Kusel Brenzlig wird es nur ganz selten
Tausendfach gibt es sie im Landkreis Kusel. Beachtet werden sie allerdings selten – es sei denn, es ist Not am Mann. Es geht um Hydranten. Die sind in der Regel so verteilt, dass es nur im äußersten Notfall zu einem Löschwassermangel kommen kann. Kaum eine Verbandsgemeinde muss auf Löschwasseralternativen aufgrund von Hydrantenmangel zurückgreifen.
„Das Hydrantennetz in Kusel ist uralt, die Modelle sind auch älter, werden aber alle drei Jahre gewartet“, berichtet Horst Lange, der bei den Stadtwerken Kusel für die Bereiche Gas und Wasser zuständig ist. Dabei werden die Hydranten gespült und auf ihre Funktion hin überprüft. Die genaue Zahl der Hydranten ist zur Zeit nicht bekannt, da eine Bestandsaufnahme erst läuft. „Die Aufgabe eines Hydranten ist es, der Feuerwehr als Löschanschluss zu dienen“, erklärt Lange. Ein Hydrant besteht aus Guss und Edelstahl und hat eine Absperrvorrichtung sowie ein Standrohr. Die Feuerwehr öffnet den Hydranten mit einem sogenannten Schieberschlüssel. „Die meisten Hydranten in Kusel liegen unterflur, also im Boden“, sagt Lange. „Nur am Gymnasium und am Krankenhaus gibt es Hydranten, die überflur liegen.“ Liegt ein Hydrant unterflur, muss ein Hinweisschild seinen Standort anzeigen. „Nicht jeder möchte das an seinem Haus haben“, sagt Lange. „Dafür gibt es dann Posten, an denen die Schilder angebracht werden.“ Jürgen Oster, Wehrleiter der Feuerwehr Kusel, sagt, am wichtigsten sei es, den Hydranten problemlos öffnen zu können. „Manchmal gibt es da Probleme; ich denke, die Hydranten könnten öfter gewartet werden“, meint Oster. Aber es gebe allgemein wenig Schwierigkeiten mit den Kuseler Hydranten. „Sie sind einfach zu finden, und der Löschwassernachschub aus den Hydranten reicht überall aus, so dass wir nicht auf Alternativen ausweichen müssen“, berichtet Oster. 1187 Hydranten befinden sich in der alten Verbandsgemeinde Lauterecken; in Wolfstein sind es 730, sagt Gerhard Grub, technischer Werkleiter der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Sieben davon liegen überflur, hauptsächlich nahe Gebäuden, die von vielen Menschen frequentiert werden; bei Firmen oder am Schulzentrum Lauterecken. „Aus Überflurhydranten kann man eine größere Masse an Wasser entnehmen als aus Unterflurhydranten“, erklärt Grub. Alle Hydranten werden jährlich vom Personal der Verbandsgemeinde gewartet. „Hydranten haben eine Doppelfunktion, sind also nicht nur für die Feuerwehr da“, erzählt Grub. „Das Wassernetzwerk allgemein braucht sie, um etwa bei einem Rohrbruch Luft abzulassen.“ In der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein gibt es Gebiete, in denen die Löschwasserversorgung durch Hydranten allein nicht gewährleistet ist, etwa am Windhof in Grumbach. „Dort gibt es dann einen unterirdischen Löschwasserbehälter als Alternative“, erklärt Grub. Auf solche Ausweichmöglichkeiten müsse man aber nur in weniger besiedelten Gebieten zurückgreifen. Stefan Reichhart von der Feuerwehr Waldmohr kann nicht über die Hydrantensituation in seiner Verbandsgemeinde klagen. „Wir hatten noch nie Schwierigkeiten – alle Hydranten in Waldmohr und Umgebung sind einfach zu finden. In meinen 36 Jahren bei der Feuerwehr kam es noch nie vor, dass der Löschwassernachschub aus den Hydranten nicht gereicht hat und man auf ein offenes Gewässer ausweichen musste“, erzählt Reichert. „Wenn die Verbandsgemeinde Umbauten am Wassernetz durchführt, bekommen wir immer rechtzeitig Bescheid gesagt“. Sollte das der Fall sein oder ein anderes Defizit bestehen, schließt sich die Feuerwehr Waldmohr mit der in Schönenberg-Kübelberg zusammen. Man hilft sich. Weiterhin müssen die Verbandsgemeindewerke rund um die Uhr erreichbar sein. „Wenn zum Zeitpunkt X kein Löschwassernachschub mehr vorhanden ist, dann müssen die dafür sorgen, dass das Problem behoben wird.“ Allerdings kam es auch in der Verbandsgemeinde Waldmohr bereits vor, dass es Probleme mit den Hinweisschildern für Unterflurhydranten gab. „Häufig wollen Hauseigentümer die Schilder nicht am Haus haben. Immer wieder wurden diese auch von Vandalen zerstört“, sagt Reichert. Daher werden die Hinweisschilder nun oft in zwei Metern Höhe an Laternen befestigt. Der Technische Werkleiter der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg, Johannes Linsmaier, spricht von rund 1000 Hydranten in seinem Zuständigkeitsbereich. „Neben der Löschwasserentnahme dienen diese auch zum Spülen der Leitungsendstränge“, erklärt er. In Schönenberg-Kübelberg gibt es nur Unterflurhydranten, die zweimal pro Jahr oder bei Bedarf gewartet werden. „Die Kappen werden zusätzlich einmal im Jahr eingefettet, um das Öffnen auch bei Frost zu gewährleisten“, sagt Linsmaier. Die Feuerwehr in Schönenberg-Kübelberg kann sich laut Wehrleiter Jens Danner nicht über die Löschwasserversorgung in der Verbandsgemeinde beschweren: „Die Hydranten sind einfach zu finden, und es gibt kaum Schwierigkeiten, außer ab und an mal bei Frost im Winter.“ Natürlich kann es laut Danner Situationen geben, in denen die Versorgung über das Hydrantennetz nicht ausreicht: „Aber das ist normal. In 95 Prozent der Fälle muss man sich keine Gedanken machen, und die anderen fünf Prozent finden dann irgendwo außerhalb im Wald statt, wo es ohnehin keine Hydranten gibt.“ Lediglich die Bevölkerung könnte mehr für dieses Thema sensibilisiert werden, findet Danner, der seit 1988 bei der Feuerwehr ist: „Es sollte etwas mehr darauf geachtet werden, dass man nicht auf Hydranten parkt. Einfach ein bisschen mehr auf die Hinweisschilder zu schauen, kann im Notfall Leben retten.“