Kusel
Holzvermarktung im Landkreis Kusel neu organisiert
Nach dem Urteil im Kartell-Streit über die Holzvermarktung 2017 kommt die neu organisierte Vermarktung jetzt in die Gänge. Im Januar übernahm die Kommunale Holzvermarktung Pfalz in Maikammer als eine von fünf kommunalen Holzvermarktungsorganisationen im Land die Vermarktung – mit Folgen für das Kuseler Forstamt.
Wie berichtet, war nach dem Urteil eine Neustrukturierung der Holzvermarktung notwendig. Vor der Gründung der Kommunalen Holzvermarktungsorganisationen wurde das Holz aus Staatswald, Gemeindewald und Privatwald gebündelt durch Landesforsten Rheinland-Pfalz vermarktet. Durch die Kartellbehörde war im „Rundholz-Kartellverfahren“ gegen das Land Baden-Württemberg entschieden worden, dass künftig keine zentrale Vermarktung mehr erfolgen darf. Daraufhin wurde die gemeinsame Holzvermarktung zum Januar beendet.
Unter Leitung von Geschäftsführer Imo Hauß kümmern sich fünf Mitarbeiter von Maikammer aus um die Vermarktung von Rundholz. Konkret geht es um den Abschluss von Holzkaufverträgen im Namen der beteiligten Waldbesitzer. Zudem nimmt die GmbH vertragsrelevante Anpassungen im Zuge der Holzbereitstellung vor und koordiniert den Mengenfluss an den Käufer.
Weitere Aufgabe ist die Rechnungsstellung. Zu den 46 Gesellschaftern gehören Forstzweckverbände, Städte wie Germersheim, Landau, Pirmasens, Schifferstadt, Speyer, Wörth und Zweibrücken sowie zahlreiche Verbandsgemeinden – darunter auch Kusel-Altenglan, Lauterecken-Wolfstein und das Obere Glantal.
Preisverfall bei „Käferholz“
Das Forstamt Kusel habe bisher mit dem Holzmarktservice in Dahn und Hermeskeil zusammengearbeitet, berichtet dessen Leiterin, Gabi Kleinhempel. Bis Ende Juni konnten noch Altverträge abgearbeitet werden. Die aktuelle Situation ist nach Angaben der Forstamtsleiterin vor allem beim Nadelholz problematisch. „Der Geschäftsführer der neuen Holzvermarktung kam zu einem schlechten Zeitpunkt“, sagt Kleinhempel mit Blick auf den Preisverfall bei „Käferholz“. Immerhin sei bei der Fichte ein Preisverfall um zwei Drittel zu beklagen. Die aktuelle Weltmarktlage mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China trage ihr Übriges bei. Gut laufe indes die Vermarktung von Laubholz, das zu rund 80 Prozent den Waldbestand im Landkreis Kusel ausmacht. Etwa die Hälfte des Laubholzes, meist Buchenholz, werde als Brennholz vermarktet. Abnehmer seien gewerbliche Großkunden. Beim Brennholz für private Nutzer habe sich nichts verändert. Die Preise seien gleich geblieben.
Mehr Verwaltungsaufwand
Verändert haben sich Kleinhempel zufolge allerdings die Abstimmungsprozesse mit der Organisation in Maikammer. „Es ist komplizierter geworden“, sagt sie. Ein EDV-Programm, das die Rückkopplung der Zahlungsvorgänge anzeigt, sei noch nicht zufriedenstellend am Laufen, nennt sie ein Beispiel. So müssten die Förster jetzt kontrollieren, ob Rechnungen bezahlt wurden. Kleinhempel: „Der Verwaltungsaufwand ist nicht einfacher geworden.“ Auch müsse mehr dokumentiert werden.
Die Neuorganisation der Holzvermarktung sei nach dem Urteil im März 2017 zusammen mit Waldbesitzern und dem Gemeinde- und Städtebund rasch umgesetzt worden, zieht die Forstamtsleiterin Bilanz. Allerdings sei es ein „Kraftakt“ gewesen. Was die Planungen der Forsthaushalte für das kommende Jahr betrifft, gebe es aktuell mehr Unsicherheiten. „Die Märkte sind nervös“, weiß Kleinhempel.