Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Kreis Kusel: Busfahrerstreik sorgt auch an Schulen für Probleme

Viel los war am Freitag auf den Schulhöfen im Landkreis – wie hier am Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel. Weil zahlreiche Busverb
Viel los war am Freitag auf den Schulhöfen im Landkreis – wie hier am Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel. Weil zahlreiche Busverbindungen ausfielen, mussten viele Schüler abgeholt werden. Foto: Sayer

Jede Menge Autos vor den Schultoren, viele Schüler, die nach Unterrichtsschluss nicht nach Hause kamen: Ein Streik bei den Busfahrern hat am Freitag auch im Landkreis Kusel für Probleme gesorgt. Die Gewerkschaft Verdi hatte wegen der andauernden Tarifverhandlungen zum Streik aufgerufen. Betroffen waren die Fahrten der DB Regio Bus GmbH. Möglicherweise wird der Streik am Montag fortgesetzt.

Wer am Freitag auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen war, dem konnte es blühen, dass er vergeblich an der Bushaltestelle wartete. Der Streik der Busfahrer hatte laut Karla Hagner, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, auch im Kreis Kusel „massive Auswirkungen“.

Wie Hagner auf Anfrage erklärte, waren im Landkreis alle Fahrten betroffen, die von der DB Regio Bus GmbH in Eigenregie durchgeführt werden. „Das betrifft alle Regionallinien, wie zum Beispiel die Linien 270 und 280. Die Fahrten fallen leider ersatzlos aus“, bedauerte Hagner. Und das machte sich bemerkbar, denn die beiden genannten Linien sind sozusagen die Hauptachsen im Landkreis – die 270 verkehrt zwischen Lauterecken und Kusel, die 280 zwischen Kusel und Homburg. „Alle Fahrten, die von der DB Regio an Subunternehmer vergeben wurden, werden aber durchgeführt“, erläuterte die Pressesprecherin.

Andauernde Tarifverhandlungen

Zum Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Hintergrund sind die andauernden Tarifverhandlungen im rheinland-pfälzischen Verkehrsgewerbe. Die Busfahrer fordern unter anderem ein 13. Monatsgehalt, die Erhöhung des Urlaubsgeldes und der Zuschläge für Nacht-, Feiertags- und Wochenendarbeit, die Fünf-Tage-Woche und die Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden. Eine Kernforderung ist auch die sogenannte Durchbezahlung der Dienste. Begonnen hatte der Streik am Morgen mit Schichtbeginn um 4 Uhr, das vorläufige Ende war für 24 Uhr vorgesehen.

Kreisverwaltung koordiniert

Die Kreisverwaltung hatte im Vorfeld nicht wissen können, welche Linien am Ende ausfallen würden. „Das kam alles sehr kurzfristig und war so nicht abzusehen“, erklärte Hagner. Man habe aber am Freitag in ständigem Kontakt mit Schulen und Kindergärten gestanden, um Lösungen zu finden, wie die Schüler zur Schule und wieder nach Hause kommen. „Eine dieser Lösungen ist, dass die Schule den Unterricht früher beendet, damit die Kinder einen früheren Bus nehmen können, der tatsächlich auch fährt“, schilderte die Pressesprecherin. „Ansonsten haben unsere Mitarbeiter die Schulen mit Informationen versorgt, welche Busse fahren und welche eben nicht.“

Schulen reagieren

Auch die Schulen hätten auf den Streik reagiert. So hätten beispielsweise die Realschule Plus in Lauterecken und die Berufsbildende Schule in Kusel Nachmittagsunterricht beziehungsweise Arbeitsgemeinschaften ausfallen lassen, damit die Schüler noch einen Bus erreichen konnten. „Zum Teil haben die Eltern auch in Abstimmung mit den Schulen Fahrgemeinschaften gebildet“, berichtete Hagner.

„Wir waren natürlich auch betroffen, die ganz großen Probleme blieben aber zum Glück aus“, sagte Stefan Weber, Schulleiter des Lauterecker Veldenz Gymnasiums. Man habe sich mit der Servicehotline der DB Region in Verbindung gesetzt um herauszufinden, welche Busse fahren, und diese Informationen dann an die Schüler weitergegeben.

Fortsetzung ungewiss

Ursprünglich war der Streik nur für Freitag angesetzt. Eine Ausweitung auf Montag sei aber nicht ausgeschlossen. Für diesen Fall habe man sich bereits Gedanken gemacht. „Schüler, die nicht kommen können, weil der Bus nicht fährt und niemand sie fahren kann, dürfen dann auch zu Hause bleiben“, sagte Weber. Natürlich appelliere man an Schüler und Eltern, davon nur im Notfall Gebrauch zu machen. „Wenn es nicht anders geht, ist das aber entschuldbar – sozusagen höhere Gewalt“, ergänzte Weber, der bedauert, dass der Streik die Schulen unangekündigt getroffen habe. „Wir unterstützen natürlich das Streikrecht, aber die Kinder können ja nichts dafür. Und dass sich die Eltern Sorgen machen, wenn sie auf der Arbeit irgendwie mitbekommen, dass ihr Kind womöglich nicht nach Hause kommt, ist auch nachvollziehbar.“

Ob am Montag weiter gestreikt wird? „Sollte das der Fall sein, gibt es alle Informationen zu Ausfällen im Internet, bei der Service-Hotline der DB Regio oder in unserer VRN-Mobilitätszentrale am Kuseler Bahnhof“, sagte Karla Hagner.

Info

Fahrplanauskünfte gibt es unter www.bahn.de/suedwest/view/index.shtml, telefonisch bei der Service-Hotline der DB Regio GmbH unter 06131 4948146 sowie in der VRN-Mobilitätszentrale, Telefon 06381 424 270.

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