Kusel
Ganz, ganz knappe Kiste: Jochen Hartloff mit 13 Stimmen Vorsprung Kuseler Stadtbürgermeister
Mit 13 Stimmen Vorsprung hat Jochen Hartloff (SPD) die Stichwahl ums Amt des Kuseler Stadtbürgermeisters für sich entschieden. Eckhard Steuer (Grüne) ist niedergeschlagen, aber dennoch stolz auf sein Ergebnis.
„Es fühlt sich genau so an, wie man es sich vorstellt“ – Eckhard Steuer war am Sonntagabend sichtlich mitgenommen. Womöglich hätte ihn eine deutlichere Niederlage nicht so hart getroffen, vermutete er, „aber nach den Reaktionen der vergangenen Tage war klar, dass es eine ganz knappe Sache wird“.
Und die wurde es tatsächlich: Die Wahlbezirke Paul-Moor-Förderschule, ehemalige Landschreiberei und Diedelkopf entschied der Grünen-Kandidat für sich, außerdem den rund ums Gymnasium – sogar deutlich. Jochen Hartloff holte klare Mehrheiten in den Bezirken Jakob-Muth-Schule und Kita Lebenshilfe, gewann außerdem mit leichtem Vorsprung in Bledesbach. Unterm Strich entfielen auf den SPD-Kandidaten 896 Stimmen (50,4 Prozent), auf Steuer 883 (49,6 Prozent).
Hartloff: Der Glückshut macht’s
Gleich nach der Auszählung feierte Hartloff den knappen Sieg im Schalander. Er freute sich, dass es „trotz Gegenwind aus Berlin“ und „Rückenwind für die Grünen“ gerade so gereicht hatte. Über weite Strecken des Sonntags habe er seinen Glückshut auf dem Kopf getragen – der habe ihm womöglich den knappen Sieg beschert, schilderte der sichtlich erleichterte Hartloff lachend, der bereits von 1984 bis 2011 Stadtbürgermeister in Kusel war. Jenen Hut habe er sich am Tag seiner ersten Direktwahl zum Stadtbürgermeister auf dem Hutmacherfest zugelegt.
Es sei ihm klar gewesen, dass es „enorm schwer ist, die Wähler für eine Stichwahl zu mobilisieren“. „Tendenziell hilft uns eine höhere Wahlbeteiligung“, sagte der SPD-Politiker. Die Wahlbeteiligung in Kusel lag bei 46,8 Prozent.
Dank seiner politischen Erfahrung könne er das Amt „vielleicht noch etwas zielorientierter“ angehen als früher, sagte der Ex-Justizminister des Landes. In den nächsten Tagen wolle er zunächst auf alle Gruppen zugehen und erste Gespräche führen.
Steuer: „Bestätigt, nicht beleidigt“
Dass er – bei aller Enttäuschung – sein Mandat im Kuseler Stadtrat wahrnehmen wird, steht indes für Eckhard Steuer außer Frage: „Man kann ja nicht knapp 50 Prozent der Wählerstimmen ignorieren. Es gibt auch keinen Grund, dort nicht zu sitzen – ich fühle mich nicht beleidigt, sondern bestätigt.“ Zumal er die 49,6 Prozent der Wählerstimmen „ohne Wahlplakate, ohne Hochglanzprospekte und ohne Wahlempfehlungen“ bekommen habe. „Und ohne die Basis, wie die SPD sie hat.“ Das sei ein beachtliches Ergebnis – und, so sagt Steuer, „es ist ja nun keine Schande, gegen einen Jochen Hartloff zu verlieren“.
„Wimpernschlag“ – Kommentar von Torben Müller