Kusel Geoskop feiert Geburtstag

Im Fokus die geologische Heimatgeschichte: Dieses Süßwasserhai-Fossil wird im Urweltmuseum Geoskop auf der Burg Lichtenberg zent
Im Fokus die geologische Heimatgeschichte: Dieses Süßwasserhai-Fossil wird im Urweltmuseum Geoskop auf der Burg Lichtenberg zentral präsentiert.

Urweltmuseum vor 20 Jahren eröffnet – Heute freier Eintritt, Schaupräparation und Sonderführungen

Seit 20 Jahren rückt das Urweltmuseum Geoskop auf Burg Lichtenberg die geologische Heimatgeschichte in den Fokus. Am heutigen Dienstag wird der Geburtstag bei freiem Eintritt und mit Sonderführungen gefeiert. Die Geschichte des Hauses Revue passieren lässt Museumsleiter Sebastian Voigt in einem Vortrag am Mittwoch, 5. September, 19.30 Uhr. Ein ultramoderner Bau aus Glas und Beton an der Nahtstelle von Ober- und Unterburg, zwischen Kirche und Kräutergarten. Das 3,2 Millionen Euro teure Ergebnis eines Architekturwettbewerbs, den eine Mainzer Bürogemeinschaft gewann, sorgte 1998 und lange danach für Gesprächsstoff. Die einen finden den flachen Neubau, der sich in die Topografie einfügt und den Anforderungen des Denkmalschutzes nach deutlich sichtbarer Trennung von Alt und Neu entspricht, spannend. Andere schütteln sich.

Geologische Heimatgeschichte auf zwei Stockwerken

Finanziert wurde das neue Museum von der Europäischen Union, die 1,4 Millionen Euro gab, vom Landkreis (knapp 645.000 Euro), dem Bezirksverband Pfalz (über 600.000 Euro) und dem Land Rheinland-Pfalz, das gut 320.000 Euro beisteuerte. Rund 185.000 Euro flossen als Spenden. Auf zwei Stockwerken erlaubt das Museum den Blick in die geologische Heimatgeschichte vom Bergbau und den Bodenschätzen bis zur Geschichte des Lebens in jener Zeit, als die Pfalz am Äquator lag. Während die Form noch heute zwiespältig diskutiert wird, besteht über den Inhalt Einigkeit. Das Urweltmuseum Geoskop – der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Erdschau“ – hat sich seit seiner Eröffnung am Freitag, 28. August 1998, um 15 Uhr (anwesend war der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Kurt Beck) einen Namen erarbeitet, der zunehmend internationale Beachtung findet. Schließlich gilt der Raum Kusel doch als eine Hauptfundstätte von rund 290 Millionen Jahren alten fossilen Zeugnissen von europäischem Rang.

Bezirksverband Pfalz trägt 70 Prozent der Kosten

Dem Neubau vorangegangen war die Gründung eines Zweckverbands, der sowohl das Pfalzmuseum für Naturkunde – Pollichia-Museum in Bad Dürkheim als auch das Urweltmuseum auf der Burg als Hort der geologischen Sammlung trägt. Seither übernimmt der Bezirksverband Pfalz rund 70 Prozent der Kosten für das Urweltmuseum, der Pollichia-Verein für Naturforschung und Landespflege etwa drei Prozent und der Landkreis Kusel, dem das Gebäude gehört, rund 25 Prozent. Die Angelegenheiten des Museums steuert eine 22 Mitglieder starke Verbandsversammlung, fachliche Beratung liefert ein wissenschaftlicher Beirat. Besonders stark fürs neue Museum machte sich in den Jahren vor seiner Verwirklichung Kusels damaliger Landrat Winfried Hirschberger. Dieses Engagement ehrte das Museum auf besondere Art: Auf Initiative von Museumsleiter Dieter Schweiss wurde im Jahr 2012 das am Remigiusberg gefundene Kieferfossil eines Vorfahrens der Säugetiere, der wie ein Reptil aussah, Cryptovenator hirschbergeri, Hirschbergers verborgener Jäger, benannt. Schlagzeilen machte das Haus insbesondere in den jüngeren vergangenen Jahren mit Funden systematischer Grabungen am Remigiusberg, bei denen Wissenschaftler und Laien Hand in Hand arbeiten. Gleichzeitig hat sich das Museum breiter aufgestellt. „Wir sind natürlich immer noch ein Museum mit geowissenschaftlichem Schwerpunkt, aber beispielsweise die regelmäßigen Terra-Magica-Vorträge, Seminare und der Arbeitskreis Astronomie erreichen ein breiteres, auch allgemein naturwissenschaftlich interessiertes Publikum“, sagt Sebastian Voigt. Der gebürtige Thüringer übernahm am 1. September 2012 die Geoskop-Leitung. In einem solchen Vortrag am Mittwoch, 5. September, 19.30 Uhr, lässt Voigt „20 Jahre Urweltmuseum Geoskop“ Revue passieren. Angekündigt sind „Geschichte und Geschichten in Bildern“ von der Planung, dem Bau und den Anfängen des Museums bis zu den aktuellen Entwicklungen. Am eigentlichen Geburtstag, heute, zahlen Besucher keinen Eintritt, dazu gibt es eine Schaupräparation von Fossilien mit Larry Rinehardt sowie Führungen in der Mammut-Sonderausstellung (13 Uhr) und in der Dauerausstellung (11 und 15 Uhr). Außerdem ist eine Jubiläumsposter-Edition zur „Entwicklungsgeschichte des Lebens“ aufgelegt worden.

Sorgte wegen seiner modernen Architektur im historischen Burgambiente für Diskussionsstoff: das Urweltmuseum Geoskop.
Sorgte wegen seiner modernen Architektur im historischen Burgambiente für Diskussionsstoff: das Urweltmuseum Geoskop.
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