Kusel Erst operieren, wenn unbedingt nötig
Kusel. Immer mehr Menschen klagen über Probleme mit dem Rücken. Yasemin Kaynak, Oberärztin in der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie am Westpfalz-Klinikum in Kusel, hat täglich mit ihnen zu tun. Am Mittwoch, 5. Oktober, 11 bis 12.30 Uhr, ist sie kompetente Ansprechpartnerin in der RHEINPFALZ-Telefonsprechstunde.
Seit 2008 ist die Ärztin am Westpfalz-Klinikum in Kusel tätig. Obwohl die Abteilung das Wort Chirurgie im Namen trägt, betont sie, dass Patienten erst dann operiert werden, wenn es nicht mehr anders geht. Große Erfolge erzielt man zum Beispiel mit der Schmerztherapie. Patienten mit Bandscheibenvorfällen, Verschleißerscheinungen oder Verengungen des Spinalkanals, dem durch die übereinanderliegenden Löcher der Wirbel gebildeten Kanals innerhalb der Wirbelsäule, in welchem das Rückenmark liegt, kommen für eine solche Therapie drei Tage bis eine Woche stationär ins Klinikum nach Kusel. Sie erhalten nicht nur CT-gesteuert genauest mögliche Spritzen in die betroffenen Regionen, sondern auch intensive Schmerz-, Physio-, Gruppen- und Entspannungstherapie, wobei man auch mit Kaiserslautern zusammenarbeitet. „So können viele Operationen vermieden werden“, weiß die Oberärztin. Wobei die Behandlung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist – wie auch das Schmerzempfinden. „Hat der Patient Lähmungen?“, lautet die wichtigste Frage. Wenn nicht, sind auch andere Therapien außer einer Operation möglich. „Die Entscheidung trifft immer der Patient“, betont Kaynak. Was ist der Grund für all die Rückenbeschwerden? Während es bei alten Menschen mit Osteoporose zu Brüchen kommen kann, nennt sie vor allem Bewegungsarmut als Hauptursache. Und die sei auch unter jungen Menschen heute verbreitet. Hinzu kommen Veranlagung, falsche Bewegungen, zum Beispiel nicht rückengerechtes Bücken et cetera. „Sport ist immer gut“, betont die Fachärztin. Wobei in Akutfällen weder Tennis, Badminton noch Squash gespielt werden sollte, auch Joggen nicht angeraten ist. „Jeder sollte herausfinden, was ihm gut tut“, betont Kaynak. Dazu gehören meist Schwimmen, Radfahren oder Walken. Den typischen Wirbelsäulen-Patienten gibt es übrigens nicht. Männer sind ebenso betroffen wie Frauen, schlanke wie kräftigere Menschen – wobei zu viel Gewicht natürlich auch für die tragende Säule des Körpers eine Belastung ist. Info Yasemin Kaynak ist zu erreichen am Mittwoch, 5. Oktober, 11 bis 12.30 Uhr, unter 06381 921 218. |ba