Kusel Jede Menge Figuren entwickeln
Das Spiel mit Licht und Schatten ist wohl die älteste Theaterform überhaupt, von seinem Reiz hat das Schattenspiel bis heute nichts verloren. In Zweibrücken war das Schattentheater in der vergangenen Woche Bestandteil eines Ferienprojekts des Stadtjugendamts. Rund drei Dutzend Grundschüler studierten eine Show ein, die am Freitag auf der Aula-Bühne des Hofenfelsgymnasiums aufgeführt wurde.
„Schattentheater – und Sinnenwoche“ waren die fünf Tage der vorletzten Ferienwoche überschrieben. Am Montag und Dienstag standen zunächst Ausflüge in das Keltendorf Steinbach und den Tierpark Freisen auf dem Programm. „Außerdem das Seebad Bostalsee und die Ausstellung Sinnenwelten“, erklärte Zweibrückens Stadtjugendpflegerin Nicole Buchholz. Die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren sollten fühlen, tasten, sehen, hören und schmecken – und dabei jede Menge Spaß haben. Richtig gearbeitet wurde dann ab Mittwoch. In der Hofenfels-Aula ging es zu wie an einem richtigen Theater. Die Licht- und Ton-Ausstattung der Schule kamen den Jugendamtsmitarbeitern sehr entgegen, mit ihr waren professionelle Bedingungen möglich. Für die Anleitung waren ebenfalls Profis zuständig – die beiden Theaterpädagogen Hans-Peter Lutz und Julia Bertram vom Circus Zappzarapp. Der elfjährige Samuel Benavides kommt nach den Ferien in die Klasse 6c der Integrierten Gesamtschule Contwig. Gut möglich, dass er seinen Mitschülern dort während der großen Pause von seinen Schattentheater-Erfahrungen erzählen wird. Am ersten Tag des Einstudierens der Freitags-Show war er gleich hin und weg von den Ausdrucksmöglichkeiten dieser besonderen Theaterform. „Man kann toll rumspielen“, meinte er, das Entwickeln verschiedener Figuren mache ihm soviel Spaß, dass er auch daheim mit dem eigenen Schatten spielen wolle. Zwei Tage vor der Aufführung widmete sich der Junge in der Hofenfels-Aula mit Begeisterung auch den anderen Elementen der Show, unter anderem der Jonglage. Denn Zirkuselemente (eine kleine Feuershow darf ebenfalls nicht fehlen) gehörten zum Stück, ansonsten das Agieren vor und hinter der Schattenwand. „In dem Stück, das erzählt wird, geht es um die Entstehung der Welt. Die Show beginnt mit einem Vulkanausbruch“, machte Karin Bieg während der Probetage Lust auf einen Besuch der Vorstellung. Laut der städtischen Präventionsfachkraft werden durch das Schattentheater-Projekt die kindliche Fantasie angeregt, die Kreativität gefördert und das Durchhaltevermögen verbessert. „Und es geht um Freude und Stressabbau.“ |bun