Kusel Kriminalität leicht angestiegen

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Im Bereich der Polizeiinspektion Kusel, die für die Mitte und den Süden des Kreises zuständig ist, sind im vergangenen Jahr 3,2 Prozent mehr Straftaten als im Jahr zuvor verübt worden. Insgesamt registrierte die Polizei 2493 Straftaten (Vorjahr: 2415). Vor allem Körperverletzungen, Rauschgift- und Vermögensdelikte haben deutlich zugelegt. Dennoch gilt die Region als vergleichsweise sicher.

Axel Emser, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, rechnet alljährlich die sogenannte Häufigkeitsziffer aus – also das Verhältnis zwischen Einwohnerzahl und Anzahl der Straftaten. Je niedriger diese Zahl, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bürger Opfer von Straftaten werden. Für die Polizeiinspektion Kusel steht hier 4776. Zum Vergleich: Für die Polizeidirektion Kaiserslautern (umfasst den Bereich Westpfalz-Nord) beträgt der Wert 7942, für die Stadt Kaiserslautern sogar 12.451. Emser: „Das zeigt, dass sich die Bürger hier sicher fühlen dürfen.“ Dennoch: Die Entwicklung bei mehreren Delikten bereitet der Polizei Sorgen. Beispiel schwere Diebstähle, zu denen auch Einbrüche gehören. Speziell Werkstätten sind in den vergangenen Jahren zum Ziel von Straftätern geworden, noch mehr aber Autos. Nach nur 33 im Jahr zuvor registrierte die Polizei 2014 58 Aufbrüche. Hinzu kommt: Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten liegt bei deutlich unter 20 Prozent. Da tröstet nur wenig, dass sich die Anzahl leichter Diebstähle – dazu gehören auch Ladendiebstähle – deutlich reduziert hat. Geschuldet ist dieser Rückgang der Tatsache, dass die Polizei Metalldiebe dingfest gemacht hat, die im Jahr zuvor 168-mal auf Friedhöfen aktiv waren. Besonderes Augenmerk hat die Polizei auf das Thema Rauschgiftdelikte gelegt. Nicht nur, dass deren Zahl von 104 auf 169 gestiegen ist (ein Plus von 62 Prozent) und all jene Autofahrer, die mit Drogen erwischt werden, gar nicht in dieser Statistik auftauchen, sondern bei den Verkehrsdelikten. Die sogenannten Legal Highs – erlaubte Kräutermischungen, die high machen – sind immer weiter verbreitet. „Da ist viel Aufklärung nötig“, sagt Emser und verweist auf Gefahren, die beim Konsum dieser legalen Drogen bestehen. „Da werden ja wild erlaubte Kräuter zusammengemischt, und keiner weiß, welche Zusammensetzung er da raucht und ob er die gesundheitlich verträgt.“ Weiterhin ansteigend ist die Anzahl der Vermögensdelikte, speziell der Betrügereien – und das obwohl die Internetkriminalität um 17 Prozent zurückgegangen ist. Emser gibt hier aber keine Entwarnung: Die Dunkelziffer sei hoch, weil viele Geschädigte sich aus Scham nicht meldeten. Und dass die Internetkriminalität für die Polizei immer problematischer wird, räumt Emser ein: „Wir machen zwar sehr viele Schulungen für unsere Beamten, damit sie mit den immer neuen Tricks mithalten können. Aber die Internetbetrüger sind sehr findig. Da rennt man sozusagen immer hinterher.“ Hinzu kommt: Viele der Straftaten im weltweiten Netz werden aus dem Ausland heraus begangen. Die Aufklärungsquote insgesamt der Kuseler Polizisten lag 2014 bei genau 60 Prozent (1497 aufgeklärte Verbrechen) – knapp unter dem Schnitt im Land (60,8) und in der Westpfalz (62,8). Das hat auch damit zu tun, dass auf dem flachen Land vor allem solche Straftaten begangen werden, bei denen traditionell die Aufklärungsquote niedrig liegt. Stichwort: Einbrüche und Diebstähle. Zu den spektakulärsten Erfolgen gehörten die Festnahme von vier Tätern, die Elektronikgeräte aus einer Wohnung raubten, und von zwei Männern, die mehrere Bäckereien (unter anderem in Waldmohr) überfallen hatten. (wop)

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