Kusel Im Südkreis zwei „ländliche Zentren“

Der Kooperationsverbund Schönenberg-Kübelberg und Brücken ist seit gestern offiziell Teil des Bund-Länder-Programms „Ländliche Zentren – Kleinere Städte und Gemeinden“. Die Ortsbürgermeister Josef Weis und Toni Guhmann erhielten gestern im Mainzer Innenministerium die Aufnahmeschreiben. Beide bekommen schon für das laufende Jahr einen Starterbetrag von jeweils bis zu 150.000 Euro.
„Der Vorgang kommt jetzt ins Laufen“, berichtete Schönenberg-Kübelbergs Ortschef Josef Weis, der erste Geldsegen werde für Planungen aufgewendet. Vom Innenministerium ist vorgesehen, dass die Gemeinden Fördergebiete in den Ortskernen festlegen und dann erste Förderanträge stellen. Mit dem Programm wollen Bund und Land Gemeinden in ländlichen Räumen in ihrer Funktion als zentrale Orte fit für die Zukunft machen. 33 kleinere Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz umfasst das Programm nunmehr, in diesem Jahr stehen für diese insgesamt acht Millionen Euro zur Verfügung. Dabei gehe es nicht um Neubauten, wie Weis unterstreicht, stattdessen solle vorhandene Infrastruktur aufgewertet werden. Die Förderung ist auf acht Jahre ausgelegt, kann aber auf zehn Jahre ausgedehnt werden. Weis erwartet für diesen Zeitraum Zuschüsse von bis zu zwei Millionen Euro. Wichtiger Teil des Konzepts ist laut Innenminister Roger Lewentz, „die Bürgerschaft einzubinden“. Weis kann sich vorstellen, die Ergebnisse des nun zu beauftragenden Planungsbüros bei Einwohnerversammlungen zu präsentieren. „Wenn es dann konkret wird, müssen wir die einzelnen Maßnahmen anmelden, und das Ministerium prüft dann, ob sie deckungsgleich mit dem Förderkatalog sind“, beschreibt Weis das weitere Vorgehen. Möglich sind bei den verschiedenen Projekten jeweils Förderungen von 66 Prozent. Bei der Erarbeitung der Unterlagen, die der Kooperationsverbund einreichen musste, sei die Ortsmarketing- und Einzelhandelsstudie zugrundegelegt worden, die 2012 und 2013 für die Verbandsgemeinde erstellt worden war. „Auch wenn es immer wieder kritische Stimmen dazu gab und gibt: Die hat uns schon an verschiedenen Stellen geholfen“, sagte Weis. Auch Brückens Ortsbürgermeister Toni Guhmann zeigte sich „wahnsinnig froh, dass wir drin sind“ – ungeachtet der Tatsache, dass seine Amtszeit in wenigen Wochen ablaufen wird. „Es ist gut, dass wir als ausbaufähige Gemeinden anerkannt werden.“ Was die möglichen Maßnahmen angeht, da wolle er „dem neuen Rat nicht vorgreifen“, sagte Guhmann. Allerdings sollen die Planungen für 2014 und 2015 bis Ende August beim Ministerium vorliegen, berichtete er. Förderfähig seien etwa auch Projekte im medizinischen und sozialen Bereich. „Die Probleme mit Ärzten, die in den Ruhestand gehen – wie jetzt im Nordkreis –, werden wir in vier bis fünf Jahren auch im Südkreis haben“, mutmaßt Guhmann und sieht für Brücken gerade in diesem Bereich Ansätze, um Fördermittel zu beantragen. Er erinnert aber daran: „Bei jeder Maßnahme muss auch Geld aus der Ortsgemeinde fließen, es muss alles genau begutachtet werden.“ Zum Verbund, der sich um die Aufnahme in das Programm beworben hatte, zählt neben Schönenberg-Kübelberg und Brücken auch die Ortsgemeinde Waldmohr. Die allerdings ist aktuell in einem weiteren Programm zur Städtebauförderung gelistet, wurde jetzt noch nicht aufgenommen. (tmü)