichtete). Die weiteren Tagesordnungspunkte arbeitete das Gremium in der Zehntscheune ab.

Welche Folge- und Wartungskosten kommen auf den Landkreis zu, wenn die Burg barrierefrei ausgebaut wird? Wie störungsanfällig sind die Aufzüge und Lifte? Und wer soll sie nutzen können – nur ausgewiesen Schwerbehinderte oder alle Besucher, die Unterstützung brauchen? Diese Punkte sprachen die Mitglieder des Kreisausschusses am Montagmorgen an. „Wenn ein Aufzug nicht geht, ist Ärger programmiert“, meinte etwa Hans Harth. „Wir preisen die Burg dann an als barrierefrei, wir werben damit, dass es Möglichkeiten gibt. Wenn die Menschen dann kommen und die Möglichkeiten funktionieren nicht, gibt das Unmut.“ Für die meisten Ausschussmitglieder war der knapp einstündige Rundgang während der Sitzung in der Zehntscheune die erste Gelegenheit, sich den geplanten Umbau an Ort und Stelle erläutern zu lassen. Derzeit läuft ein Zuschussantrag beim Land, das eine Kostenübernahme von 90 Prozent in Aussicht gestellt hat – und das dem Vernehmen nach bis zu einer Obergrenze auch für den Fall, dass die kalkulierten Kosten etwa durch unvorhersehbare Probleme im Untergrund und die allgemein gute Konjunktur steigen. Erste Stolpersteine könnten demnächst ausgeräumt werden: Der Kampfmittelräumdienst wird die Burg auf Blindgänger aus dem Weltkrieg prüfen, und die notwendigen Bodenuntersuchungen sollen ebenfalls bald beginnen. Die barrierefreie Burg ist ein Wunschprojekt von Landkreis und Land. Ein Muss ist dagegen die Sanierung des wegen baufälliger Teile gesperrten Potzbergturms. „Egal wie, das Ding muss saniert werden“, brachte Landrat Otto Rubly es auf den Punkt. „Egal wie“ bezog sich dabei auf den laufenden Antrag auf Förderung aus dem Investitionsstock. Ein Bescheid wird bis Ende Juni erwartet; geht er durch, ist damit zu rechnen, dass das Land 60 Prozent der geschätzten 411.500 Euro Sanierungskosten trägt. Damit dann zügig begonnen werden kann, segnete der Ausschuss ohne Gegenstimme eine Eilentscheidung von April ab, in der die Planungsarbeiten an das Büro Klaus Dockendorf (Glan-Münchweiler) vergeben worden waren. Einstimmig vergab das Gremium auch die Umrüstung der 35 Jahre alten Beleuchtung der Sporthalle im Schulzentrum Kusel auf LED-Technik. Erwartet werden Einsparungen von knapp 47.500 Kilowattstunden pro Jahr. Billigster Bieter war die Kuseler Firma Elektrotechnik Leyser mit rund 72.000 Euro. Nach Abzug von Fördermitteln bleiben für die Schulträger Landkreis und Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan je etwas mehr als 17.000 Euro Kosten. Einstimmig stimmte der Kreisausschuss der Annahme von Spenden der Kreissparkasse zu. Die zusammengerechnet 50.000 Euro sind für das Tierheim, kulturelle Zwecke und Schulen bestimmt. Eine kurze Diskussion entspann sich bei der Entscheidung zur Erneuerung der Stützmauer der K 40 in Cronenberg. Die im Vorjahr teilweise eingebrochene Sandsteinmauer soll auf der Gesamtlänge von 52,5 Metern abgerissen und durch einen Bau aus Drahtschotterkörben ersetzt werden, die der Optik wegen zur Sichtseite als Sandsteintrockenmauer gesetzt werden. Die Bauzeit beträgt mindestens vier Monate, die Ortsdurchfahrt ist solange nur einspurig befahrbar. Der Auftrag geht an Seubert Bau, Oberalben, für brutto rund 204.000 Euro. Davon muss der Kreis rund 71.500 Euro schultern. Peter Jakob (FDP) warf noch einmal die Frage auf, ob tatsächlich die gesamte Mauer erneuert werden müsse. Sie sehe in Teilen gut aus. Diese Frage will die Verwaltung noch einmal an den Landesbetrieb Mobilität weiterleiten. Der hatte nach Auskunft der Sachbearbeiter aber bereits betont, dass die gesamte Mauer unsicher sei. „Die Verwaltung muss sich an die Aussage der Fachleute halten“, sagte Rubly.

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