Kusel Kreis hofft auf die Lockwirkung

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Ab April wartet auf Pfalz-Touristen ein besonderes Begrüßungsgeschenk: Mit der Pfalzcard können unter anderem Busse und Regionalbahnen in der gesamten Pfalz kostenlos genutzt werden. Zudem ist die Pfalzcard eine Eintrittskarte für mehr als 100 Freizeitangebote. Auch Einrichtungen und Gastronomen im Kreis Kusel beteiligen sich. Der Kreis selbst hofft.

Das Prinzip ist einfach: Wer ab April in einer teilnehmenden Jugendherberge, einem Hotel oder einer Ferienwohnung in der Pfalz übernachtet, bekommt die neue Pfalzcard. Diese gilt vom Tag der Anreise bis zum Abreisetag und berechtigt Touristen nicht nur, sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des VRN-Verbundes gratis fortzubewegen – gegebenenfalls zum Beispiel auch für die Heimreise –, sondern auch Freizeitangebote kostenlos oder stark vergünstigt zu nutzen. Im Kreis Kusel sind das zum Beispiel alle Schwimmbäder, die Museen auf Burg Lichtenberg oder auch das Kalkbergwerk in Wolfstein. Auch die Draisinen können von Touristen über die Pfalzcard kostenfrei ausgeliehen werden – allerdings unter bestimmten Voraussetzungen: „Das geht nur für Spontanbucher. Wir wollen vermeiden, dass die Draisinen einfach mal gebucht werden, weil sie eben nichts kosten und am Ende vielleicht rumstehen, weil sich die Leute dann doch anders entschieden haben. Wenn ich aber heute anrufe und morgen fahren will, geht das, sofern Draisinen verfügbar sind, über die Pfalzcard“, erklärt Julia Bingeser, Tourismusreferentin bei der Kreisverwaltung Kusel. Aber sind da nicht hohe Einbußen bei den Einnahmen zu befürchten, wenn Touristen beispielsweise für die Dauer ihres Aufenthaltes täglich gratis ins Schwimmbad dürfen? „Das glaube ich nicht“, ist sich Bingeser recht sicher. „Vielleicht kommt insgesamt zwar etwas weniger Umsatz rein, aber dafür hoffentlich auch mehr Gäste. Allzu groß sollten die Einbußen aber ohnehin nicht sein, denn alle teilnehmenden Übernachtungsbetriebe zahlen einen bestimmten Betrag in einen großen Topf, und aus diesem erhalten die Freizeiteinrichtungen einen Teil der Eintrittsgelder zurück.“ Um Missbrauch vorzubeugen, sind die Karten numeriert und werden bei der Nutzung entweder eingescannt oder die Kartennummer wird auf einer Liste notiert. „Ich denke, am meisten wird die Pfalzcard über die Gäste unserer Jugendherbergen genutzt werden“, vermutet Bingeser. Auch hier gibt es aber eine Einschränkung: „Das Angebot gilt nur für Familien, die in ihrem Urlaub heutzutage ja auch wieder öfter in Jugendherbergen übernachten. Andererseits bekommen beispielsweise Schulklassen auf Klassenfahrt die Karte nicht.“ Dass das Konzept an sich funktionieren kann, zeige ein Blick ins benachbarte Saarland. „Dort gibt es die Saarlandcard schon seit dem vorigen Jahr, und die Erfahrungen sind bislang sehr positiv“, sagt Bingeser. Erhältlich ist die Pfalzcard aber nur bei den teilnehmenden Übernachtungsanbietern und nicht etwa auch über die Tourist-Information oder ähnliche Stellen. Die Liste der Teilnehmer umfasst derzeit rund 100 Unterkünfte – aus dem Kreis Kusel sind die Ferienwohnungen „Fewo“ in Herschweiler-Pettersheim, „Gänseblümchen“ und „Pusteblume“ in Thallichtenberg sowie die Jugendherbergen in Wolfstein und auf Burg Lichtenberg dabei. Die Zahl der mit Pfalzcard nutzbaren Freizeitangebote übersteigt die 100er-Marke sogar. Mit dabei sind neben zahlreichen Schwimmbädern, Thermen und Stadtführungen unter anderem das Dynamikum in Pirmasens, Sea Life in Speyer oder das Hambacher Schloss. Und wer es sportlicher mag, der kann mit der Pfalzcard beispielsweise beim Ersten Golfclub Westpfalz oder dem Golfclub am Donnersberg den weißen Ball über die Grüns jagen oder sich beim Fahrradverleih in Kallstadt für einen Tag ein Tourenfahrrad ausleihen. Neben dem primären Ziel, mehr Touristen in den Landkreis zu locken, hege man bei der Kuseler Kreisverwaltung die Hoffnung, „dass durch die Pfalzcard so mancher Tourist vielleicht einmal eine Attraktion besucht, die er sich sonst vielleicht nicht angeschaut hätte.“ Außerdem gebe es noch einen weiteren interessanten Aspekt: „Durch die Karten sehen wir auch mal genau, was Touristen im Landkreis interessiert, welche Angebote sie nutzen oder wofür wir andererseits stärker werben müssen. Und es wird auch interessant zu sehen sein, wie groß der Bewegungsradius von Gästen ist, die unseren Landkreis besuchen“, blickt Bingeser gespannt voraus. Info Weitere Informationen und die Listen der teilnehmenden Übernachtungsbetriebe und enthaltenen Freizeitangebote gibt es im Internet unter www.pfalz.de, in der Rubrik „Reisen und buchen“.

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